Profi Johanna Ahrens nach Ironman Texas: „Ich wollte dieses Ding um jeden Preis ins Ziel bringen“

Der Ironman Texas ist Geschichte – und für Johanna Ahrens war es ein Rennen mit zwei Gesichtern. Lange Zeit lief alles nach Plan, ehe sie auf der Laufstrecke einbremst wurde. Am Ende steht Platz 13 – und eine Erfahrung, die sie so schnell nicht vergessen wird.

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„Es war ein sehr ereignisreicher Tag heute“, sagt Johanna Ahrens nach dem Rennen. Der begann früh: „Um 3.30 Uhr hat der Wecker geklingelt. Dann sind wir zur Wechselzone gefahren, um 5 Uhr haben wir das Rad eingecheckt – und um 6:30 Uhr war schon Start.“

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Schwimmen in der Gruppe: „Das war richtig cool“

Schon im Wasser zeigte sich ein ungewohntes Bild für die Deutsche: „Dadurch, dass ein paar schnelle Mädels am Start waren, hat sich tatsächlich mal eine größere Gruppe gebildet.“ Das Ergebnis: „Ich glaube, wir sind zu siebt aus dem Wasser gekommen – das war ehrlich gesagt ziemlich cool.“ Gerade das kennt Ahrens sonst anders: „Oft schwimme ich einfach alleine im Wasser, wenn sich vorne eine Gruppe bildet. Und das war heute cool.“

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Zeitstrafe bremst auf dem Rad

Auch auf dem Rad lief es zunächst vielversprechend: „Wir sind zu fünft zusammen aufs Rad gegangen. Es hat Spaß gemacht, war richtig cool.“ Dann jedoch der erste Rückschlag: „Ich habe leider eine Zeitstrafe bekommen, weil mich eine Athletin überholt hat und ich anscheinend nicht innerhalb der 25 Sekunden wieder aus der Drafting-Zone war.“ Mit einem Schulterzucken ordnet sie die Situation ein: „So ist es manchmal – die amerikanischen Kampfrichter sind ja auch bekannt dafür, gerne mal Zeitstrafen zu vergeben.“ Die Strafe musste sie bei Kilometer 60 absitzen – mit Folgen: „Danach war die Gruppe natürlich weg.“ Trotzdem fand sie zurück in ihren Rhythmus: „Ich konnte mich recht gut auf mich selbst konzentrieren und die Radstrecke konstant absolvieren.“

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Stark begonnen – dann der Einbruch

Beim Wechsel auf die Laufstrecke lag Ahrens aussichtsreich im Rennen: „Ich bin auf Platz acht oder neun vom Rad abgestiegen.“ Die ersten Kilometer liefen genau nach Plan: „Ich konnte das gut umsetzen, wie ich es mit meinem Trainer besprochen hatte. Am Anfang musste ich mich sogar bremsen, nicht zu schnell zu laufen.“

Doch dann kippte das Rennen: „Irgendwann hat sich mein Bauch komisch angefühlt, irgendwie gespannt – und es fühlte sich nicht gut an.“ Ab etwa Kilometer 25 ging plötzlich nichts mehr: „Ich musste mehrere Gehpausen einlegen und konnte nicht mehr richtig ins Laufen kommen.“

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„Ich habe keine Luft mehr bekommen“

Die Situation spitzte sich dramatisch zu: „Ich habe teilweise keine Luft mehr bekommen und bin auch ein bisschen getaumelt – das war keine gute Erfahrung.“ Die Ursache vermutet Johanna Ahrens im Magen: „Bei Kilometer 27 oder 28 bin ich das losgeworden, was noch im Magen war.“ Danach wurde es zumindest etwas besser: „Ich konnte zum Glück die letzten sieben Kilometer wieder laufen.“

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Kein DNF – um jeden Preis

Trotz aller Probleme war Aufgeben keine Option: „Ich habe von Anfang an gesagt: Es spielt keine Rolle, wie es mir geht – ich will dieses Ding um jeden Preis ins Ziel bringen.“ Ein DNF kam für sie niemals infrage: „Ich wollte auf keinen Fall da stehen haben, dass ich nicht ins Ziel gekommen bin.“ Und dieser Wille trug sie ins Ziel – wenn auch mit deutlichen Einbußen: „Durch die vielen Gehpausen hatte ich keine Chance mehr, um Platz zehn mitzureden.“

Platz 13 – Hawaii außer Reichweite

Am Ende steht Rang 13 in etwa 9:15 Stunden: Der langsamste Laufkilometer lag bei 15 Minuten. Damit verpasst Johanna Ahrens auch vorerst ihr großes Ziel: „Dementsprechend wird es vermutlich keinen Hawaii-Slot für mich geben.“ Die Enttäuschung ist spürbar – vor allem, weil das Rennen lange so gut lief: „Ich habe mir das ganz anders vorgestellt, weil es bis dahin wirklich gut gelaufen ist und ich mich sehr gut gefühlt habe.“

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„Ich würde jederzeit wiederkommen“

Trotz allem zieht Ahrens ein positives Fazit – besonders vom Event selbst: „Es war wirklich mega, mega cool.“ Vor allem die Organisation überzeugt sie: „Die war hervorragend, die Leute durchweg freundlich – das Rundum-Paket hat gepasst.“ Auch die Verpflegung auf der Laufstrecke hebt sie hervor: „Alle zwei Kilometer eine Station, überall Eis – da können sich die Europäer eine Scheibe abschneiden.“

Texas als Rennziel: Empfehlung mit Einschränkungen

Ihr Gesamturteil fällt klar aus: „Ich kann jedem nur empfehlen, so ein Rennen in den USA mal auszuprobieren.“ Auch wenn Texas kein klassisches Triathlon-Mekka ist: „Zum Trainieren ist es nicht optimal, gerade was Rad- und Laufstrecken angeht.“ Für den Wettkampf selbst aber gilt: „Dafür ist es absolut mega gut geeignet.“ Für Johanna Ahrens endet damit ein intensiver Tag – mit Rückschlägen, aber auch mit einer klaren Erkenntnis: Aufgeben ist keine Option.

Ironman Texas 2026 | Profi-Frauen

18. April 2026 | The Woodlands, Texas (USA)
PlatzNameLandGesamt3,8 km Swim180,2 km Bike42,2 km Run
1Solveig LøvsethNOR8:11:0956:444:20:222:49:52
2Taylor KnibbUSA8:14:4853:364:22:262:54:06
3Marta SanchezESP8:31:0653:314:32:562:59:41
4Jackie HeringUSA8:36:2656:594:35:312:58:44
5Grace ThekAUS8:40:4456:544:36:093:03:02
6Sara SvenskSWE8:41:381:05:164:33:192:58:10
7Hannah BerryNZL8:43:1656:294:29:233:12:41
8Jana UderstadtGER8:55:341:04:264:35:583:10:56
9Kate CurranGBR9:00:4056:574:49:283:09:28
10Gabrielle LemkesUSA9:04:5257:134:38:373:24:32
13Johanna AhrensGER9:15:1257:104:40:133:33:14

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Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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