triathlon+
Zahl des Tages
2

Exakt zwei Jahre sind es heute noch bis zum nächsten

Weiterlesen mit triathlon+ Jetzt triathlon+ abschließen

Laufruhig, flexibel, schnell: Das neue Canyon Speedmax im Test

Das Canyon „Speedmax“ ist über fünf Generationen zum Langdistanzrad schlechthin geworden. Im Rahmen der Challenge Roth wurde nun die brandneue sechste Version vorgestellt und wir haben das Bike, mit dem Sam Laidlow und Rico Bogen zu neuen Rekorden eilten, ausführlich getestet. 

Frank Wechsel / spomedis Überzeugte im Test mit Laufruhe und Vielseitigkeit: Das neue Canyon Speedmax.

Was gibt es Neues? Diese Frage stellten wir dem Canyon-Team in den vergangenen Jahren vor jedem großen Rennen. Denn man konnte fast sicher sein, dass die Topstars eine neue Cockpit-Sonderlösung bekommen hatten, um im Titelkampf noch besser gerüstet zu sein, als mit dem ­„Speedmax“-Serienmodell. Denn dieses stammte immerhin aus dem Jahr 2020 und die Ansprüche an die Sitzposition haben sich seitdem aufgrund neuer Erkenntnisse hinsichtlich der Aerodynamik teils stark verändert. Mit dem neuen Speedmax sollten die Sonderlösungen ein Ende haben. Das Ziel: Nicht weniger als das Rad mit den größten Verstellbereichen am Markt zu bauen. Für alle Ansprüche und Vorlieben, und das Ganze kinderleicht, ohne zeitfressende Schraubsessions. 

- Anzeige -

Das neue AeroShield

Bislang waren nach unten geschlossene Canyon-Cockpits, die sich als Goldstandard für einen perfekten Luftstrom etabliert haben, nur ausgewählten Profis vorbehalten. Das sollte sich mit dem neuen ­Speedmax ändern, und die Lösung beinhaltet zwei Varianten. Das jetzt standardmäßige „AeroShield“-­Cockpit ist zwar geschlossen, aber die Position der lang gezogenen Armschalen ist dennoch verstellbar. Und das sogar stufenlos. Zwei Grundbreiten decken eine große Range ab (S/M 200–276 Millimeter und L/XL 226–300 Millimeter), in der jeder den für sich perfekten Abstand zwischen den Ellbogen finden kann. Die hochgezogenen Seitenwände helfen, auch enge Positionen kraftsparend und sicher zu halten. Die in der Neigung einstellbaren Griffstücke (bekannt vom Vorgänger) sind auf einer Mono-Extension platziert, die sich in der Länge einstellen lässt. Hier beträgt die Range 70 Millimeter.

Frank Wechsel / spomedis Das „AeroShield Pro“ ist der direkte Transfer der bisherigen Custom-Cockpits der Profis. Hier in Kombination mit dem modularen Trinksystem.

Direkter Transfer aus dem Profibereich

An unserem Testrad war das ­„AeroShield Pro“ verbaut. Dies ist ein ­direkter Transfer aus dem Profibereich und gleicht in vielen Punkten dem ­Cockpit, das an Laura Philipps WM-Bike von Nizza für Aufsehen sorgte. Man bekommt die perfekte Position aus einem Guss, aber eben auch nur diese eine. Der Winkel der Einheit lässt sich zwar verstellen (dazu kommen wir noch), aber innerhalb des Cockpits geht (wie bei Custom-Lösungen üblich) nichts mehr. Man sollte seine Bedürfnisse also sehr genau kennen, wenn man sich für das 500-Euro-Upgrade entscheidet. Der Aufpreis mag vielleicht nach viel klingen. Er ist aber im Vergleich dazu, was ein derartiges Cockpit als Tuningteil eines Fremdanbieters kosten würde, geradezu ein Schnäppchen.

Frank Wechsel / spomedis Die Lösungen für die Flüssigkeitsversorgung und den Transport von Kleinteilen sind vielfältig. Alles passt und funktioniert zusammen. 

Was man neben der beeindruckend festgenagelten Position bekommt, sind laut Canyon eine Ersparnis von rund 300 Gramm und drei Watt bei 45 km/h im Vergleich zum normalen ­AeroShield. Die Pro-Variante gibt es in insgesamt sieben Ausführungen mit jeweils unterschiedlichen Kombinationen von Länge und Breite, um für alle Anforderungen die passenden Abmessungen zu bieten. Es geht von schmalen 215 ­Millimetern (erhältliche Längen S, M und L) über die Medium-­Version mit 230 Millimetern (S, M) bis zur breiten 245er-­Variante (M, L). Gemessen ­jeweils von Seitenwand zu Seitenwand. Um die richtige Ausführung zu finden, muss man vor der Bestellung die Länge und ­Dicke der Unterarme ermitteln.

Bestens versorgt mit AeroFuel

Der zweite Bereich der Individualisierung betrifft das Thema Verpflegung. Denn je nach Bedarf und Vorlieben (Drink-Mix, Gels, feste Nahrung) benötigt man unterschiedliche Unterbringungsmöglichkeiten. Zudem hat man über die Jahre erkannt, dass sich durch eine geschickte Platzierung von Boxen und Flaschen die Aerodynamik des gesamten Systems inklusive Fahrer verbessern lässt. Hier setzen die Bausteine des AeroFuel-Prinzips an. Mit modularen ­Optionen, die am Cockpit, im Rahmen und hinter dem Sattel eingesetzt werden können, kann man die Wechselzone mit mehr als 3,5 Litern Flüssigkeit verlassen, ohne der Aerodynamik zu schaden und die ­Regeln zu verletzen.

Nils Flieshardt / spomedis Volle Versorgung: Neben den zwei Trinksystemen im Rahmen und zwischen den Armen gibt es eine Flaschenhalterlösung hinter dem Cockpit mit Raum für zwei Gels.

Die Lücke zwischen den Armen schließen verschiedene Aero-Module, die ­werkzeuglos per Klickmechanismus platziert und kombiniert werden können. Es gibt zwei verschieden große Boxen (zum ­Beispiel für Gels und/oder Riegel) ­sowie ein ­alternatives Trinksystem mit 650 ­Millilitern Volumen, das in dieselbe ­Aufnahme passt. Dahinter kann die optionale „BTC-­Beam“-Sektion montiert werden. Sie nimmt eine Radflasche auf, die per Gummi gehalten wird. Darunter lassen sich hinter zwei flexiblen Lippen zwei bis drei Gels unterbringen. Achtung: Bei der Flasche gilt es, die Länge zu beachten. Durch die jüngsten Regeländerungen sind etwa Literflaschen zu lang, und auch manche 750er-Modelle ragen über das erlaubte Maß.

Nils Flieshardt / spomedis In dieser Kombination lassen sich Gels in der Box zwischen den Armen unterbringen. Die Flüssigkeit kommt aus dem Trinksystem im Rahmen.

Kombinieren lassen sich die Cockpit-­Möglichkeiten, die je nach Radmodell teilweise im Kaufpreis enthalten sind oder als Upgrade erworben werden können, mit einer Trinkblase, die sich im Rahmen versteckt und über eine Öffnung im Oberrohr (auch während der Fahrt) füllen lässt. Hier hat Canyon das Handling im Vergleich zum Vorgänger stark verbessert. Die Blase fasst (je nach Rahmengröße) zwischen 650 und 850 Millilitern.

Vorteil gegenüber „nackter“ Lösung

Frank Wechsel / spomedis Mit der „Splitter Plate Pro“ wird das Heck aerodynamisch -bestens ausgenutzt. Ein oder zwei Flaschen können -waagerecht platziert werden.

Natürlich darf die Platzierungsmöglichkeit hinter dem Sattel nicht ungenutzt bleiben. Neben der Standardstütze gibt es jetzt die „Splitter Plate Pro“ als Tuningmöglichkeit für 250 Euro Aufpreis. Bei den „CFR“-Topmodellen ist sie inklusive. Durch die Finne (die ein laminiertes Teil der Stütze ist) und den horizontalen Flaschenhalteradapter können ein oder zwei Flaschen regelkonform direkt hinter dem Gesäß platziert werden, wo sie einen ­Aero-Vorteil gegenüber einer „nackten“ Lösung haben. Wie an der Front wird laut Canyon auch hier in der Serie eine Gummisicherung ­installiert sein.

Flexibel dank AeroFit

Zu den oben beschriebenen Einstellmöglichkeiten des AeroShields kommen die Optionen der Cockpitstütze, die wie eine Sattelstütze im Steuerrohr funktioniert. Mit ihr lassen sich Stack, Reach und ­Winkel extrem einfach und millimetergenau einstellen. So sind auch extreme Positionen bis zum Rande des Erlaubten möglich. Und mit drei verschiedenen Optionen lässt sich der anvisierte Bereich bereits bei der Konfiguration eingrenzen, damit nicht die Säge bemüht werden muss. Für den perfekten Winkel gibt es ebenfalls Optionen: Die Klemmungen der Cockpitstützen haben einen stufenlos verstellbaren Bereich zwischen 0 und 20 Grad. Die Standardstütze beginnt bei „eingebauten“ 10 Grad (demnach liegt der mögliche Winkel zwischen 10 und 30 Grad). Die Pro-Versionen beginnen bei 20 Grad und ermöglichen so bis zu 40 Grad Anstellung.

Frank Wechsel / spomedis Im Rahmen über dem Tretlager ist Platz für das Notfallkit mit Tools, Kartuschen, Reifenhebern und Ersatzschläuchen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Praxistest

Mit triathlon+ weiterlesen

Mit triathlon+ verpasst du keine spannenden Inhalte mehr. Für nur € 9,95 pro Monat bekommst du außerdem die Zeitschrift triathlon ins Haus und kannst in 30.000 Seiten unseres Digitalarchivs stöbern.

Jetzt Mitglied werden

Du bist bereits Mitglied? Hier einloggen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Anna Wächtershäuser
Athlet des Tages

Anna Wächtershäuser

Trainer: Swen Sundberg
46 Jahre
Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Nils Flieshardt
Nils Flieshardt
Nils Flieshardt ist Chefredakteur der Zeitschrift triathlon und seit über 15 Jahren als Radexperte im Einsatz. Wenn er nicht am Rechner sitzt, findet man ihn meist hinter der Kamera auf irgendeiner Rennstrecke oder in Laufschuhen an der Elbe. Als Triathlet ist er mehr finish- als leistungsorientiert, aber dafür auf allen Distanzen zu Hause.

Verwandte Artikel

Profi-Bikes: Das fuhren die Besten in Roth

Highend-Bikes, Aero-Helme und clevere Details: Wir zeigen die Setups der Roth-Profis, erklären ihre Materialwahl und verraten, wer extra einen kleinen Rahmen wählt und einen Prototypen als Anzug trägt.

Hamburg 2027: So kommst du als Agegrouper zur Heim-WM auf der Kurzdistanz

2027 finden die Grand Finals (WTCF) mit der Agegroup-WM in Hamburg statt, und du kannst aktiv dabei sein: als Teil der deutschen Agegroup-Nationalmannschaft. Wir zeigen dir den Weg zur Heim-WM in der Hansestadt.

triathlon+
Jetzt neu: Print und online!

94,95 - pro Jahr
  • monatliche Zeitschrift
  • alle Online-Inhalte
  • 30.000 Seiten Archiv
  • Trainingspläne
  • Webinare & Co.

Monatsabo

9,95 - pro Monat
  • ganz flexibel

Unser Newsletter

Newsletter triathlon