Patrick Lange braucht beim Ironman Lanzarote seine Qualifikation für die Ironman-WM auf Hawaii. Auf einem der härtesten Kurse des Jahres trifft er unter anderem auf Sam Laidlow, Arthur Horseau und weitere starke Radfahrer.
Mit dem Ironman Lanzarote steht am Samstag, 23. Mai, einer der traditionsreichsten und anspruchsvollsten Klassiker im Ironman-Kalender an. Das Rennen auf der Vulkaninsel gilt als brutal, schön und unberechenbar: Wind, Höhenmeter, Hitze und eine selektive Radstrecke machen die Langdistanz zu einem Prüfstein für Athletinnen und Athleten, die auf schweren Kursen ihre Stärken ausspielen können. Bei den Profis geht es zudem um wichtige Startplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Je drei Slots werden bei den Männern und Frauen vergeben.
Patrick Lange unter Druck
Im Männerrennen richtet sich der Blick besonders auf Patrick Lange. Der dreimalige Ironman-Weltmeister muss sich in diesem Jahr erstmals seit langer Zeit wieder aktiv für die WM auf Hawaii qualifizieren. Beim Ironman Texas hatte es nach einer nach eigenen Angaben sehr guten Vorbereitung nicht geklappt: Lange musste das Rennen vorzeitig beenden. Damit bleibt Lanzarote für ihn ein entscheidender Schritt in der Saisonplanung.
Die Situation ist ungewohnt. Lange möchte im Sommer bei der Challenge Roth starten und im Herbst auf Hawaii noch einmal um ein starkes Ergebnis kämpfen. Dafür braucht er zunächst das Kona-Ticket. Ein späterer Qualifikationsversuch würde die Vorbereitung erschweren und das Risiko erhöhen, dass der Weg zur WM komplizierter wird. Auf Lanzarote zählt für Lange deshalb vor allem eines: ein Ergebnis, das zur Qualifikation reicht.
Ein Selbstläufer wird das nicht. Zwar ist die Startliste nicht so tief besetzt wie zuletzt beim Ironman Texas, doch das Feld passt sehr gut zum Kurs. Mit Sam Laidlow steht ein weiterer Ironman-Weltmeister am Start. Der Franzose muss als Weltmeister von 2023 lediglich validieren und nimmt keinen regulären Slot weg. Dennoch dürfte er das Rennen sportlich prägen. Laidlow zählt zu den stärksten Schwimmern im Feld und ist bekannt dafür, auf dem Rad früh Druck zu machen. Gerade auf Lanzarote könnte diese Taktik besonders wirksam sein.
Starke Radfahrer auf schwerem Kurs
Neben Laidlow stehen weitere Athleten auf der Startliste, denen die anspruchsvolle Strecke entgegenkommen dürfte. Arthur Horseau, Trainingspartner von Laidlow und bereits für Hawaii qualifiziert, hat den Ironman Lanzarote in der Vergangenheit gewonnen und zählt ebenfalls zu den starken Radfahrern. Auch Léon Chevalier bringt ein Profil mit, das gut zur Vulkaninsel passt. Der Franzose hat sich mehrfach auf schweren Kursen gezeigt und dürfte besonders auf der Radstrecke eine Rolle spielen.
Dazu kommen Jon Breivold, mehrfacher Norseman-Sieger, Vorjahressieger Dylan Magnien und Jordi Moya. Moya kennt das Rennen bestens, wurde bereits zweimal Zweiter auf Lanzarote und hat mehrfach bewiesen, dass ihm harte, hügelige Strecken liegen. Für Lange bedeutet das: Er wird voraussichtlich nicht nur auf Laidlow achten müssen. Entscheidend könnte werden, wie groß der Rückstand nach dem Schwimmen ist und wie gut er auf der Radstrecke in der Lage ist, den Kontakt zu den relevanten Konkurrenten zu halten.
Auf dem Marathon bleibt Lange einer der gefährlichsten Athleten im Feld. Seine Laufstärke hat ihn in seiner Karriere immer wieder zurück ins Rennen gebracht. Auf Lanzarote dürfte er diese Stärke brauchen. Ein Sieg ist für die Qualifikation nicht zwingend notwendig, doch zu viele Athleten, die selbst noch nicht qualifiziert sind, darf er nicht vor sich lassen.
Lucy Charles-Barclay als Favoritin bei den Frauen
Bei den Frauen führt Lucy Charles-Barclay das Feld an. Die Ironman-Weltmeisterin von 2023 kehrt nach Verletzung und Rehaphase zurück auf die Langdistanz. Für sie geht es ebenfalls darum, den Weg zur WM abzusichern, sie muss jedoch nur validieren. Lanzarote kennt Charles-Barclay sehr gut. Sie lebt und trainiert regelmäßig auf der Insel, gewann das Rennen im vergangenen Jahr und war zuletzt auch beim Volcano Triathlon erfolgreich.
Trotz ihrer Favoritenrolle bleibt die Frage, wie belastbar sie nach der Verletzung über die volle Distanz ist. Sollte Charles-Barclay fit sein, ist sie die Athletin, an der sich das Feld orientieren muss. Hinter ihr könnten Nina Derron, Stephanie Clutterbuck und Julia Skala eine Rolle spielen. Skala ist aus deutscher Sicht besonders interessant. Die Norseman-Siegerin bringt viel Erfahrung auf extrem schweren Kursen mit und könnte gerade auf Lanzarote von ihrer Robustheit profitieren.
Strecke und Liveübertragung
Der Ironman Lanzarote startet mit 3,8 Kilometern Schwimmen vor Puerto del Carmen. Anschließend folgt die bekannte Radstrecke über 180 Kilometer, die mit vielen Höhenmetern, Wind und wechselnden Bedingungen zu den härtesten Kursen im Ironman-Kalender zählt. Der abschließende Marathon führt ebenfalls in Puerto del Carmen über die Promenade und kann je nach Wetter zusätzlich zur mentalen und körperlichen Prüfung werden.
Eine klassische Liveübertragung des Rennens ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Wer das Rennen verfolgen möchte, ist deshalb vor allem auf den Ironman-Tracker und Zwischenstände angewiesen.