Zwischen Trend und Klassiker: Die „Zone 2“ ist zum Popstar unter den Trainingsmethoden aufgestiegen. Warum eigentlich? Und wie neu ist der Ansatz überhaupt? Was wirklich hinter dem Hype steckt.

„Zone 2 ist auch nur GA1.“ Donald Trump hält triumphierend ein von ihm unterschriebenes Dokument mit diesem Text in die Kamera. Die Claqueure im Hintergrund schauen glücklich und zufrieden, während der strittige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika mit süffisantem Gesichtsausdruck seine Botschaft präsentiert. Ein weiteres Dekret seiner aktuellen Amtszeit? So weit kommt es dann doch nicht. Es ist ein Meme, mit dem Mario Schmidt-Wendling, Coach von zahlreichen Agegroupern und Profitriathleten, im vergangenen Jahr die Diskussion um das Thema „Zone 2“ in den sozialen Medien ironisiert hat. In den vergangenen Jahren ist ein regelrechter Hype um diesen Trainingsbegriff entstanden. Zurecht?
Drei Faktoren
Der Hype fußt vor allem auf drei Faktoren: einem catchy Begriff, einer effektiven Trainingsform und Vorbildern, die diese in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Coaches und Mediziner wie Andrew Coggan oder Iñigo San Millán haben den Begriff populär gemacht. Der dreifache Tour-de-France-Sieger Tadej Pogačar wird nicht müde zu erklären, dass Zone-2-Training zu seinen absoluten Favoriten zählt und er gar nicht genug Zeit in diesem Bereich verbringen kann. Zone 2 – bitte englisch aussprechen –, das klingt gleichermaßen hip wie nebulös und doch konkret. „Marketingtechnisch ist das spannender als der Begriff Grundlagenausdauer“, gibt auch Mario Schmidt-Wendling zu. „Aber hier hat niemand das Rad neu erfunden.“
Die Begrifflichkeit kann stattdessen durchaus für Verwirrung sorgen. Denn eine allgemeingültige Nomenklatur der Trainingsbereiche gibt es nicht. „Das ist schwierig. Denn eine Zone 2 kann grundsätzlich ganz unterschiedliche Bereiche markieren“, sagt Ben Reszel, Coach unter anderem von Shootingstar Mika Noodt. „Das ist dann abhängig davon, ob du als Athlet und Trainer ein Drei-, Fünf-, Sieben- oder Acht-Zonen-Modell für dein Training nutzt.“











