Zwischen Absperrgittern und Kuchentheke entsteht Triathlon in seiner ursprünglichsten Form. Keine Großkulisse, keine Sponsorenwand, sondern ein paar Dutzend Helferinnen und Helfer, die aus einer Wiese eine Wettkampfstätte machen. Wer solche Rennen besucht, spürt, dass hier nicht nur Zeiten zählen, sondern Gemeinschaft.

„Wir wollten alles hinschmeißen.“ Es ist einer dieser Sätze, die in der Vereinsarbeit fallen, wenn aus Leidenschaft Überforderung wird. Wochenlange Vorbereitung, endlose Absprachen, E-Mails, Helferlisten, Telefonate mit der Stadt. Bettina Schmidt-Grave und Christophe Vernet, die den Moortriathlon im niedersächsischen Buchholz organisieren, hatten Momente, in denen sie dachten: Das machen wir nie wieder. Und doch stehen sie an einem Sonntag Ende September am See, bereit für den Startschuss. Allein den Termin darf man als mutig bezeichnen, wenn man die geografische Lage in Norddeutschland unweit von Hamburg bedenkt. Aber der Wettergott meint es gut an diesem Tag und alles ist angerichtet. 600 Anmeldungen, bewölkter Himmel und einigermaßen milde Luft, gespannte Gesichter am Ufer. Eine Wiese wird zur Event-Location, aus den Lautsprechern kommt die Musik. Statt Frust liegt Vorfreude in der Luft.
Morgens um sieben ist es am Großen Moor noch still – zumindest, was die Teilnehmenden angeht. Helferinnen und Helfer sind bereits seit Stunden wach, stellen Pavillons und Biertischgarnituren auf, verlegen Zeitmessmatten und rücken Absperrungen zurecht. Der Buchholzer Moortriathlon, ein kleines, einst fast aufgegebenes Rennen, ist heute das, was viele Großveranstaltungen nicht mehr schaffen: ein echtes Gemeinschaftserlebnis. Ein Tag, an dem ein Verein zeigt, was möglich ist, wenn jede helfende Hand zählt.









