Morgen startet der Ironman Texas – und für Johanna Ahrens spitzt sich die Vorbereitung weiter zu. Der Donnerstag hatte es in sich: letzte Tests im Wasser, das Pro-Briefing und ein erster Eindruck vom hochkarätigen Starterfeld. Teil 2 ihres Blogs aus den Woodlands.
Am Donnerstagvormittag stand für Johanna Ahrens die letzte wichtige Einheit im Wasser an – unter realistischen Wettkampfbedingungen: „Ich habe meinen Racesuit getestet, mit Swimskin oben drüber, weil wir vermutlich ohne Neoprenanzug schwimmen werden.“ Der Grund: Die Wassertemperatur liegt knapp unter der kritischen Marke. „Das Wasser hat fast 22 Grad, wie wir heute beim Briefing erfahren haben. Deswegen werden wir Profis ziemlich sicher ohne Neo schwimmen.“ Die endgültige Entscheidung fällt aber erst am Renntag.
„Mega gut besetztes Rennen“
Beim anschließenden Pro-Briefing wurde schnell klar, welche Qualität das Rennen hat: „Es ist ein mega, mega gut besetztes Rennen.“ Diese Einschätzung wurde auch offiziell bestätigt: „Es ist das Rennen, das neben der WM bisher das bestbesetzte Rennen bei sowohl den Frauen als auch den Männern sein wird.“
Für Johanna Ahrens ist das spürbar – auch emotional: „Es war auf jeden Fall richtig spannend, mal alle zu sehen, auch viele Gesichter, die selbst ich nur aus dem Fernsehen, Livestream oder Social Media kenne.“ Besonders die internationale Konkurrenz beeindruckt: „Wie unter anderem auch die Norweger – das ist natürlich schon was Besonderes.“
Große Namen, große Herausforderung
Mit rund 80 Männern und etwa 27 Frauen ist das Profifeld nicht nur groß, sondern vor allem extrem stark besetzt. „Ein, zwei haben abgesagt, aber ansonsten müssten so ziemlich alle am Start sein.“ Für Johanna Ahrens ist das eine Mischung aus Respekt und Motivation: „Ich finde gerade solche großen und sehr qualitativen Starterfelder richtig cool.“ Gleichzeitig bleibt sie realistisch: „Natürlich wäre es schön, mal auf dem Podium zu stehen, aber das werde ich am Samstag vermutlich anderen überlassen.“ Der Grund liegt auf der Hand: „Wenn fünf der Top-8-Athletinnen von Hawaii am Start sind, ist es einfach ein wahnsinnig gut besetztes Feld.“
Angriff nach schwierigem Schwimm-Block
Trotz der starken Konkurrenz setzt sich Ahrens eigene Ziele – gerade im Wasser. Nach einem Rückschlag zuletzt sieht sie sich wieder auf Kurs: „Ich hatte tatsächlich die letzten zwei Wochen ein bisschen Probleme beim Schwimmen durch meinen Sturz auf Mallorca.“ Doch die Zeichen stehen auf Besserung: „Ich bin heute das erste Mal wieder relativ schmerzfrei im Wasser gewesen.“ Entsprechend kämpferisch blickt sie nach vorne: „Ich freue mich, da vielleicht den einen oder anderen Akzent zu setzen und die eine oder andere vielleicht auch mal ein bisschen zu ärgern.“
Realistische Zielsetzung – und ein klares Ziel
Ihre Einordnung im Feld fällt differenziert aus: „Die Spitze ist unter sich unfassbar gut. Da werde ich realistischerweise nichts mitzureden haben.“ Dahinter sieht sie jedoch Chancen: „In den hinteren Top-Ten-Plätzen und alles, was bis Platz 15 geht, ist definitiv was möglich.“ Ein Ziel hat sie dabei klar im Blick: „Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich vielleicht noch um einen Hawaii-Slot etwas mitreden darf.“
Und trotz allem Realismus bleibt der sportliche Ehrgeiz: „Nichts ist unmöglich. Es wird sehr, sehr schwer werden, aber an seinen Herausforderungen wächst man bekanntlicherweise.“
Letzte Handgriffe vor dem Rennen
Nach Briefing und Expo stand am Nachmittag noch ein lockerer Lauf auf der Strecke an: „Nur ganz entspannt heute.“ Für Freitag ist eine letzte Aktivierung geplant, während die organisatorischen Themen bereits erledigt sind: „Ich habe heute noch die letzten Sachen am Rad erledigt, dass alles steht.“
Jetzt geht es darum, Ruhe zu bewahren: „Dass morgen vor allem dann auch kein allzu großer Stress mehr aufkommt und die letzten Vorbereitungen reibungslos funktionieren.“ Am Samstag um 13:25 Uhr MESZ fällt der Startschuss – in einem Rennen, das für Johanna Ahrens zur echten Standortbestimmung werden dürfte. Das Rennen wird live auf YouTube übertragen.