Beim Ironman Tours Metropole – Loire Valley 2026 sicherte sich Dirk Oswald den einzigen deutschen Altersklassensieg. Dabei war er nicht immer so sportlich.
privat Dirk Oswald auf dem höchsten Treppchen der M40–44.
Dirk Oswald hat beim Ironman Tours die Altersklasse M40-44 in 8:21:15 Stunden gewonnen. Damit holte er sich den einzigen deutschen Altersklassensieg beim Premierenrennen. In der Gesamtwertung wurde er Vierter und ist damit auf Kurs für seinen dritten Start bei der Ironman-WM auf Hawaii. Die Quali brauchte Oswald in Frankreich nicht, denn der Rauenberger, der von Mario Schmidt-Wendling trainiert wird, hatte bereits im September seine Agegroup beim Ironman Italy Emilia-Romagna gewonnen und sich den Kona-Slot gesichert.
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Projekt Zielbanner
„Nach den beiden Agegroupsiegen und fünften Plätzen overall bei der Challenge Roth und dem Ironman Italy 2025 hatten mein Trainer Mario Schmidt-Wendling und ich das Projekt ‚Zielbanner‘ gestartet“, sagt Dirk Oswald gegenüber tri-mag.de. „Ich hatte das Ziel, einen Ironman in der Gesamtwertung zu gewinnen. Das lässt sich natürlich nicht planen, weil man nie weiß, wer an der Startlinie steht. Aber ich hatte den Traum, einmal das Tape im Ziel in den Händen zu halten.“
Rennen in Frankreich „zu gut besetzt“
In Tours blieb Dirk Oswald dieses Ziel noch verwehrt, das Rennen war „einfach zu gut besetzt“, am Ende hat es für Platz 4 gereicht – zwölf Sekunden hinter dem Gesamt-Dritten. „Ich hatte dieses Mal keine Leute an der Strecke und war leider alleine in Frankreich, weil meine Freundin Anna und mein anderer Kumpel, der sonst immer dabei ist, aus beruflichen Gründen keine Zeit hatten. Auch Mario war schon verplant. Ich wusste daher nie, wo ich gerade im Rennen liege, wie groß die Abstände nach vorn und hinten sind. Wenn ich gewusst hätte, wie eng das ist, dann hätte ich diese zwölf Sekunden auf der Strecke ganz sicher gefunden. Ich kann da noch mal richtig tief gehen.“
26 Minuten Vorsprung in der M40–44
Die erste halbe Stunde im Ziel war für Dirk Oswald „richtig bitter und traurig“. Aber als er dann sah, dass die drei vor ihm alle zehn bis 15 Jahre jünger waren, musste er innerlich schmunzeln: „Ich hadere nicht, ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und auch dem Ergebnis. Ich bin so schnell geschwommen wie noch nie, meine Wattwerte auf dem Rad waren so hoch wie noch nie und beim Laufen habe ich das gemacht, was ich die letzten vier Ironman-Marathons gemacht habe: deutlich unter drei Stunden laufen.“ Die Agegroup gewann Dirk Oswald mit 26 Minuten Vorsprung.
Dass es einmal so kommen würde, war für Dirk Oswald nie denkbar: „Ich habe erst vor sieben Jahren mit Triathlon begonnen und vorher ein ganz anderes Leben geführt. Ich war übergewichtig und wog 105 Kilogramm, habe eine Schachtel Zigaretten am Tag geraucht, viel Alkohol getrunken und gefeiert. Mein Leben hat sich sehr positiv verändert und der Sport hat mich bei Wettkämpfen oder Trainingslagern an viele wunderschöne Orte gebracht, an die ich tolle Erinnerungen habe.“ Next Stop: die Ironman-Weltmeisterschaft am 10. Oktober 2026 auf Hawaii – mit dem TEAM GERMANY KONA26.
Auch eine deutsche Frau in den Top 10
Bei den Frauen finishte Melanie Altenbeck-Zorn als Zweite der F35-39 auf Platz 6 und blieb in 9:58:09 Stunden als eine von sieben Frauen unter der Zehn-Stunden-Marke.
Alexandre Caille aus Frankreich stellte mit 8:05:51 Stunden den ersten Streckenrekord auf und dominierte zudem mit der schnellsten Radzeit von 4:17:36 Stunden und der schnellsten Laufzeit von 2:44:25 Stunden bei den Männern. Thomas Dal aus Belgien schwamm mit 50:50 Minuten die schnellste Schwimmzeit der Männer. Bei den Frauen gewann Jonie Vanhoutte aus Belgien in 9:11:13 Stunden und lief mit 3:06:27 Stunden die schnellste Laufzeit. Yixuan Chen aus China schwamm mit 53:05 Minuten die schnellste Zeit, Kaisa Rahu aus Estland radelte mit 4:49:29 Stunden am schnellsten.
Von 2790 gemeldeten Athleten gingen 2767 an den Start, 2544 Teilnehmer erreichten die Ziellinie, 201 gaben auf und 22 wurden disqualifiziert.
Ergebnisse: Ironman Tours Metropole - Loire Valley
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Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.
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