Perfekter Rennplan, perfektes Ergebnis: Wilhelm Hirsch setzt sich beim Ironman Brasilien durch und belohnt sich mit Sieg und Hawaii-Qualifikation.
Wenn sich eine Reise nach Brasilien gelohnt hat, dann für Wilhelm Hirsch. Der deutsche Profitriathlet gewann den Ironman Brasilien in 7:32:21 Stunden, feierte damit seinen ersten Profisieg auf der Langdistanz und sicherte sich zugleich das Ticket für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii.
Für den Sachsen war es nach seiner 7:30:16-Stunden-Leistung beim Ironman Barcelona 2024 die zweitschnellste Langdistanz seiner Karriere. Viel wichtiger als die Zeit dürfte jedoch der erste große Erfolg auf der Ironman-Distanz sein – und der gelang mit einer nahezu perfekten Renngestaltung.
Schwimmen in der Spitzengruppe
Bereits im Wasser positionierte sich Hirsch optimal. Auf dem schnellen Kurs blieb das Feld eng zusammen, größere Unterschiede waren kaum möglich. „Das Schwimmen war gut. Wir waren eine relativ große Gruppe. Es war eigentlich klar, dass man da keinen Unterschied machen kann beziehungsweise es gar nicht nötig ist“, erklärte Hirsch nach dem Rennen. Gemeinsam mit rund acht Athleten stieg er aus dem Wasser und hielt sich anschließend auf dem Rad stets in der Spitzengruppe.
Die Vorentscheidung auf dem Rad
Lange Zeit verlief das Rennen kontrolliert. Erst auf der zweiten Hälfte des Radkurses begann Hirsch, das Geschehen aktiv mitzugestalten. „Bei circa 120 Kilometern war ich vorn und keiner wollte mehr wechseln. Dann habe ich bis zum nächsten Wendepunkt einfach mal ein bisschen draufgedrückt und gesehen, dass direkt eine Lücke aufgeht“, schilderte er. Wenig später schloss der Niederländer Youri Keulen auf. Gemeinsam arbeiteten sich die beiden vom restlichen Feld ab.
„Ab dann waren wir uns eigentlich echt gut einig. Wir haben immer Fünf-Minuten-Wechsel gemacht und ungefähr drei Minuten Vorsprung herausgefahren.“ Mit diesem Polster wechselten beide nahezu zeitgleich auf die Laufstrecke. Keulen hatte dabei einen Vorsprung von rund zehn Sekunden.
Hirsch behält die Ruhe
„Ich wusste, dass das Rennen eigentlich erst ab Kilometer 30 losgeht. Davor ist es ziemlich egal, was passiert oder wie man sich fühlt. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und mich eher zu bremsen.“ Bis zur Halbmarathonmarke lag Keulen noch knapp in Führung. Dann lief Hirsch auf und setzte den entscheidenden Akzent.
„Ich habe mir gedacht: Jetzt einfach weiterlaufen. Keine Attacke setzen, sondern einfach mein Tempo laufen. Das hat ganz gut geklappt.“ Zunächst entstand eine kleine Lücke, doch Keulen kämpfte sich noch einmal zurück, doch Hirsch behielt in Florianópolis einen kühlen Kopf und den längeren Atem bis ins Ziel.
Erster Sieg, erster Kona-Slot
Am Ende überquerte Wilhelm Hirsch nach 7:32:21 Stunden als Sieger die Ziellinie und durfte gleich doppelt jubeln: über seinen ersten Langdistanzsieg als Profi und über die Qualifikation für Hawaii. „Super happy, dass das so ausgeht. Erster Sieg, Kona-Slot – besser hätte es kaum laufen können“, sagt Wilhelm Hirsch im Anschluss des Rennens.
Hinter Hirsch überzeugte Youri Keulen bei seinem Langdistanz-Debüt mit Rang zwei und sicherte sich ebenfalls einen Startplatz für die Ironman-WM. Platz drei ging an den Franzosen Arnaud Guilloux, der ebenfalls ein Kona-Ticket lösen konnte.
Super happy, dass das so ausgeht. Erster Sieg, Kona-Slot – besser hätte es kaum laufen können
Wilhelm Hirsch nach seinem Ironman-Sieg in Brasilien
Dreitz in den Top Ten
Aus deutscher Sicht zeigte auch Andreas Dreitz ein solides Rennen. Der Routinier erreichte das Ziel in 7:55:15 Stunden auf Rang zehn, verpasste jedoch das ersehnte Kona-Ticket.
Biagioli siegt bei den Frauen
Das Rennen der Frauen gewann die Argentinieren Romina Biagioli in 8:45:24 Stunden vor der Brasilianerin Pamella Nascimento de Oliveira und Julie Iemmolo aus Italien.
Ergebnisse: Ironman Brazil
Die aktuellen Ergebnisse erscheinen hier in Kürze.