Mit dem letzten Qualifikationsrennen ist der Weg nach Nizza endgültig gezeichnet: Zehn deutsche Profis haben sich für die Ironman-Weltmeisterschaft am 14. September qualifiziert – doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.

Der Titelverteidiger und die Favoritenrolle
Patrick Lange reist als amtierender Weltmeister nach Südfrankreich. Der dreimalige Hawaii-Sieger kennt den Kurs von Nizza bestens: Bei der Premiere 2023 belegte er hinter Sam Laidlow Rang zwei. Mit seiner Kombination aus Leichtgewicht, Radstärke auf anspruchsvollem Terrain und einem der stärksten Marathonläufe im Feld gehört er erneut zu den absoluten Topfavoriten, auch wenn die Saison nicht nach seinen Wünschen verlief.
Routiniers und erste Starts in Nizza
Andreas Dreitz löste sein Ticket bereits im September 2024 mit Platz drei beim Ironman Chattanooga. Für den 36-Jährigen wird es der erste Start in Nizza sein – und seine Radstärke dürfte ihm auf der schweren Strecke zugutekommen.
Paul Schuster sicherte sich seine zweite WM-Teilnahme mit Platz sechs beim Ironman Texas. Schon im Vorjahr hatte er dort überzeugt und anschließend in Kona Rang 19 erreicht. In Nizza will der 36-Jährige nun einen weiteren Schritt nach vorn machen.
Junge Wilde mit Ambitionen

Wilhelm Hirsch zeigte 2024 sein Potenzial gleich mehrfach. Nach einem lehrreichen Debüt in Frankfurt und einem zweiten Platz in Barcelona darf sich der 27-Jährige über seinen ersten WM-Start freuen. Auf der Langdistanz klappte es in dieser Saison bis jetzt nicht so ganz, vielleicht ist Nizza der richtige Zeitpunkt, um in die Spur zu kommen.
Auch Jan Stratmann überzeugte: der erste Ironman-Sieg in Barcelona 2024 und damit die Quali. Dritter bei der Challenge Roth 2025. Mit gerade einmal 29 Jahren ist er einer der deutschen Hoffnungsträger – und kennt den Kurs von Nizza bereits aus dem Training.
Dominik Sowieja schaffte mit Platz fünf beim Ironman Cozumel den Sprung auf die große Bühne. Nach einem dreiwöchigen Trainingslager an der Côte d’Azur ist der Baden-Württemberger mit den Tücken der Strecke bestens vertraut. Eine Top-20-Platzierung wäre ein großer Erfolg für den 33-Jährigen.
Jonas & Jonas in Nizza
Gleich zwei „Jonasse“ wollen in Nizza für Furore sorgen. Jonas Hoffmann (28) erreichte beim Ironman Südafrika Platz vier und holte damit sein WM-Ticket. Mit zwei WM-Starts (20. in Nizza 2023, 16. in Kona 2024) hat er Erfahrung gesammelt – eine Top-Ten-Platzierung ist für ihn durchaus realistisch, jedoch muss alles zusammenpassen. Beim T100-Rennen in London stotterte der Motor etwas, aber es sind noch gut drei Wochen bis zur WM.

Jonas Schomburg, bisher vor allem auf der Kurzdistanz unterwegs, überraschte in Südafrika mit Platz drei hinter Magnus Ditlev und Marten Van Riel. Bei seinem WM-Debüt gilt er prompt als Geheimfavorit, auch weil er alles auf eine Karte setzt und von Beginn eines Rennens seine Stärken ausspielen kann. Es ist für den 31-Jährigen die erste WM-Teilnahme auf der Langdistanz – und er ist sicherlich kein Dark Horse.
Der Aufsteiger des Jahres

Finn Große-Freese ist die wohl spannendste deutsche Personalie. Der 23-Jährige aus Rostock hat sich mit seinem Sieg beim Ironman Klagenfurt endgültig in die Weltspitze katapultiert. Mit seinem Allround-Profil könnte er in Nizza nicht nur bester Deutscher werden, sondern sogar in die Top Ten laufen. Jan Frodeno hat er seit dem vergangenen Wochenende als schnellsten deutschen Athleten auf der Langdistanz schon einmal abgelöst. Mit einer Zeit von 7:27:36 Stunden führt Große-Freese nun die deutsche Bestenliste an.
Bittere Absage
Die Freude über so viele deutsche Starter ist nicht ungetrübt: Johannes Vogel, einer der frisch gebackenen Qualifikanten, muss seine Teilnahme nach einer schweren Knieverletzung absagen. Bei seinem Langdistanzdebüt in Frankfurt belegte er Rang 14 und löste damit das WM-Ticket. Wenige Wochen später jedoch der Schock: Ein Sturz in der Bundesliga führte zu einem Kreuzband- und Meniskusriss. Vogel muss die Saison beenden und verpasst sowohl Nizza als auch die 70.3-WM in Marbella.









