Maja Falkiewicz hat beim Ironman 70.3 Hawaii als einzige Deutsche einen Agegroup-Sieg inklusive Kona-Slot erringen können. Unter den 1.083 Finisherinnen befinden sich einige, die Ironman-Geschichte geschrieben haben.
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Mit ihrem Sieg in der Agegroup M18–24 hat es die Maja Falkiewicz aus Gündelbach in 5:14:57 Stunden in die Gesamt-Top-10 des Ironman 70.3 Hawaii an der Kohala Coast nördlich vom Ironman-WM-Ort Kailua geschafft. Mit ihren Splits von 29:45 Minuten für die 1,9 Kilometer Schwimmen im Pazifik, 2:40:52 Stunden für die 90 Radkilometer auf dem Queen Kaahumanu Highway und den Halbmarathon durchs Golfresort in 1:55:44 Stunden markierte sie die Tagesbestzeiten ihrer Agegroup in allen drei Disziplinen. Profis waren nicht am Start, den Gesamtsieg holte sich die Amerikanerin Victoria Feng in 4:47:18 Stunden.
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Rennvorbereitung mit Erdbeben
„Schon neun Tage vor dem Rennen bin ich zusammen mit meiner Mama auf Hawaii angekommen“, berichtet Maja Falkiewicz. „Für mich war es auch das erste Mal auf Big Island, deshalb war die Vorfreude natürlich riesig. Schon direkt nach meiner Ankunft wurden wir von Freunden vor Ort superherzlich empfangen, sogar mit einem Lei, also diesen typischen Blumenketten.“ Die ersten Tage waren touristisch geprägt – mit einem Schockmoment: „Wir waren bei den Wasserfällen, wir waren beim Vulkan – aber da gab es noch keine Lava. Und in unserer zweiten Nacht haben wir ein Erdbeben erlebt, das war eine komplett neue Erfahrung.“
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Hawaii hat die 23-Jährige trotz des Schocks schnell in ihren Bann gezogen: „Wir haben relativ schnell verstanden, warum so viele Triathleten immer wieder hierherkommen und warum der Wettkampf überhaupt hier stattfindet. Es sprüht einfach überall die Geschichte vom Ironman, egal wo man ist. Und wenn die Leute, die mit mir gequatscht haben und denen ich gesagt habe, ich mache einen 70.3, waren alle so begeistert.“
Hawaii als Ersatz für Ironman auf den Philppinen
Da war dann auch schnell vergessen, dass das Rennen auf Hawaii für Maja Falkiewicz nur eine Notlösung war: „Eigentlich hatte ich dieses Jahr geplant, im Juni einen ganzen Ironman zu machen – auf den Philippinen, in Subic Bay, aber das hat sich wegen der politischen Lage dort geändert. Stattdessen habe ich mich für einen Ironman 70.3 hier auf Hawaii entschieden. Die Vorbereitung lief relativ gut. Ich konnte viele gute Trainingswochen absolvieren und habe viel Zeit im Wasser, auf dem Rad und in meinen Laufschuhen verbracht. Ich bin also mit einem super guten Gefühl an den Start gegangen. Ich wusste auch gar nicht, wer sonst noch an der Startlinie steht und wie stark das Feld sein würde. Es war so eine 50:50-Chance, ob ich mich dann qualifiziere oder ob es einfach ein weiterer 70.3 wird, der trotzdem Spaß macht.“
Der Ironman 70.3 Hawaii ist das einzige Rennen über die Mitteldistanz, bei dem es für die Agegrouper Slots für die Weltmeisterschaften auf der vollen Distanz wenige Kilometer weiter südlich gibt. Für 2026 waren 28 Slots ausgeschrieben – vor allem, um den lokalen Sportlern eine Qualifikation zur Ironman-WM zu ermöglichen.
Zum Glück nur (kleine) Fisch
Das Schwimmen lief dann genauso, wie Maja es sich vorgestellt hatte: „Besonders cool war die Unterwasserwelt, man konnte die ganze Zeit viele unterschiedliche Fische sehen, und das macht so ein Rennen natürlich noch einmal spezieller. Ich muss auch zugeben, ich habe die ganze Zeit gedacht, ob gleich irgendwo ein Hai von der Seite kommt – aber zum Glück blieb es bei den Fischen.“ Nach 29 Minuten war der erste Part absolviert: „Ich kann schneller schwimmen, weil ich ursprünglich vom Schwimmen komme, aber bei einem 70.3 mag ich nicht schneller schwimmen, weil ich nie weiß, wie sich meine Beine auf dem Rad oder beim Laufen anfühlen werden.“
Auf dem Rad wurde es dann etwas anspruchsvoller: „Weil ich relativ weit vorne aus dem Wasser kam, hatte ich anfangs Glück mit dem Wind. Erst kurz vor einem Wendepunkt bei Kilometer 50 war der Gegenwind auf jeden Fall stärker, und man konnte sofort merken, dass es deutlich schwerer wird. Dafür war der Rückweg mit Rückenwind umso schöner – inklusive toller Ausblicke auf den Mauna Loa.“
Hitze auf Gras
Der abschließende Halbmarathon wurde für Maja Falkiewicz zur Herausforderung: „Obwohl ich mich eigentlich gut gefühlt habe und keine Magenprobleme oder sonstige Schwierigkeiten hatte, bin ich deutlich – also wirklich deutlich – langsamer gelaufen. Ich glaube, ich bin so einen 5er-Schnitt gelaufen, das ist viel langsamer, als ich normalerweise im Training laufe.“ Aber die Strecke hat es auch in sich: Die beiden Runden führen über einen Golfplatz, fast komplett auf Gras, mit vielen kurzen, aber relativ steilen Anstiegen. Dazu die Sonne: „Ich glaube, der Wettkampftag war einer der heißesten Tage, die ich erlebt habe.“
privat Nicht nur bei der Ironman-WM gibt es eine Umeke – die rituelle Holzschale – für die besten der Agegroups.
Und wie geht es jetzt weiter? „Im Oktober komme ich wieder zurück nach Big Island, weil ich den Slot für die Ironman-WM genommen habe. Das Rennen im Oktober wird mein Debüt auf der Langdistanz. Das fühlt sich irgendwie sehr verrückt an, überhaupt darüber zu sprechen – mein Langdistanz-Debüt direkt bei der Weltmeisterschaft. Aber genau so wird das sein!“
Neuseeländer Newsom siegt bei den Männern
Auch bei den Männern waren keine Profis am Start, den Gesamtsieg holte sich der Neuseeländer Thomas Newsom (M18–24) in einer Zeit von 4:11:52 Stunden, womit er nicht nur einen Agegroup-Streckenrekord aufstellte, sondern in 1:17:27 Stunden auch die zweitbeste Halbmarathonzeit in der Geschichte des Rennens erreichte. Nur der dreifache Ironman-Weltmeister Craig Alexander (Australien) war bei seinem Sieg 2009 um 16 Sekunden schneller. Bei der 2026er-Austragung blieben alle Teilstreckenrekorde (Timothy Marr und Shelly Harper beim Schwimmen, Lance Armstrong und Linsey Corbin beim Radfahren und Craig Alexander und Colleen Dereuck beim Laufen) unangetastet.
Coffee-Boat-Gründer gewinnt M60–64
Einen Streckenrekord feierte auch der mit einer Schwarzwälderin verheiratete Kalifornier Albert Boyce in 4:47:09 Stunden in der M60–64. Boyce besaß bis vor einigen Jahren eine Kaffeefarm auf Hawaii und gilt als der Begründer des Kona Coffee Boarts, das in der Rennwoche in der Bucht von Kailua ankert. Älteste Finisherin des Ironman 70.3 Hawaii wurde die im vergangenen Jahr in die Ironman Hall of Fame aufgenommene Amerikanerin Cherie Gruenfeld. Mit ihren 82 Jahren verpasste sie in 7:53:46 Stunden ihren im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord der Agegroup F80–84 um nur 25 Sekunden.
Erstmals wieder über 1.000 Finisher
Mit insgesamt 1.083 Finisherinnen und Finishern konnte der Klassiker, der auf dem Rad teilweise auf dem Kurs der Ironman-Weltmeisterschaften ausgetragen wird, erstmals seit 2022 wieder vierstellige Zahlen schreiben. Die meisten der Teilnehmenden reisten aus der Region oder dem Gastgeberland USA an, gefolgt von Kanada und Mexiko. Von den 22 Deutschen war Sherko Hamawandi als Vierter der M35–39 in 4:56:49 Stunden der Schnellste.
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Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.
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