Über Jahre Erfolg im Profitriathlon, drei Kinder und ein Körper im erneuten Aufbau: Daniela Bleymehl steht vor einem Wiedereinstieg, der weniger mit Comeback-Mythen zu tun hat als mit Erfahrung. Ihr Weg zurück zur Langdistanz folgt einer klaren Logik aus Training, Geduld und Verantwortung.
Ein klassischer Saisonstart sieht anders aus. Daniela Bleymehl war vor wenigen Monaten noch im Wochenbett – jetzt bereitet sie sich auf eine Langdistanz vor. Zum dritten Mal Mutter geworden, zum dritten Mal auf dem Weg zurück in den Profisport. Und auch wenn sie Comebacks kennt: Es fühlt sich anders an.
„Diesmal wusste ich von Anfang an, dass ich mir den Weg wirklich zutraue – aber eben Schritt für Schritt.“ Die Erfahrung hilft ihr. Aber sie ersetzt nichts. Daniela muss geduldig sein, den Körper neu kennenlernen, sich jeden Reiz genau überlegen. Der Wiedereinstieg ist kein spontanes Experiment, sondern geplant, begleitet und bewusst offen gehalten. Fest steht nur: Es soll wieder funktionieren. Wann und wie genau, entscheidet sich unterwegs.
Entscheidender Faktor: Kraft
Bleymehl steigt nicht ins Training ein, um alte Werte zu jagen. Es geht um Grundlagen, vor allem um Stabilität. Nach der Geburt von Baby Emilia liegt der Fokus auf einem systematischen Aufbau: muskulär, koordinativ, körperlich. „Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich nicht einfach an vorherige Belastungen anknüpfen kann“, sagt die 37-Jährige. „Es braucht eine gute Basis, sonst funktioniert gar nichts.“
Die Zusammenarbeit im Trainerteam – mit Nils Goerke als Headcoach und Tobias Herrmannsdörfer als Kraft- und Athletiktrainer – erfolgt in engem Austausch. Reize werden nicht isoliert gesetzt, sondern aufeinander abgestimmt. „Wir haben alles genau geplant. Und wenn etwas nicht passt, wird sofort angepasst“, sagt sie. Das Krafttraining spielt dabei eine größere Rolle als je zuvor. „Toby“ steuert diesen Teil mit hoher Präzision. „Früher war Kraft eher Begleitung“, sagt Daniela. „Jetzt ist es ein zentraler Teil des Aufbaus.“