Kälte verändert, wie dein Körper arbeitet. Warum ein Warm-up im Winter kein Extra ist, sondern die Grundlage für gutes Training – und wie du dich im Januar sinnvoll vorbereitest.
Januartraining fühlt sich oft anders an als im Sommer. Die ersten Minuten sind zäh, die Beine schwer, die Schultern steif. Viele Athletinnen und Athleten starten trotzdem direkt ins Training – in der Hoffnung, dass es sich „schon einläuft“. Gerade im Winter ist das ein Trugschluss. Denn niedrige Temperaturen verändern die Voraussetzungen im Körper deutlich. Wer jetzt ohne Vorbereitung loslegt, riskiert nicht nur eine schlechtere Trainingsqualität, sondern auch unnötige Verletzungen.
Was Kälte im Körper verändert
Bei niedrigen Temperaturen sinkt die Muskeltemperatur. Das hat direkte Folgen: Muskeln werden weniger elastisch, Sehnen reagieren träger. Gleichzeitig verlangsamt sich die Nervenleitgeschwindigkeit, Bewegungen fühlen sich unkoordiniert an und Kraft lässt sich schlechter abrufen.
Das bedeutet nicht, dass Training im Winter gefährlich ist – aber es braucht Vorbereitung. Gerade die Vorstellung, man könne sich „locker einlaufen“, greift oft zu kurz. Wenn der Körper kalt startet, dauert es deutlich länger, bis er wirklich belastbar ist. Wer diesen Übergang ignoriert, startet technisch unsauber, braucht länger bis zur Zielintensität und erhöht das Risiko für Überlastungen.
Dass Warm-ups gerade im Winter oft ausfallen, hat nachvollziehbare Gründe. Zeitdruck spielt eine Rolle, ebenso fehlende Routine. Viele unterschätzen den Effekt und glauben, ein ruhiger Start ersetze die Vorbereitung. Andere verbinden Warm-up mit zusätzlichem Aufwand oder mit Schwitzen und Ermüdung – und lassen es deshalb ganz weg.
Hinzu kommt: Warm-up fühlt sich nicht nach „Training“ an. Es bringt keine messbaren Werte, keine Zeiten, keine Wattzahlen. Gerade in einer Phase, in der Motivation ohnehin fragil ist, fällt es schwer, Zeit in etwas zu investieren, das keinen direkten Leistungsnachweis liefert.