Frodeno zum Ersten

Im zweiten Anlauf zum ersten Sieg: Jan Frodeno holt sich im Oktober 2015 nach dem 70.3-Titel auch die Weltmeisterkrone im Ironman – vor Andreas Raelert. Auch Daniela Ryf feiert ihren ersten Sieg.

Von > | 9. Oktober 2018 | Aus: SZENE

Jan Frodeno holt sich am 10. Oktober 2015 seinen ersten Hawaii-Sieg.

Jan Frodeno holt sich am 10. Oktober 2015 seinen ersten Hawaii-Sieg.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Olympiasieger in Peking 2008. Nach einer großen Kurzdistanz-Karriere, in der ihm nur der Weltmeistertitel verwehrt geblieben ist, zog es Jan Frodeno wie so viele vor ihm auf die Langdistanz. "Er wollte der beste Triathlet der Welt werden", berichtet Daniel Unger über eine Radfahrt mit Frodeno im Jugendalter. Die Betonung lag auf "wollte". Denn wenn Jan Frodeno etwas will, etwas anfasst, dann richtig.

Am 10. Oktober gelingt ihm dort der große Triumph: Nachdem es im Vorjahr bei der Premiere in Kona schon zu Rang drei gereicht hat, ist Frodeno im Jahr 2015 die ganze Zeit über in der Spitze des Rennens zu finden. Schwimmen in 50:50 Minuten: Check. Frodeno, Andy Potts (USA) und Dylan McNeice (NZE) kommen als Erste aus dem Wasser.

Frodeno attakiert früh und spät

Rad in 4:27:27 Stunden: Zwar nicht die schnellste Zeit von allen, aber so richtig wegfahren will ihm auch niemand. Da die World Triathlon Corporation ihr Regelwerk an das der International Triathlon Union angepasst hat, gilt übrigens wieder der Mindestabstand von zehn Metern auf der Radstrecke. Frodeno untermauert sofort seinen Führungsanspruch, donnerte die Palani hinauf. Doch es bleibt beim Ausreißversuch. Denn es formiert sich hinter Frodeno eine angriffslustige Gruppe, in der sich unter anderem Andreas Raelert, Timothy O’Donnell und Sebastian Kienle wiederfinden. Besonders Kienle hat es eilig und sammelt Frodeno nach wenigen Kilometern ein. Vor dem Wendepunkt in Hawi scheint dann O’Donnell  zu spüren, dass es heute für ihn etwas zu holen gibt – er attackiert, Frodeno und Kienle reagieren später, sammeln ihn ein. Dann setzt „Frodo“ sein zweites Ausrufezeichen und erarbeitet sich noch vor dem zweiten Wechsel eine kleine Führung auf dem Rad.

Die Führung hält

Und die hält, auch wenn O'Donnell noch einmal rankommt. Und auch Andreas Raelert hat Vorwärtsdrang, überläuft den Amerikaner auf dem Rückweg nach Kailua-Kona, kann aber Frodeno nicht erreichen. Der Sieg geht an Frodeno, Platz zwei an den überglücklichen Rostocker. Titelverteidiger Sebastian Kienle wird beim Marathon von Platz vier auf Platz acht durchgereicht. Die Szene, wo sich Raelert und Kienle eine Wasserflasche teilen, wird legendär.

Andreas Raelert (rechts) läuft im Marathon auf Rang 2 vor, Sebastian Kienle (links) fällt auf Platz 8 zurück.

Andreas Raelert (rechts) läuft im Marathon auf Rang 2 vor, Sebastian Kienle (links) fällt auf Platz 8 zurück.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Ironman World Championship 2015 | Männer

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Jan Frodeno

GER

8:14:40

50:50

4:27:28

2:52:22

2

Andreas Raelert

GER

8:17:43

52:24

4:30:52

2:50:02

3

Timothy O'Donnell

USA

8:18:50

52:24

4:26:13

2:55:46

4

Andy Potts

USA

8:21:25

50:56

4:32:41

2:53:46

5

Tyler Butterfield

BMU

8:23:09

52:33

4:29:53

2:56:19

6

Cyril Viennot

FRA

8:25:05

52:35

4:34:27

2:53:06

7

Eneko Llanos

ESP

8:28:10

52:36

4:26:56

3:04:10

8

Sebastian Kienle

GER

8:29:43

52:36

4:25:53

3:06:08

9

Brent McMahon

CAN

8:30:13

52:26

4:27:52

3:06:02

10

Boris Stein

GER

8:31:43

57:27

4:30:48

2:58:48

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Deutsche Frauen chancenlos bei klarem Ryf-Sieg

Bei den Frauen sorgt Jodie Swallow beim Schwimmen für die Pace, doch auf dem Rad kommen wieder die Attacken aus der Schweiz – erst durch Caroline Steffen, dann durch Daniela Ryf, die mit 7:20 Minuten Vorsprung auf die Laufstrecke geht. Ein Rückstand, den die Australierin Mirinda Carfrae schon zugelaufen ist – doch die beendet das Rennen schon auf dem Rad mit Rückenschmerzen. Daniela Ryf zieht ihr eigenes Rennen durch, bis zur Finishline, die sie als einzige Frau in weniger als neun Stunden erreicht. Beste deutsche Profi-Frau ist Mareen Hufe auf Rang 21, schneller allerdings die Agegrouperin Katrin Esefeld aus München.

Ironman World Championship 2015 | Frauen

Name

Nation

Gesamt

3,8 Swim

180 Bike

42,195 Run

1

Daniela Ryf

SUI

8:57:57

56:14

4:50:46

3:06:37

2

Rachel Joyce

GBR

9:10:59

56:11

5:01:29

3:08:42

3

Liz Blatchford

AUS

9:14:52

56:13

5:07:25

3:06:25

4

Michelle Vesterby

DEN

9:18:50

56:11

5:00:41

3:17:14

5

Heather Jackson

USA

9:21:45

1:04:36

5:04:43

3:07:53

6

Susie Cheetham

GBR

9:23:50

57:39

5:14:33

3:06:55

7

Sarah Pampiano

USA

9:24:32

1:10:01

5:02:28

3:06:33

8

Camilla Pedersen

DEN

9:25:41

56:14

4:59:17

3:25:23

9

Caroline Steffen

SUI

9:27:54

56:16

5:10:53

3:15:27

10

Lucy Gossage

GBR

9:28:36

1:05:08

5:02:40

3:15:51

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Schweizer Uhrwerk: Daniela Ryf macht auf dem Rad ihren ersten Kona-Sieg klar.

Schweizer Uhrwerk: Daniela Ryf macht auf dem Rad ihren ersten Kona-Sieg klar.

Foto >Frank Wechsel / spomedis