Sebastian Kienle gewinnt Challenge Roth

Nach zwei zweiten Plätzen hat sich Sebastian Kienle den Traum vom Roth-Sieg erfüllt. Andreas Dreitz' starke Vorstellung wird mit Rang 2 belohnt.

Von > | 1. Juli 2018 | Aus: SZENE

Sebastian Kienle gewinnt die Challenge Roth 2018.

Sebastian Kienle gewinnt die Challenge Roth 2018.

Foto >Michael Rauschendorfer

Um 6:30 Uhr fiel bei besten Bedingungen der Startschuss zum 35. Jubiläum des Langdistanz-Klassikers in Roth. Angenehme Temperaturen, Sonnenschein und kaum Wind versprachen von Beginn an ein schnelles Rennen. Auch in diesem Jahr war das Schwimmen mit Neoprenanzug erlaubt. Auf den 3,8 Kilometern der Auftaktdisziplin zeigte sich allerdings ein ungewohntes Bild: Denn niemand konnte sich entscheidend absetzen und so bestand die Spitzengruppe aus rund 20 Athleten mit allen Favoriten wie Sebastian Kienle, Andreas Dreitz, James Cunnama, Jesse Thomas, Sven Riederer und Cameron Wurf. Nach schnellen Schwimmzeiten im Bereich zwischen 47 und 48 Minuten kam die große Gruppe schließlich in die erste Wechselzone. Dort wechselten Kurzdistanz-Spezialist Sven Riederer sowie Paul Schuster am schnellsten und nahmen den Radkurs zuerst in Angriff.

Wurf und Kienle bleiben unter Frodenos Radstreckenrekord

Bereits nach wenigen Kilometern machten die „Überbiker“ Cameron Wurf und Sebastian Kienle klar, dass sie ihrem Ruf bei der Challenge Roth 2018 gerecht werden wollen. Nach etwa zehn Kilometern übernahm Wurf, der im vergangenen Jahr den Radsteckenrekord des Ironman Hawaii einstellte, die Führung des Rennens. Schnell kristallisierte sich ein Führungstrio mit Wurf, Kienle und Jesse Thomas (USA) heraus. Nachdem zuvor schon Niclas Bock aus der Spitzengruppe herausfiel, musste auch Thomas nach gut 80 Kilometern abreißen lassen. Andreas Dreitz arbeitete sich derweil vor, überholte nach der ersten Radrunde schließlich auch Thomas und fuhr alleine an dritter Position.

Etwa 35 Kilometer vor Ende der Radstrecke legte Ex-Radprofi Cameron Wurf noch einmal den Turbo ein und schüttelte Sebastian Kienle ab. Die Radzeit von 4:05:36 Stunden brachte Wurf einen neuen Radstreckenrekord ein. Die ehemalige Bestzeit stammte von Jan Frodeno aus dem Jahr 2016 und lag bei 4:08:07 Stunden. Auch Sebastian Kienle blieb mit einem Split von 4:07:28 Stunden unter der alten Bestmarke. Mit 1:59 Minuten Vorsprung vor Kienle ging Wurf schließlich auf die Laufstrecke. Andreas Dreitz startete 6:10 Minuten hinter dem Australier in den Marathon. Die Mitfavoriten Jesse Thomas, James Cunnama und Joe Skipper mussten einen satten Rückstand von 13, 17 und 18 Minuten hinnehmen. 

Kienle läuft zum Sieg

Wurfs Vorsprung auf der Laufstrecke war allerdings nur von kurzer Dauer. Nach etwa vier Kilometern übernahm Sebastian Kienle die Führung des Rennens. Auch Andreas Dreitz überholte den 34-Jährigen nach gut zehn Kilometern und später zieht auch noch Jesse Thomas vorbei. Die beiden Deutschen Dreitz und Kienle liefen das erste Viertel des Marathons in fast identischem Tempo — etwa 3:50 Minuten pro Kilometer. Ab der Halbmarathonmarke wurde der Klassenunterschied zwischen Kienle und Dreitz dann aber deutlich. So konnte Sebastian Kienle bei Kilometer 30 den Vorsprung bereits auf 6 Minuten ausbauen. 12 Kilometer vor Schluss begann Andreas Dreitz das erste Mal damit, an den Verpflegungsstellen Gehpausen einzulegen, um sich bewusst zu verpflegen, behielt aber das Rennen unter Kontrolle und sicherte souverän Platz 2 ab.

Sebastian Kienle lief in beeindruckender Manier einem ungefährdeten Sieg entgegen. Mit einem Marathon in 2:47:45 Stunden machte er schließlich den langersehnten Roth-Sieg mit einer schnellen Zeit von 7:46:23 Stunden perfekt. Auf Platz zwei folgte 7 Minuten später ein überwältigter Andreas Dreitz, der sich vor heimischer Kulisse gebührend für seinen Erfolg feiern ließ. Nur eineinhalb Minuten später lief Jesse Thomas ins Ziel ein nach einem Marathon in 2:44:52 Stunden.

Name

Nation

Gesamt

3,8 km swim

180 km bike

42,2 km run

1

Sebastian Kienle

GER

7:46:23

2

Andreas Dreitz

GER

7:53:06

47:50

4:11:47

2:50:20

3

Jesse Thomas

USA

7:54:38

47:51

4:19:05

2:44:52

4

Joe Skipper

GBR

7:56:57

47:59

4:07:29

2:47:45

5

Cameron Wurf

AUS

7:58:17

47:59

4:05:37

3:01:42

6

James Cunnama

RSA

7:59:15

47:55

4:22:21

2:46:04

7

Evert Scheltinga

NED

8:04:28

47:49

4:21:53

2:51:49

8

Bryan McCrystal

IRL

8:07:37

53:58

4:09:46

2:59:42

9

Lukas Krämer

GER

8:08:21

52:17

4:25:28

2:47:45

10

Paul Schuster

GER

8:14:55

47:48

4:24:58

2:59:19

Swipe me