Ein norwegischer Dreifach-Erfolg in Nizza und ein Marathon unter 2:30 Stunden: In der Post-Race-Pressekonferenz ordnen Casper Stornes, Gustav Iden, Kristian Blummenfelt, Marten Van Riel und Sam Laidlow ihren Tag ein. Zwischen Taktik, Schmerz und Stolz.

Ein norwegischer Dreifach-Erfolg, Rekordzeiten und ein Marathon unter 2:30 Stunden – die Ironman-Weltmeisterschaft 2025 in Nizza schrieb Geschichte. Beim offiziellen Post-Race-Talk ordneten die Top Fünf ihr Rennen ein: zwischen Comeback-Stolz, Taktikfeinschliff und einer Trainingsgruppe, die die Latte für alle höher legt.

Casper Stornes – Weltmeister
„Ich habe einfach an meinem Plan festgehalten.“
Mit 28 Jahren ist der Norweger in seiner Langdistanz-Debütsaison Ironman-Weltmeister geworden – vielleicht auch, weil er bis zum Schluss an seinen Raceplan geglaubt hat. „Gustav hat früh ordentlich Tempo gemacht. Ich habe mich gefragt: ‚Geht der heute auf eine 2:25 für den Marathon?’“ Statt mitzugehen, lief Stornes konsequent sein anvisiertes 3:30-Tempo und hatte die besten Beine für die letzten Kilometer. Der Moment auf dem Zielteppich? „Unreal. Ich habe mir wochen- und monatelang vorgestellt, als Erster auf den Teppich zu biegen. Als ich meine Familie sah, musste ich weinen.“ Den Anteil seiner Trainingspartner betont er gleich mehrfach: „Kristian und Gustav haben mich durch jede Einheit getragen. Wir coachen uns gegenseitig, das funktioniert für uns extrem gut.“

Gustav Iden – Platz 2
„Die Reise der letzten zwei Jahre war verrückt – heute hat sie sich gelohnt.“
Gustav Iden wirkte im Ziel gelöst. „Letztes Jahr wollte ich in Kona das Rennen ehren und bin am ersten Verpflegungsstand schon gegangen. Heute stand ich wieder auf dem WM-Podium, das bedeutet mir viel.“ Auf der Promenade lief er phasenweise vorne, bewusst „mit hohem Schnitt, um Kristians Spurt zu entschärfen“. Am Ende blieb die Anerkennung für den Teamkollegen: „Keine Taktik hätte Casper heute geschlagen.“ Sein eigenes Fazit: „2:32 Stunden für den Marathon nach dieser Radfahrt, darauf bin ich stolz.“

Kristian Blummenfelt – Platz 3
„Wir haben alles investiert. Das war es wert.“
Auf dem Rad „gefühlt alles im Griff“, auf der Laufstrecke dann der erwartete Schlagabtausch mit Iden und Stornes. „Ich dachte, ich habe es in der Tasche – bis die Gruppe wieder stand. Dann hat Gustav sofort angezogen.“ Später kamen die Krämpfe: „Ich musste richtig tief gehen. Als die letzten drei Kilometer zäh wurden, habe ich nur noch Zeiten gerechnet, um Platz drei abzusichern.“ Der gemeinsame Podiums-Moment mit Flagge vor dem Mittelmeer bleibt: „Niemand hat in der Vorbereitung mehr Zeit hier verbracht als wir.“

Marten Van Riel – Platz 4
„Ich bin stolz, erster Nicht-Norweger zu sein – aber das tat weh.“
Der Belgier kam trotz Verletzungsproblemen in der Vorbereitung stark zurück. „Wir wollten das Schwimmen schwer machen, das hat teilweise geklappt.“ Auf dem Rad „oft in nicht idealer Position“ und 20 Kilometer vor T2 gestellt, ging Van Riel mit Vorsicht in den Marathon: „Christian meinte, ‚lass uns 3:30 laufen‘. Mein Plan waren 3:45. Da wusste ich: Heute nicht. Also Tempo raus, heimbringen.“ Herauskam Platz vier beim WM-Debüt – eine gelungene Premiere.

Sam Laidlow – Platz 5
„Ich war so nah dran, ins Boot zu steigen.“
Der Weltmeister von 2023 erlebte einen Schreckmoment im Wasser: „Beide Hüftbeuger krampften, ich musste anhalten und dehnen. Ich war so nah dran, auszusteigen.“ Was ihn weiterschwimmen ließ? „Leute, die für mich angereist sind – Fans, Familie, Freunde.“ Später beeindruckt vom Tempo an der Spitze: „Die Norweger haben jetzt einen weiteren Waggon im Zug. Sie laufen auf diesem Kurs unfassbar schnell.“ Mit Blick auf die eigene Woche bleibt er dankbar: „Top Fünf mit diesen Jungs, das nehme ich mit. Jetzt wird nach vorn geguckt.“









