Beim Ironman Lake Placid kämpfen am Sonntag zahlreiche internationale Topathleten um wichtige Punkte für die Ironman Pro Series und die Qualifikation für Hawaii. Im Fokus stehen unter anderem Vorjahressieger Matthew Marquardt, Paula Findlay bei ihrem Langdistanzdebüt und Frederic Funk.
Am Sonntag kehrt die Ironman Pro Series in die Adirondack Mountains im US-Bundesstaat New York zurück. Bei der 27. Austragung des Ironman Lake Placid werden knapp 80 Profis erwartet. Auf dem Spiel stehen maximal 5.000 Punkte für die Pro-Series-Wertung, insgesamt 125.000 US-Dollar Preisgeld sowie jeweils vier Qualifikationsplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft 2026 auf Hawaii.
Das traditionsreiche Rennen ist nicht nur wegen seines hochkarätigen Starterfelds interessant. Die profilierte Radstrecke durch die Adirondacks und der ebenfalls anspruchsvolle Marathon machen Lake Placid zu einem der härteren Ironman-Rennen im Kalender.
Marquardt, Foley und Van Riel führen das Männerfeld an
Bei den Männern kehrt Matthew Marquardt als Vorjahressieger zurück. Der US-Amerikaner gewann 2025 in Lake Placid und unterstrich seine aktuelle Langdistanzstärke in dieser Saison mit dem Sieg beim Ironman Südafrika. Auf dem anspruchsvollen Kurs gehört Marquardt erneut zu den ersten Anwärtern auf den Erfolg.
Einer seiner größten Konkurrenten ist Trevor Foley. Der Lake-Placid-Sieger von 2024 gewann in dieser Saison bereits den Ironman Neuseeland und die Ironman-70.3-Nordamerikameisterschaft in Pennsylvania. Damit ist der US-Amerikaner in der Pro Series 2026 noch ungeschlagen. Seine Stärke, nach Rückständen im Schwimmen auf dem Rad und beim Laufen durch das Feld zu ziehen, könnte auf dem Kurs besonders zur Geltung kommen.
Auch Marten Van Riel reist mit überzeugenden Ergebnissen an. Der Belgier wurde beim Ironman Texas Zweiter und gewann zuletzt den Ironman 70.3 Elsinore. Van Riel dürfte nach dem Schwimmen deutlich weiter vorn liegen als Foley und besitzt dadurch die Möglichkeit, das Rennen früh mitzugestalten.
Kristian Høgenhaug kehrt nach seinem zweiten Platz aus dem Vorjahr nach Lake Placid zurück. Der Däne zählt zu den stärksten Radfahrern im Feld und dürfte versuchen, vor dem Marathon einen Vorsprung auf die schnelleren Läufer herauszufahren. Rudy Von Berg, Jason West und Ben Kanute ergänzen das starke US-amerikanische Aufgebot.
Funk startet zwei Wochen nach Roth
Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick besonders auf Frederic Funk. Der 28-Jährige startet nur zwei Wochen nach seinem siebten Platz bei der Challenge Roth erneut über die Langdistanz. Die kurze Regenerationszeit sorgt dabei für das größte Fragezeichen. Gleichzeitig sollte Funk das anspruchsvolle Profil entgegenkommen: Auf dem Rad gehört er zu den stärksten Athleten des Feldes und auch beim Marathon hat er seine Entwicklung über die volle Distanz zuletzt bestätigt.
Für Funk geht es in Lake Placid nicht nur um eine gute Platzierung, sondern auch um die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Mit vier zu vergebenen Profistartplätzen ist die Ausgangslage attraktiv, die Konkurrenz allerdings hochkarätig. Neben Funk stehen aus Deutschland noch Dominik Sowieja und Lukas Stahl auf der aktuellen Startliste.
Findlay gibt ihr mit Spannung erwartetes Ironman-Debüt
Bei den Frauen gehört Paula Findlay zu den interessantesten Starterinnen. Die Kanadierin gewann zuletzt zum dritten Mal in Folge die Ironman-70.3-Nordamerikameisterschaft und zählt seit Jahren zu den stärksten Athletinnen über die Mitteldistanz. In Lake Placid bestreitet die 37-Jährige nun erstmals eine Rennen über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen.
Findlay bringt die Qualität mit, um bereits nach dem Schwimmen und Radfahren an der Spitze zu liegen. Offen ist, wie gut sie ihre Leistungsfähigkeit auf die volle Distanz übertragen und wie sie mit dem anspruchsvollen Marathon umgehen kann. Gelingt ihr auf Anhieb ein gutes Rennen, ist sie eine Kandidatin für den Sieg.
Die Startnummer eins trägt Lisa Perterer. Die Österreicherin wurde im vergangenen Jahr in Lake Placid Zweite und belegte 2025 in der Gesamtwertung der Ironman Pro Series Rang drei. Nach Platz fünf bei der Ironman-Europameisterschaft in Hamburg zählt sie zu den konstantesten Athletinnen im Feld.
Auch Marta Sanchez kennt den Weg auf das Podium in Lake Placid. Die Spanierin wurde 2025 Dritte und liegt derzeit in den Top Ten der Pro-Series-Gesamtwertung. Mit ihrer Stärke auf dem Rad dürfte sie versuchen, das Rennen früh offensiv zu gestalten.
Sodaro und Jewett mit unterschiedlichem Stärkenprofil
Ein weiterer prominenter Name im Frauenfeld ist der von Chelsea Sodaro. Die Ironman-Weltmeisterin von 2022 startet erstmals in Lake Placid. Ihre aktuelle Form ist schwerer einzuschätzen als die der zuletzt regelmäßig gestarteten Konkurrentinnen. Erreicht sie den Marathon in aussichtsreicher Position, zählt sie aufgrund ihrer Erfahrung und Laufstärke dennoch zu den Podiumskandidatinnen.
Tamara Jewett und Grace Thek dürfen ebenfalls zum Favoritinnenkreis gerechnet werden. Jewett kann vor allem zum Ende des Rennens auf ihre Laufstärke vertrauen und möglicherweise noch den ein oder anderen Platz gut machen. Thek überzeugte zuletzt mit konstanten Leistungen – sie wurde Dritte beim Ironman 70.3 Pennsylvania und Fünfte beim Ironman Texas.
Die Strecke: Zwei Runden durch die Adirondacks
Das Rennen beginnt mit 3,8 Kilometern Schwimmen im Mirror Lake. Anschließend führt die 180 Kilometer lange Radstrecke über zwei Runden durch die Adirondack Mountains. Längere Anstiege, schnelle Abfahrten und das stetig wechselnde Profil verlangen ein kontrolliertes Pacing.
Auch die 42,2 Laufkilometer werden auf zwei Runden absolviert. Die Strecke verläuft durch das wellige Stadtgebiet und am Mirror Lake entlang. Zu den entscheidenden Passagen gehört der Anstieg am Mill Hill. Das Ziel befindet sich im historischen Olympic Speedskating Oval, das den Athleten eine der bekanntesten Zielkulissen im Ironman-Kalender bietet.
Ironman Lake Placid im Livestream
Die Liveübertragung beginnt am Sonntag um 6 Uhr Ortszeit beziehungsweise 12 Uhr deutscher Zeit. Das Rennen wird international über die Pro-Series-Plattform von Ironman, den Ironman-Kanal bei YouTube und DAZN gezeigt.