Ein Wochenende, viele Facetten: Während sich einige der größten Namen der Szene abseits klassischer Triathlonrennen testeten, wurden in Deutschland nationale Titel vergeben – und auf Lanzarote standen zwei Weltklasse-Athletinnen gemeinsam an der Startlinie.
Zwischen Trainingslager, Tempodienst und Titelrennen: Das Triathlon-Wochenende zeigt, wie unterschiedlich der Einstieg in die Saison aussehen kann. Vom lockeren Formtest bis zur Deutschen Meisterschaft war alles dabei – mit bekannten Namen und klaren Signalen.
Haug kann’s noch
Beim Volcano Triathlon auf Lanzarote nutzten Lucy Charles-Barclay und Anne Haug den Wettkampf als Auflockerung im Trainingsalltag. Charles-Barclay gewann die Frauenwertung in 2:04:18 Stunden und spielte als Gesamtneunte sogar im Männerfeld mit. Mit 18:47 Minuten schwamm sie die 1.500 Meter schneller als alle anderen Teilnehmenden. Haug folgte in 2:05:53 Stunden auf Rang zwei (gesamt Elfte). Beide ordneten ihren Auftritt anschließend bewusst zurück: Die Britin sprach von einer Standortbestimmung zum Start ihres Trainingslagers und zollte Anne Haug Respekt. Haug selbst betonte den Spaßfaktor – nach ihrem Karriereende sowie mit gerade einmal zwei kurzen Schwimmeinheiten im Vorfeld. Dabei zeigte die 43-Jährige, dass sie auf der Laufstrecke nach wie vor eine Macht ist: 34:29 Minuten für zehn Kilometer. Den Gesamtsieg sicherte sich Dieter Comhair (1:52:53) vor Daniel Bækkegård und Laurens Verlujten.
Yee als Pacemaker beim London Marathon
Alex Yee war ebenfalls präsent – allerdings nicht als Konkurrent, sondern als Tempomacher beim London Marathon. Der Olympiasieger führte eine britische Gruppe bis Kilometer 28 durch das Rennen und lief dabei mit einer Pace von 2:59 Minuten pro Kilometer. Für Yee ein besonderer Moment, wie er im Anschluss schrieb – Bezug nehmend auf den Marathon-Weltrekord und die durchbrochene Zwei-Stunden-Schallmauer. Er selbst freue sich, selbst wieder über die 42,195 Kilometer an den Start zu gehen.
Blummenfelt beim Sonntagslauf mit Startnummer
Einen Ausflug auf die Laufstrecke unternahm auch Kristian Blummenfelt – mit Erfolg. Der Olympiasieger gewann den Halbmarathon in seiner Heimatstadt Bergen in 1:08:44 Stunden und setzte sich knapp gegen Reidar Austrheim (1:08:52) durch. Rang drei ging an Frew Zenebe Brkineh (1:10:15). Die Zeit ist dabei weniger entscheidend als das Signal: Blummenfelt scheint ein Wochenende ohne Rennen nicht aushalten zu können und feilt mit diesem besonderen Temporeiz weiter an seiner Laufstärke.
Deutsche Meisterschaft in Halle
Aus deutscher Sicht setzte das Wochenende den Leistungsschwerpunkt bei den nationalen Titelkämpfen: Bei den Deutschen Meisterschaften über die Duathlon-Sprintdistanz in Halle sicherten sich Bianca Bogen und Jonathan Homberg die Siege. Bogen gewann in 1:08:12 Stunden vor Celine Kistner (1:11:36) und Vorjahressiegerin Yasmin Ulbrich (1:12:07). Bei den Männern setzte sich Homberg in 1:01:33 Stunden durch, gefolgt von Jonas Uster (1:02:30) und Henrik Ehrlich (1:03:20).