Kurz nach dem Ironman Texas wirkt bei Johanna Ahrens noch vieles nach. Die Eindrücke sind frisch, das Rennen noch präsent – und die Einordnung fällt entsprechend ehrlich aus.

„Es fühlt sich immer noch ein bisschen surreal an. Ich habe mir natürlich etwas anderes vorgestellt“, sagt sie. Und dennoch: „Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit mir und dem, was ich zeigen konnte.“
Siegerehrung ohne Slot – und mit Realismus
Trotz Platz 13 war Ahrens bei der Siegerehrung dabei – und nutzte die Gelegenheit zum Austausch: „Es war ein sehr schönes Ambiente und es war einfach schön, sich nochmal mit dem einen oder anderen Agegrouper zu unterhalten und die Top Ten zu beglückwünschen.“ Die Vergabe der Hawaii-Slots lief erwartungsgemäß: „Von den Top Ten waren vier bereits qualifiziert, die restlichen sechs haben den Slot bekommen.“ Für sie selbst blieb nichts übrig – überraschend war das nicht: „Ich bin, wie erwartet, leer ausgegangen.“
Ganz ohne Enttäuschung geht es dennoch nicht: „Es ist natürlich immer wieder ein bisschen ernüchternd.“ Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: „Es gibt dieses Jahr noch ein paar Chancen.“ Eine Option steht bereits im Raum: „Eventuell werde ich dieses Jahr noch in Hamburg am Start sein – aber das muss ich mir noch gut überlegen.“
Regeneration und Analyse
Zunächst steht Erholung im Fokus: „Ich werde vermutlich die nächsten zehn Tage keinen Trainingsplan haben, sondern einfach das machen, worauf ich Lust habe.“ Ein paar Tage Urlaub in Texas sind ebenfalls eingeplant, bevor es zurück in die strukturierte Arbeit geht. Gemeinsam mit ihrem Trainer Utz Brenner will sie das Rennen im Detail aufarbeiten: „Wir werden das analysieren – wie es dazu gekommen ist, wie die Werte waren und woran es gelegen hat, dass ich es nicht so ins Ziel bringen konnte wie geplant.“
Ein zentraler Punkt dabei: die Ernährung. „Es hat sicherlich auch etwas mit der Ernährung zu tun. Da werden wir dran arbeiten und vielleicht auch mal den einen oder anderen Hersteller ausprobieren.“ Für Ahrens ist klar: „Am Ende ist das immer Trial and Error – man muss herausfinden, womit man im Rennen wirklich klarkommt.“
Austausch auf Augenhöhe
Neben der Analyse hilft auch der Austausch mit anderen Profis. Besonders ein Gespräch blieb hängen: „Ich war gestern Abend noch mit den anderen Deutschen und unter anderem auch mit Katrina Matthews beim Abendessen.“ Die Britin musste ihr Rennen nach einem Defekt beenden – ein Beispiel dafür, wie schnell sich ein Wettkampf drehen kann: „Es tut gut, sich auch mit einer Vizeweltmeisterin über solche Misserfolge zu unterhalten.“ Die Erkenntnis: „Man merkt einfach, es geht jedem manchmal so. Es ist nicht garantiert, dass immer alles glatt geht.“
Zwischen Erholung und Texas-Erfahrung
Der Tag danach verlief bewusst ruhig: ein lockeres Schwimmen, viel Regeneration. „Ich bin vielleicht 700, 800 Yards geschwommen und habe mich danach lieber noch 15 Minuten in den Whirlpool gesetzt“, erzählt sie. Auch abseits des Sports sammelte Ahrens Eindrücke, doch nicht alle geplanten Aktivitäten wurden umgesetzt: Ein Besuch auf einer Shooting Range wurde kurzfristig verworfen. „Wir haben uns nicht so richtig wohlgefühlt und es dann gelassen.“ Mit einem Lächeln nimmt sie es sportlich: „War trotzdem interessant, sich das mal anzuschauen.“

Fazit einer intensiven Reise
Nach einem ereignisreichen Wochenende zieht Ahrens ein positives Gesamtfazit: „Es war für mich einfach etwas wirklich Besonderes – ein riesengroßes Starterfeld und tolle Begegnungen.“ Und sie hofft, ihre Eindrücke geteilt zu haben: „Ich hoffe, euch Userinnen und Usern auf tri-mag.de hat es gefallen, dass ich euch hier ein bisschen mitgenommen habe und ein paar Einblicke aus meiner Reise nach Texas geben konnte.“ Für Johanna Ahrens geht es nun in die Regeneration – und dann in die nächste Phase der Saison.









