Beim Ironman Leeds fiel das Schwimmen wegen einer Cyanobakterienblüte aus. Auch an deutschen Seen und Ostseestränden gelten derzeit Warnungen. Warum selbst ausgezeichnete Wasserwerte keine Garantie für den Rennmorgen sind – und woran du erkennst, wie gut ein Veranstalter vorbereitet ist.
Die Entscheidung fiel weniger als 24 Stunden vor dem Start. Am Samstag, 15. August, teilte Ironman mit, dass beim Ironman Leeds weder das geplante Probeschwimmen noch die 3,8 Kilometer lange Auftaktdisziplin stattfinden könnten. Eine weitere Untersuchung des Waterloo Lake hatte Cyanobakterienwerte ergeben, die nach Angaben der Organisatoren deutlich oberhalb der empfohlenen Sicherheitsschwelle lagen.
Aus der Langdistanz wurde für rund 2.000 Teilnehmer ein Bike-and-Run: 180 Kilometer Radfahren, anschließend der Marathon. Für viele Athleten war die Absage trotz des nachvollziehbaren Gesundheitsrisikos bitter. Besonders betroffen waren diejenigen, die in Leeds ihre erste Langdistanz absolvieren wollten.
Deutschland ebenfalls betroffen
Leeds ist kein britisches Einzelphänomen. Mitte August warnten Behörden an mehreren Abschnitten der deutschen Ostseeküste vor Cyanobakterien – unter anderem bei Warnemünde, Kühlungsborn, Heiligendamm und in der Wohlenberger Wiek. An verschiedenen Seen in Schleswig-Holstein galten zeitweise Badeverbote. Auch in Niedersachsen und Hamburg wurden Badestellen wegen Blaualgen geschlossen. Weil Wind und Strömung die Ansammlungen verlagern, kann sich die Situation innerhalb weniger Stunden verändern.
Dabei sprechen die langfristigen Daten zunächst für deutsche Gewässer: Von 2.291 offiziell überwachten Badegewässern erfüllten 2025 knapp 98 Prozent die europäischen Mindestanforderungen. 97 Prozent wurden als „gut“ oder „ausgezeichnet“ eingestuft. Gleichzeitig waren 158 Gewässer zumindest zeitweise geschlossen – in mehr als der Hälfte der Fälle wegen Cyanobakterien. Weitere Sperrungen folgten auf Starkregen und den damit verbundenen Eintrag von Schmutzwasser.