Das Hoala Swim, das traditionelle Trainingsschwimmen auf der Originalstrecke der Ironman-WM, ist in diesem Jahr auf die halbe Distanz gekürzt worden. Es fällt ins Zeitfenster der Würfelquallen. Die biologische Logik dahinter ist bestechend. Und sie erklärt, warum sich das Problem fast auf den Tag genau vorhersagen lässt.

Das Hoala Swim wird in diesem Jahr nur über die Hälfte der ursprünglich geplanten Distanz von 3,8 Kilometern ausgetragen. Datum und Ort aber bleiben: Sonntag, 4. Oktober 2026, in der Bucht von Kailua-Kona, rund eine Woche vor dem WM-Renntag am 10. Oktober. Der entscheidende Kalendereintrag steht aber am Himmel: Der September-Vollmond fiel 2026 auf den 26. September (Hawaii-Zeit). Und genau an dieses Datum knüpft sich die Quallen-Faustregel, die auf Hawaii so verlässlich ist wie der Passatwind: Acht bis zehn Tage nach Vollmond kommen die Würfelquallen an die Küste. Rechnet man das aus, landet man beim 4. bis 6. Oktober, dem Wochenende des Hoala Swim.
„Wie kleine Elektroschocks“
Verantwortlich ist Alatina alata, die hawaiianische Würfelqualle – ein Nesseltier aus der Klasse der Cubozoa, verwandt mit der gefürchteten australischen Seewespe, für Menschen aber nicht tödlich, dafür schmerzhaft brennend. Simon Müller, Redaktionsmitglied von tri-mag.de, erinnert sich an seine Begegnung mit den Tieren beim Hoala Swim am 6. Oktober 2019. „Ich habe damals ziemlich intensive Erfahrungen mit Quallen gemacht. Die ersten rund 1,5 Kilometer waren komplett unauffällig. Dann habe ich zunächst einen deutlichen Stich am Bein gespürt und kurz darauf beim Weiterschwimmen einen größeren Kontakt am linken Unterarm gehabt“, erzählt er.
Anschließend habe er im Wasser immer wieder ein Stechen und Zucken im ganzen Körper gespürt, „fast wie kleine Elektroschocks“. Bemerkenswert: Auch an Stellen, die gar keinen direkten Kontakt mit der Qualle hatten, spürte Müller die Auswirkungen. „Teilweise war das so intensiv, dass ich immer wieder ins Brustschwimmen wechseln, kurz anhalten und mich sammeln musste. Ich habe damals sogar kurz überlegt, mich auf eines der Begleitboards aus dem Wasser ziehen zu lassen. Dabei habe ich auch gesehen, dass mehrere andere Athleten wegen ähnlicher Probleme aus dem Wasser geholt wurden.“ Nachdem er ins Ziel gekommen war, hatte er am Unterarm eine größere gerötete und geschwollene Stelle. „Die hat noch über zwei bis drei Tage Flüssigkeit abgesondert und war durch Schmerzen, Brennen und Juckreiz ziemlich unangenehm.“









