In der ersten Disziplin dürfte Lucy Charles-Barclay auch dieses Jahr den Ton angeben. Die 32-Jährige stellte ihre starke Schwimmform jetzt bei den britischen Meisterschaften unter Beweis.
Lucy Charles-Barclay arbeitet weiter an ihrem Triathlon-Comeback, im Wasser ist sie aber bereits jetzt so schnell wie eh und je. Ihre starke Schwimmform bestätigte die Ironman-Weltmeisterin von 2023 am Mittwoch bei den britischen Meisterschaften in London. Im Olympiapool von 2012 verbesserte sie ihre Saisonbestzeit über 1.500 Meter Freistil auf 17:03,73 Minuten.
Wann die 32-Jährige wieder ins Triathlon-Renngeschehen einsteigen wird, ist weiter offen. Auf Instagram dokumentierte LCB zuletzt Fortschritte beim Lauftraining und betonte, voll im Zeitplan zu liegen. Ihre wichtigsten Saisonziele liegen ohnehin im Herbst mit der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza und der Ironman-WM auf Hawaii. Im Januar hatte sich die Sportlerin einem operativen Eingriff am Unterschenkel unterziehen müssen, bei dem die Plantaris-Sehne entfernt wurde. Danach war an Lauftraining zunächst nicht zu denken. Immerhin bot ihr die Verletzungssituation die Gelegenheit, sich einige Wochen auf ihre Paradedisziplin zu fokussieren.
Commonwealth Games ohne Charles-Barclay
Seit Februar sucht Charles-Barclay bewusst den Vergleich mit Spezialistinnen im Pool. Schritt für Schritt steigerte sie sich von 17:29 Minuten bei den Essex County Championships, über 17:08 Minuten bei einem Wettkampf in Sheffield auf eine Zeit von 17:04 Minuten. Nun folgte die nächste Verbesserung bei den nationalen Titelkämpfen, bei denen sie für ihren Verein Epping Forest antrat. 17:03,73 Minuten reichten schließlich zu Rang neun. Die Medaillen gingen an Amelie Blocksidge (16:22,93 Minuten), Abbie Roscoe (16:32,58 Minuten) und Lucy Parsons (16:36,79 Minuten). Alle drei sind rund 15 Jahre jünger als Charles-Barclay.
Die leisen Hoffnungen, sich durch eine Topleistung für die diesjährigen Commonwealth Games in Glasgow zu qualifizieren, erfüllten sich damit nicht. Allerdings hatte Charles-Barclay schon im Podcast mit Jan Frodeno realistisch eingeschätzt, dass es dafür wahrscheinlich nicht reichen wird. Trotzdem würden sich die Rennen gegen die Spezialschwimmerinnen lohnen, da diese auch immer auf ihre eigene Schwimmleistung einzahlen.
Die 1.500-Meter-Bestzeit von Lucy Charles-Barclay steht damit weiter bei 16:35,41 Minuten. Diese Zeit schwamm sie im Jahr 2013, ein Jahr nach der verpassten Olympia-Qualifikation als Freiwasserschwimmerin. Kurz danach wechselte sie die Sportart und wurde Triathletin. 2021 unternahm sie ebenfalls einen Ausflug in den Pool und schwamm bei den Olympia-Trials auf Platz zwei.
Für ihr Comeback im Triathlon bedeutet das: Auch wenn der genaue Rennstart noch offen ist, dürfte Lucy Charles-Barclay im Wasser weiterhin ganz vorn zu finden sein.