Den Schritt auf die berühmten 226 Kilometer der Langdistanz zu wagen, bedeutet Veränderung. Für das Training, aber auch für die Sicht auf das Leben. Eine Betrachtung des Wegs, der scheinbar Unmögliches Wirklichkeit werden lässt.
Verrückte! Alle miteinander. Es muss um das Jahr 2012 gewesen sein, als Sebastian Kienle im öffentlich-rechtlichen Fernsehen seinen damaligen Job erklärte. Zunächst schwimme er (in meiner Erinnerung) eine Strecke, die so lang ist, wie von Konstanz durch den Bodensee nach Überlingen. Dann ginge es im übertragenen Sinn mit dem Fahrrad an den nördlichen Rand von Stuttgart und schließlich zu Fuß weiter bis nach Heilbronn. Auch Menschen, die sich in Baden-Württemberg nicht auskannten, konnten erahnen: Das ist verdammt weit. Und es ist absolut verrückt.
Selbst Kienle gab damals zu, dass es auch für ihn absurd klänge, wenn er dieses Von-Stadt-zu-Stadt-Szenario vor Augen habe. Ich saß vor dem Fernseher und pflichtete ihm bei. Absolut unrealistisch. 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42,195 Kilometer laufen: Eine Aufzählung, die allein vielleicht noch nicht viel auslöst, weil die Zahlen nicht greifbar sind. Erst im Vergleich wird es beängstigend. Vor allem, wenn man Erfahrung mit den Einzeldisziplinen hat.