Der Tag des Ironman Texas ist da – und bei Johanna Ahrens stand gestern alles im Zeichen der finalen Vorbereitung. Der Freitag verlief bewusst ruhig, fast schon routiniert. Ein finales Update vor dem Rennen.

Letzte Checks und Abschied vom Rad
Am Vormittag stand nur noch eine kurze Aktivierung auf dem Programm, dazu die klassischen To-dos: „Einfach nochmal alles durchchecken, ob alles in Ordnung ist, Fahrrad durchgucken, alle Sachen herrichten und nochmal das ganze Equipment checken.“
Am Nachmittag folgte dann einer der letzten wichtigen Schritte vor dem Rennen: das Einchecken in die Wechselzone. „Das Rad wegzubringen ist dann immer so der letzte Akt“, sagt Ahrens – und schätzt genau diesen Moment: „Ich finde das persönlich immer sehr gut, weil man hat dann einfach das Fahrrad nicht mehr zu Hause und einen Punkt weniger, um den man sich kümmern muss.“ Vor Ort ging sie noch einmal die Abläufe durch: „Wir haben uns die Strecke nochmal kurz angeschaut, den Schwimmausstieg, die Laufwege – nochmal alles visualisiert, damit das morgen auch klar ist.“


Carbo-Loading mit Augenzwinkern
Zurück in der Unterkunft stand dann das klassische Carbo-Loading an – allerdings nicht nur mit „klassischen“ Lebensmitteln: „Von normalem Essen wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, aber dann natürlich auch so richtig gesunde Sachen wie Softdrinks, Gummibärchen, alles Mögliche.“ Mit einem Lächeln ergänzt sie: „Das darf man fast keinem erzählen – auf jeden Fall nicht dem Zahnarzt.“
Früher Start, kurzer Schlaf
Der Blick richtet sich längst auf den Rennmorgen. Der Wecker wird früh klingeln: „Um fünf Uhr macht die Wechselzone auf, das heißt, kurz vor fünf dort sein.“ Entsprechend beginnt der Tag schon mitten in der Nacht: „Drei Uhr wahrscheinlich oder vielleicht sogar ein paar Minuten früher aufstehen, damit man alles stressfrei und gut organisiert bekommt.“
Premiere als Vollzeit-Profi
Für Ahrens ist dieses Rennen mehr als nur ein weiterer Ironman. Es markiert einen persönlichen Wendepunkt: „Für mich ist es auf jeden Fall morgen ein mega besonderes Rennen, einfach weil es das erste Rennen für mich wird als komplette Profiathletin.“ Bis Ende vergangenen Jahres arbeitete sie noch parallel im Büro – jetzt liegt der volle Fokus auf dem Sport: „Das heißt, für mich ist es jetzt das erste Vollzeit-Profi-Rennen, was auf jeden Fall eine besondere Herausforderung wird.“ Die Vorfreude ist spürbar: „Ich freue mich mega drauf und bin gespannt, was der morgige Tag so mit sich bringt.“
Hitze, Highway und drei Laufrunden
Auch ein letzter Blick auf die Bedingungen gehört zum Pflichtprogramm. Die Prognose: heiß. „Es soll morgen relativ warm werden. Wenn die Sonne mal draußen ist hier, ist es sehr, sehr warm schnell und hat dann doch schon so gute 30 Grad.“
Geschwommen wird im Lake Woodlands, einem künstlich angelegten See. Danach wartet eine spezielle Radstrecke: „Nach den ersten 30 Kilometern geht es eigentlich den ganzen Rest der Strecke auf dem Highway – das sind 150 Kilometer hin und her.“ Eine Strecke, die vor allem aerodynamisch fordert: „Wir werden eigentlich die ganze Zeit in Aero-Position unterwegs sein.“ Immerhin: „Der Wind hält sich zum Glück in Grenzen.“ Zum Abschluss folgt ein dreirundiger Marathon rund um den See: „Da ist zum Glück auch ein bisschen Schatten immer mal wieder auf der Laufstrecke, aber heiß wird es vermutlich trotzdem.“
Unterstützung von außen
Zum Schluss richtet Ahrens noch einen Wunsch an die Fans: „Wir freuen uns natürlich über jeden, der vor Ort sein sollte, der uns anfeuert – ich spreche im Namen von allen deutschen Athleten.“ Und auch die Zuschauer daheim sind Teil des Ganzen: „Natürlich auch über alle, die von zu Hause mit dabei sind.“ Am Samstag geht es los – um 13:25 Uhr deutscher Zeit für die Männer, fünf Minuten später auch für Johanna Ahrens – in ein Rennen, das sportlich wie persönlich eine neue Phase einläutet. Der Ironman Texas wird live auf YouTube übertragen.









