Weltklassefeld in Texas: Beim ersten großen Langdistanz-Highlight der Saison treffen Norweger, Belgier und Deutsche aufeinander. Auch bei den Frauen verspricht der Kampf zwischen Matthews, Knibb und Løvseth ein Rennen auf Topniveau.

Der Ironman Texas am 18. April in The Woodlands ist der erste große Prüfstein der Langdistanz-Saison 2026. Als nordamerikanische Ironman-Meisterschaft und vierter Stopp der Ironman Pro Series bietet das Rennen 175.000 US-Dollar Preisgeld, bis zu 5.000 Punkte für die Gesamtwertung sowie jeweils sechs Qualifikationsplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Mehr als 100 Profis stehen auf der Startliste. Die Dichte an Weltklasseathleten ist außergewöhnlich hoch und verleiht dem Rennen den Charakter einer vorgezogenen Weltmeisterschaft.
Blummenfelt gegen Lange, Schomburg und die norwegische Phalanx
Im Männerrennen steht Kristian Blummenfelt im Mittelpunkt. Der Olympiasieger und Ironman-Weltmeister reist als Vorjahressieger nach Texas und hat mit seinen beeindruckenden Siegen bei den Ironman-70.3-Rennen in Geelong und Oceanside bereits früh in der Saison ein Ausrufezeichen gesetzt. Die größte Herausforderung bekommt er aus den eigenen Reihen: Mit Casper Stornes und Gustav Iden sind zwei weitere norwegische Weltklasseathleten am Start, die das Rennen taktisch prägen können.
Mit Patrick Lange steht ihnen ein dreifacher Ironman-Weltmeister gegenüber, der seine Stärke vor allem auf der Laufstrecke ausspielen kann. Der Deutsche kennt das Rennen aus eigener Erfahrung – er gewann hier bereits zweimal. Dahinter formiert sich ein breit aufgestelltes Verfolgerfeld. Besonders Lionel Sanders, Sam Long und Rudy von Berg könnten im späteren Rennverlauf noch in den Kampf um die Podestplätze eingreifen. Jonas Schomburg reist nach seinem starken zweiten Platz beim Ironman 70.3 Oceanside mit Rückenwind an und dürfte erneut versuchen, das Rennen von vorne mitzugestalten.
Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem den beiden Belgiern Marten Van Riel und Jelle Geens, der in Texas sein Debüt über die Langdistanz gibt. Der amtierende Ironman-70.3-Weltmeister bringt viel Tempo aus der Mitteldistanz mit, muss sich jedoch erstmals über 226 Kilometer beweisen. Van Riel belegte im vergangenen Jahr bei der Ironman-WM in Nizza den vierten Platz. Nicht am Start steht hingegen Magnus Ditlev. Der Däne musste kurzfristig krankheitsbedingt absagen und fehlt damit als einer der stärksten Radfahrer im Feld.
Nach Lange und Schomburg wird das deutsche Aufgebot durch Leonard Arnold, Paul Schuster, Jan Stratmann, Jonas Hoffmann, Lukas Stahl, und Julian Becker ergänzt.
Matthews, Knibb und Løvseth im Fokus
Auch das Frauenrennen ist hochkarätig besetzt. Katrina Matthews geht als Favoritin ins Rennen. Die Britin ist nicht nur Titelverteidigerin der Ironman Pro Series, sondern hat den Ironman Texas bereits mehrfach gewonnen und führt auch in dieser Saison nach zwei Siegen die Gesamtwertung an.
Mit Solveig Løvseth steht ihr die amtierende Ironman-Weltmeisterin gegenüber, die mit Rang zwei beim Ironman 70.3 Oceanside in die Saison gestartet ist. Ergänzt wird das Spitzentrio durch Taylor Knibb. Die US-Amerikanerin bringt nach ihrem Sieg in Oceanside viel Selbstvertrauen mit und gilt aufgrund ihrer Radstärke als potenzielle Taktgeberin des Rennens.
Dahinter präsentiert sich das Feld breit aufgestellt. Athletinnen wie Hannah Berry, Lisa Perterer oder Jackie Hering haben bereits bewiesen, dass sie auf der Langdistanz konstant auf hohem Niveau performen können. Aus Deutschland am Start: Johanna Ahrens und Jana Uderstadt.
Schneller Kurs mit eigenen Herausforderungen
Der Kurs in The Woodlands gilt als einer der schnelleren im Ironman-Kalender, bringt aber eigene Anforderungen mit sich. Das Schwimmen im Lake Woodlands ist meist ruhig und erlaubt ein kompaktes Feld. Auf dem Rad wartet eine flache, aber windanfällige Strecke über den Hardy Toll Road, auf der konstante Leistung und Aeroposition entscheidend sind. Der Marathon führt über drei Runden rund um den See und durch zuschauerreiche Abschnitte wie den Bereich „Hippie Hollow“. Gerade die oft hohe Luftfeuchtigkeit und steigende Temperaturen im Tagesverlauf können dabei zum limitierenden Faktor werden.
Der Start des Rennens ist am Samstag um 13:25 Uhr deutscher Zeit (6:25 Uhr Orstzeit). Live zu sehen ist der Ironman Texas auf dem Ironman-YouTube-Kanal sowie via DAZN.









