Es ist eine Premiere: Am kommenden Wochenende suchen die Triathleten im österreichischen Kitzbühel ihre Einzel-Europameister über die Supersprintdistanz. Die Rennen über 500 Meter Schwimmen, 12 Kilometer Radfahren und 3,1 Kilometer Laufen versprechen vor allem eins: spektakuläres Tempo. Der Modus sieht vor, dass die Teilnehmer über Halbfinals am Freitag die Chance bekommen, sich für das Finale am Samstag zu qualifizieren. Zusätzlich geht es im Mixed Relay am Sonntag um den Mannschaftstitel.
DTU-Sportdirektor Bügner erwartet „vordere Platzierungen“
Die Europameisterschaft im Supersprint ist neu im Triathlonkalender. Die Erstausgabe war bereits für 2020 geplant, musste aber aufgrund der globalen Infektionslage in der Coronapandemie abgesagt werden. So werden 2021 in Kitzbühel die ersten Supersprint-Europameister in den Klassen Elite, U23 und Junioren gekürt. Aus Deutschland werden insgesamt 20 Athleten teilnehmen, die durchaus Medaillen im Blick haben. „Wir haben eine sehr starke Mannschaft am Start. Daher erwarte ich auch, dass wir vordere Platzierungen erreichen“, sagt Jörg Bügner, Sportdirektor der Deutschen Triathlon Union. „Die meisten unserer Elite-Athleten haben sich speziell auf die Olympia-Qualifikation in Kienbaum Ende Mai vorbereitet. Sie sind also derzeit gut drauf und ich gehe davon aus, dass sie den Elan in die EM mitnehmen.“
Vier Männer und sechs Frauen der DTU bei der Elite am Start
In der Elite/U23 männlich starten Lasse Lührs, Jonas Breinlinger, Simon Henseleit und Tim Hellwig, der frisch gebackene Deutsche Meister über die Sprintdistanz. Bei den Frauen kämpfen die deutschen Olympiateilnehmerinnen Laura Lindemann (Bestplatzierte des World Rankings) und Anabel Knoll sowie Marlene Gomez-Islinger, die deutsche Meisterin über die Sprintdistanz Lisa Tertsch, Nina Eim und Lena Meißner um den EM-Titel. Bei der letzten EM im Mixed Relay 2019 im niederländischen Weert kam das deutsche Team mit Eim, Breinlinger, Caroline Pohle und Justus Nieschlag über viermal 250 Meter Schwimmen, 6 Kilometer Radfahren und 1,5 Kilometer Laufen zwei Sekunden hinter Frankreich auf Rang zwei.
Konkurrenz stark, aber nicht übermächtig
Die Konkurrenz für die deutschen Athleten ist zwar stark, in Ehrfurcht erstarren müssen sie aber nicht. Bei den Männern stehen mit den Briten Gordon Benson und Samuel Dickinson der Europameister und der Silbermedaillengewinner über die Sprintdistanz von 2019 an der Startlinie. Mit dem Österreicher Alois Knabl und dem Portugiesen Joao Silva stehen die Nummer 25 und 27 des World Ranking auf der Startliste. Bei den Frauen geht mit der Schweizerin Nicola Spirig-Hug eine Topfavoritin ins Rennen, die bereits sechs EM-Titel für sich verbuchen konnte und 2012 bei den Olympischen Spielen in London Gold gewann. Am 23. Mai gewann die 39-Jährige den ITU Triathlon World Cup in Lissabon.
Bei den Junioren stehen aus Deutschland Jule Behrens, Julia Bröcker, Franca Henseleit, Nadine Klive und Finja Schierl sowie Henry Graf, Lukas Meckel, Luca Fahrenson, Till Kramp und Justus Töpper auf der Startliste.
Wettbewerbe werden übertragen
Die Halbfinals der Junioren beginnen am Freitag ab acht Uhr. Die Elite/U23 greift um 13.20 Uhr mit den Frauen ins Geschehen ein. Lindemann, Eim und Tertsch starten im ersten Halbfinale, während Gomez-Islinger es im zweiten Vorlauf ab 13.45 Uhr mit Spirig-Hug zu tun bekommt. Meißner und Knoll kämpfen ab 14.10 Uhr um den Finaleinzug. Bei den Männern stehen Breinlinger und Hellwig ab 16 Uhr an der Startlinie. Lührs und Henseleit gehen im zweiten Semifinale ab 16.25 Uhr ins Rennen. Der dritte Vorlauf beginnt um 16.50 Uhr. Die jeweils besten neun Athleten der drei Halbfinals pro Altersklasse qualifizieren sich für das A-Finale, genauso wie die drei weiteren Zeitschnellsten. Die dahinter platzierten 30 schnellsten Athleten erreichen das B-Finale. Das A-Finale der Frauen startet am Samstag um 16.30 Uhr, das der Männer um 17.30 Uhr. Der Staffelwettbewerb Mixed Relay der Eliteathleten findet am Sonntag um 16.30 Uhr statt. Die EM wird am Freitag ab 16 Uhr, am Samstag ab 14.30 Uhr und am Sonntag ab 16 Uhr bei sportdeutschland.tv übertragen.