Sportmedizin: Übers Knie hinaus

Schwimmen genießt zu Recht den Ruf, eine gesunde Sportart zu sein. Unfälle und akut auftretende Verletzungen kommen selten vor. Dafür kann Verschleiß zu empfindlichen Schmerzen führen.

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Zwar ist Schwimmen unter den Triathlondisziplinen die, bei der die unteren Extremitäten und Gelenke am wenigsten belastet werden. Verletzungsrisiken lauern jedoch auch im Wasser. Vor allem diejenigen, die auf Brustschwimmen setzen, dürften das bemerken. Die Knie sind bei dieser Schwimmart extremen Bewegungen ausgesetzt. Die Außenrotation der Unterschenkel führt bei jeder Grätsche zu sehr schnellen Drehbewegungen im Kniegelenk, das für derartige Impulse eigentlich nicht konstruiert ist. Mit der Zeit können durch die Reizung Kniebeschwerden auftreten, Ärzte sprechen dann vom Schwimmerknie. Am häufigsten betroffen sind dabei die Kniescheibe, der Innenmeniskus und die Innenbänder. Neben langem Brustschwimmen ist der häufige Flosseneinsatz mit harten Blättern Gift für die Knie. Nicht zuletzt stellen auch die zahlreichen Wandabstöße bei den Wenden eine übermäßige Belastung dar, die zwar nicht oft, aber gelegentlich zu Problemen führen kann. Laut einer Studie klagt jeder dritte Leistungsschwimmer beziehungsweise jede dritte Leistungsschwimmerin unabhängig von der Hauptschwimmart mindestens einmal während der Laufbahn über schmerzende Knie.

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Schmerzende Gelenke sind ein Warnzeichen des Körpers, das man ernst nehmen sollte. Brustschwimmer sollten in jedem Fall bis zum Abklingen der ­Schmerzen pausieren oder auf andere Schwimmarten umsteigen und im Anschluss das Gelenk durch gezieltes Krafttraining stabilisieren. Auch ohne akute Knieschmerzen gilt es im Training, die Belastung für die Gelenke gering zu halten.

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Funktionsweise: Das Knie ist eines der komplexesten und größten Gelenke im Körper. Es funktioniert mechanisch wie ein ­einseitig begrenztes Scharnier. Aufgrund seiner raffinierten Struktur bietet es aber auch einen gewissen Spielraum für leichte Verdrehungen um die Längsachse. Mehrere Bänder und Sehnen sorgen für Stabilität. Die wichtigsten sind das vordere und das hintere Kreuzband sowie die Seitenbänder außen und innen. Im Inneren des Knies puffern zwei sichelförmige Knorpelscheiben, die Menisken, Stoß- und Druckbelastungen ab.

Extrembelastungen vermeiden

Wer bereits mit Knieschmerzen zu kämpfen hat, sollte neben Drehimpulsen auch Bewegungen vermeiden, bei denen übermäßig Druck auf das Knie ausgeübt wird. Dazu zählt unter anderem die Dehnung der vorderen Oberschenkelmuskulatur, bei der ein extrem spitzer Winkel im Gelenk erzeugt wird, sowie Dehnübungen im Schneidersitz. Beim Krafttraining tabu ist die tiefe Kniebeuge mit zusätzlicher Last.

Kräftigung wirkt wahre Wunder

Wichtigste Maßnahme nach dem Abklingen der Schmerzen oder zur Vorbeugung ist regelmäßiges und ausgewogenes Krafttraining der gesamten Muskulatur rund um das Kniegelenk. Eine starke Muskelkette stabilisiert das Knie und lässt Schmerzen oftmals gar nicht erst aufkommen. Als Übungen bieten sich das Heben und Senken des gestreckten Beins im Sitzen, langsame Kniebeugen im schmerzfreien Bereich und Step-ups an. Starte mit zehn Wiederholungen und steigere dich nach und nach bis 20. Deine Koordination im Kniegelenk kannst du zusätzlich durch Übungen im Einbeinstand verbessern.

PECH-Regel: Bei akutem Knieschmerz verschafft man nach diesem Schema Linderung

  • Pause: sofortige Entlastung und Schonung
  • Eis: Kühlung gegen die Schmerzen
  • Compression: Ein Druckverband verhindert Schwellungen
  • Hochlagern: beschleunigter Abtransport von Flüssigkeit
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Peter Jacob
Peter Jacob
Abitur, Studium der Sportwissenschaft und Volontariat bei dpa änderten nichts daran, dass Peter eines blieb: Ausdauersportler mit Leidenschaft. Auch wenn der Hamburger heute öfter die Laufschuhe schnürt, sind die Stärken des ehemaligen Leistungsschwimmers klar verteilt. Man munkelt, die Sportart Swimrun sei nur für ihn erfunden worden.

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