Sonntag, 8. Februar 2026

Zwischen Wettkampf und Wildnis: Warum der Sport mehr Freiheit zulassen könnte

Während Gravel und Trailrunning vom Versprechen der Freiheit leben, wirkt der Triathlon oft perfekt organisiert, aber erzählerisch leiser. Ein Blick darauf, warum der Sport alles bietet, was er braucht, nur nicht immer dort, wo alle hinschauen.

Wagner Araújo

Der Triathlon steht an einem spannenden Punkt seiner Entwicklung. Er war selten so professionell wie heute, selten so gut organisiert, medial so sichtbar und sportlich auf einem Niveau, das vor zwanzig Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Leistungsdichte, Trainingsmethodik und Materialentwicklung haben den Sport in eine neue Dimension geführt. Und doch beschleicht viele Athletinnen, Athleten und auch langjährige Beobachter ein leises Gefühl der Entfremdung. Nicht, weil der Triathlon schlechter geworden wäre, sondern weil er in Teilen vorhersehbarer wirkt.

- Anzeige -

Zwischen Ordnung und Sehnsucht nach Freiheit

Während andere Ausdauersportarten wie Gravel, Trailrunning oder Ultracycling mit Begriffen wie Freiheit, Abenteuer und Selbstbestimmung aufgeladen sind, erscheint der Triathlon bisweilen wie ein perfekt getaktetes Uhrwerk. Alles funktioniert, alles ist geregelt, alles ist vergleichbar. Genau darin liegt seine Stärke und vielleicht auch seine aktuelle Herausforderung. Die Frage ist deshalb nicht, ob der Triathlon eine Zukunft hat. Sondern welche.

Was viele der neuen, boomenden Formate so attraktiv macht, ist weniger ihre sportliche Härte als ihr Versprechen. Gravel-Rennen, Trail-Events oder Unsupported-Ultras erzählen Geschichten von Selbstwirksamkeit, vom Umgang mit Ungewissheit, von Erlebnissen, die sich nicht vollständig planen lassen. Strecken sind weniger normiert, Regeln zum Teil bewusst reduziert. Der Reiz entsteht nicht allein aus der Leistung, sondern aus der Erfahrung und aus dem Gefühl, Teil von etwas zu sein, das nicht bis ins letzte Detail durchorganisiert ist.

Warum Vergleichbarkeit nicht alles ist

Mit triathlon+ weiterlesen

Mit triathlon+ verpasst du keine spannenden Inhalte mehr. Für nur € 9,95 pro Monat bekommst du außerdem die Zeitschrift triathlon ins Haus und kannst in 30.000 Seiten unseres Digitalarchivs stöbern.

Jetzt Mitglied werden

Du bist bereits Mitglied? Hier einloggen

Happy Valentine's Day

Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

Verwandte Artikel

Frederic Funk: „Ich jage der Hawaii-Qualifikation nicht hinterher“

Was für ein Jahr: Sturz bei The Championship, Rang fünf bei der Challenge Roth, verpasste Hawaii-Qualifikation und Ellenbogenbruch. Für Profi-Triathlet Frederic Funk heißt es 2026: Neustart. Auf der Langdistanz. Im Interview spricht er über seine Ziele, Hemmungen und neue Wege.

Leistung verstehen: Warum Training wirkt

Jede Trainingseinheit erfüllt einen bestimmten Zweck, der Trainingsplan behält das große Ganze im Blick: die Steigerung deiner Leistungsfähigkeit. Um dieses Gesamtkonzept zu verstehen, lohnt ein genauerer Blick auf die physiologischen Prozesse, die dahinterstecken.

ePaper | Abo

Unser Newsletter

Newsletter triathlon

Aktuelle Beiträge

Frederic Funk: „Ich jage der Hawaii-Qualifikation nicht hinterher“

0
Was für ein Jahr: Sturz bei The Championship, Rang fünf bei der Challenge Roth, verpasste Hawaii-Qualifikation und Ellenbogenbruch. Für Profi-Triathlet Frederic Funk heißt es 2026: Neustart. Auf der Langdistanz. Im Interview spricht er über seine Ziele, Hemmungen und neue Wege.