Du trainierst, ohne einen bestimmten Wettkampf im Blick zu haben? Willkommen in der Phase, die viele fürchten. Und die langfristig die stärksten Athleten formen kann. Wer jetzt falsch trainiert, verliert Motivation und Substanz. Wer sie versteht, baut Form auf, die jederzeit abrufbar ist.
Dieser lähmende Zustand der Machtlosigkeit. Und diese Ungewissheit. Als Triathlet liebst du Planung. Ein roter Kreis im Kalender wirkt wie ein Beruhigungsmittel: für den Kopf, für den Alltag, für dein Training. Doch was passiert, wenn dieser Fixpunkt fehlt? Kein Hauptwettkampf, keine klare Saisonplanung, vielleicht nicht einmal die Gewissheit, ob du in dieser Saison überhaupt starten wirst. Viele Athletinnen und Athleten erleben genau das. Sie trainieren, investieren Zeit – aber die Saisonziele bleiben offen. Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr: Wie werde ich auf den Punkt topfit? Sondern: Wie trainiere ich sinnvoll, wenn ich nicht weiß, wofür?
Der Unterschied beginnt im Kopf
Peakorientiertes Training und offener Formaufbau wirken zunächst wie Gegensätze, zeigen aber aus trainingswissenschaftlicher Sicht einige Parallelen auf. „Ein wesentlicher Punkt liegt für mich auf der mentalen Ebene“, betont Ben Reszel. Der Coach, der Patrick Lange 2024 zum Ironman-Weltmeistertitel führte und mit Athleten wie Jelle Geens und Mika Noodt, aber auch Agegroupern arbeitet, kennt diese Realität aus der täglichen Praxis.