Kristian Blummenfelt hat beim Ironman Texas seinen dritten Saisonsieg geholt. Der Norweger verpasste seine eigene Weltbestzeit nur knapp.
Kristian Blummenfelt hat zum zweiten Mal in Folge den stark besetzten Ironman Texas gewonnen. Der 32-Jährige setzte sich am Samstag in The Woodlands (USA) nach 7:21:24 Stunden durch. Damit verbesserte der Norweger seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr um drei Minuten und blieb nur zwölf Sekunden über seiner eigenen Weltbestzeit. Den zweiten Platz sicherte sich Marten van Riel (Belgien) in 7:22:56 Stunden. Dritter wurde Ironman-Weltmeister Casper Stornes aus Norwegen (7:23:50 Stunden).
Als bester deutscher Triathlon-Profi beendete Jonas Schomburg die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen als Siebter. Der Roth-Zweite aus dem Vorjahr führte das Rennen beim Laufen längere Zeit und verlor am Ende noch mehrere Plätze. Immerherin sicherte er sich noch das Ticket für die Ironman-WM auf Hawaii. Für Blummenfelt ist es im vierten Ironman-Pro-Series des Jahres bereits der dritte Sieg. Im März konnte der Norweger innerhalb von sechs Tagen die Ironman-70.3-Rennen in Geelong und Oceanside für sich entscheiden.
Blummenfelt: „Der Sieg ist wichtiger“
„Mir gehören jetzt die beiden schnellsten Ironman-Zeiten der Geschichte und darüber bin ich sehr glücklich“, sagte Blummenfelt im Zielinterview. Noch wichtiger sei ihm allerdings der Sieg in dem extrem starken Feld. „Es war ein harter Fight mit Jonas, Gelle und Marten und es tat richtig weh bis zum Schluss. An Marten vorbeizuziehen, gab mir am Ende den entscheidenden Boost.“ Die Ironman North American Championship waren mit großer Spannung erwartet worden. Mit Stornes, Blummenfelt, Gustav Iden und Patrick Lange trafen der aktuelle und drei ehemalige Ironman-Weltmeister unter anderem auf Ironman-70.3-Weltmeister Geens. Viele hatten im Vorfeld von einem WM-würdigen Saisonhighlight geredet.
Und die Stars der Szene lieferten vom Start weg ab. Beim Schwimmen zog sich das riesige Feld mit den mehr als 70 Profis schnell auseinander, an der Spitze konnte sich aber zunächst niemand entscheidend absetzen. So war es dem Schweizer Andrea Salvisberg vorbehalten, die Führungsgruppe nach 48:13 Minuten vor Schomburg aus dem Wasser zu führen. Im Schlepptau folgten fast alle Favoriten, lediglich Iden und Rudy van Berg hatten das Tempo nicht ganz mitgehen können und fast zwei Minuten verloren. Die bekannt schwachen Schwimmer Lionel Sanders und Sam Long beendeten die erste Disziplin rund sechs Minuten nach den Führenden auf Positionen jenseits der 50. Dazwischen lag noch Patrick Lange. Doch der dreimalige Ironman-Weltmeister erwischte einen gebrauchten Tag und gab das Rennen kurz darauf auf.
180 Kilometer in 3:54:03 Stunden
Auf dem Rad sortierte sich das Feld neu, wobei sich vor allem der zweimalige Ironman-70.3-Champion Jelle Geens (Belgien) bei seiner ersten Langdistanz immer wieder an der Spitze zeigte. Auch Schomburg und Jan Stratmann fuhren stets vorn, während Blummenfelt und Stornes mehr als 100 Kilometer brauchten, um eine Zwei-Minuten-Lücke zu schließen, die nach dem ersten Wechsel entstanden war.
Kristian Høgenhaug, van Berg und Gustav Iden gelang ebenfalls noch der Sprung in die Spitzengruppe, und schließlich war es der Däne Høgenhaug, der sich auf den letzten 20 Kilometern noch einige Sekunden absetzen konnte. In 3:54:13 Stunden gelang dem Zweiten des Ironman Frankfurt 2025 der schnellste Rad-Split des Tages. Als Zweiter erreichte van Berg 20 Sekunden später die zweite Wechselzone, weitere 30 Sekunden dahinter führte Stratmann die nächste starke Gruppe mit Schomburg, Iden, Stornes, van Riel, Ben Kanute, Antonio Benito Lopez und weiteren Athleten an. Topfavorit Blummenfelt verlor auch aufgrund technischer Probleme mit seinem Vorderrad etwas an Boden und wechselte als 17. mit 1:40 Minuten Rückstand in die Laufschuhe.
Schomburg übernimmt die Führung, aber Blummenfelt gewinnt
Das muntere Wechselspiel an der Spitze setzte sich beim Marathon fort. Erst war es Geens, der Høgenhaug ablöste und das Rennen später völlig erschöpft aufgab. Dann lief Schomburg rund zehn Kilometer lang ganz vorn, ehe Marten van Riel die Pole Position übernahm. Blummenfelt machte seinen Rückstand schnell wett und lief nach der Hälfte des Marathons nur noch zehn Sekunden hinter dem Belgier. In dieser Position blieb der Norweger bis Kilometer 33. Dann hatte der Topfavorit genug von den Spielchen und überholte van Riel. Mit diesem Move war das Rennen entschieden, denn Blummenfelt sorgte schnell für klare Verhältnisse. Mit 2:30:47 Stunden im Marathon ließ er sich den Sieg nicht mehr nehmen. Nur an der Weltbestzeit scheiterte er knapp.
Im Kampf um die weiteren Podestplätze setzte sich van Riel vor Stornes durch. Schomburg verlor noch drei Positionen und wurde Siebter. Erst fiel er hinter Vincent Luis (Frankreich) zurück. Kurz vor dem Ziel zogen auch noch Rudy van Berg und der Kanadier Brock Hoel vorbei. Hinter US-Star Sam Long erreichte Jan Stratmann das Ziel nach 7:42:10 Stunden als 16. Jonas Hoffmann und Paul Schuster belegten die Plätze 19 und 20.
Ironman Texas 2026 | Profi-Männer
18. April 2026 | The Woodlands, Texas (USA)| Platz | Name | Land | Gesamt | 3,8 km Swim | 180,2 km Bike | 42,2 km Run |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Kristian Blummenfelt | NOR | 7:21:24 | 48:33 | 3:57:46 | 2:30:47 |
| 2 | Marten van Riel | BEL | 7:22:56 | 48:17 | 3:58:02 | 2:32:41 |
| 3 | Casper Stornes | NOR | 7:23:50 | 48:26 | 3:57:05 | 2:33:00 |
| 4 | Vincent Luis | FRA | 7:25:29 | 48:18 | 3:58:10 | 2:34:52 |
| 5 | Rudy van Berg | USA | 7:29:34 | 49:58 | 3:55:35 | 2:40:03 |
| 6 | Brock Hoel | CAN | 7:29:56 | 48:22 | 3:58:02 | 2:39:24 |
| 7 | Jonas Schomburg | GER | 7:30:10 | 48:16 | 3:58:16 | 2:39:36 |
| 8 | Gustav Iden | NOR | 7:30:48 | 50:09 | 3:55:46 | 2:40:11 |
| 9 | Kieran Linders | GBR | 7:32:03 | 48:27 | 3:58:11 | 2:41:25 |
| 10 | Cameron Main | GBR | 7:33:02 | 48:24 | 3:57:51 | 2:43:06 |
| 16 | Jan Stratmann | GER | 7:42:10 | 48:32 | 3:57:21 | 2:52:08 |
| 19 | Jonas Hoffmann | GER | 7:44:33 | 50:19 | 4:06:46 | 2:43:07 |
| 20 | Paul Schuster | GER | 7:50:23 | 50:06 | 4:06:04 | 2:49:41 |
| 26 | Julian Becker | GER | 8:00:25 | 50:15 | 4:15:15 | 2:49:50 |
| 32 | Leonard Arnold | GER | 8:05:06 | 54:13 | 3:58:55 | 3:07:32 |
| 44 | Lukas Stahl | GER | 8:33:25 | 57:43 | 4:27:59 | 3:01:49 |
| DNF | Patrick Lange | GER | – | 52:07 |