Freitag, 13. Februar 2026

Ironman-WM Nizza 2025: Das sagen die Profis nach dem Rennen des Jahres

Ein norwegischer Dreifach-Erfolg in Nizza und ein Marathon unter 2:30 Stunden: In der Post-Race-Pressekonferenz ordnen Casper Stornes, Gustav Iden, Kristian Blummenfelt, Marten Van Riel und Sam Laidlow ihren Tag ein. Zwischen Taktik, Schmerz und Stolz.

Die Top Fünf unter sich: Marten Van Riel, Gustav Iden, Weltmeister Casper Stornes, Kristian Blummenfelt und Sam Laidlow. (v.l.n.r.)

Ein norwegischer Dreifach-Erfolg, Rekordzeiten und ein Marathon unter 2:30 Stunden – die Ironman-Weltmeisterschaft 2025 in Nizza schrieb Geschichte. Beim offiziellen Post-Race-Talk ordneten die Top Fünf ihr Rennen ein: zwischen Comeback-Stolz, Taktikfeinschliff und einer Trainingsgruppe, die die Latte für alle höher legt.

- Anzeige -
Nils Flieshardt / spomedis

Casper Stornes – Weltmeister

„Ich habe einfach an meinem Plan festgehalten.“
Mit 28 Jahren ist der Norweger in seiner Langdistanz-Debütsaison Ironman-Weltmeister geworden – vielleicht auch, weil er bis zum Schluss an seinen Raceplan geglaubt hat. „Gustav hat früh ordentlich Tempo gemacht. Ich habe mich gefragt: ‚Geht der heute auf eine 2:25 für den Marathon?’“ Statt mitzugehen, lief Stornes konsequent sein anvisiertes 3:30-Tempo und hatte die besten Beine für die letzten Kilometer. Der Moment auf dem Zielteppich? „Unreal. Ich habe mir wochen- und monatelang vorgestellt, als Erster auf den Teppich zu biegen. Als ich meine Familie sah, musste ich weinen.“ Den Anteil seiner Trainingspartner betont er gleich mehrfach: „Kristian und Gustav haben mich durch jede Einheit getragen. Wir coachen uns gegenseitig, das funktioniert für uns extrem gut.“

Nils Flieshardt / spomedis

Gustav Iden – Platz 2

„Die Reise der letzten zwei Jahre war verrückt – heute hat sie sich gelohnt.“
Gustav Iden wirkte im Ziel gelöst. „Letztes Jahr wollte ich in Kona das Rennen ehren und bin am ersten Verpflegungsstand schon gegangen. Heute stand ich wieder auf dem WM-Podium, das bedeutet mir viel.“ Auf der Promenade lief er phasenweise vorne, bewusst „mit hohem Schnitt, um Kristians Spurt zu entschärfen“. Am Ende blieb die Anerkennung für den Teamkollegen: „Keine Taktik hätte Casper heute geschlagen.“ Sein eigenes Fazit: „2:32 Stunden für den Marathon nach dieser Radfahrt, darauf bin ich stolz.“

Nils Flieshardt / spomedis

Kristian Blummenfelt – Platz 3

„Wir haben alles investiert. Das war es wert.“
Auf dem Rad „gefühlt alles im Griff“, auf der Laufstrecke dann der erwartete Schlagabtausch mit Iden und Stornes. „Ich dachte, ich habe es in der Tasche – bis die Gruppe wieder stand. Dann hat Gustav sofort angezogen.“ Später kamen die Krämpfe: „Ich musste richtig tief gehen. Als die letzten drei Kilometer zäh wurden, habe ich nur noch Zeiten gerechnet, um Platz drei abzusichern.“ Der gemeinsame Podiums-Moment mit Flagge vor dem Mittelmeer bleibt: „Niemand hat in der Vorbereitung mehr Zeit hier verbracht als wir.“

Nils Flieshardt / spomedis

Marten Van Riel – Platz 4

„Ich bin stolz, erster Nicht-Norweger zu sein – aber das tat weh.“
Der Belgier kam trotz Verletzungsproblemen in der Vorbereitung stark zurück. „Wir wollten das Schwimmen schwer machen, das hat teilweise geklappt.“ Auf dem Rad „oft in nicht idealer Position“ und 20 Kilometer vor T2 gestellt, ging Van Riel mit Vorsicht in den Marathon: „Christian meinte, ‚lass uns 3:30 laufen‘. Mein Plan waren 3:45. Da wusste ich: Heute nicht. Also Tempo raus, heimbringen.“ Herauskam Platz vier beim WM-Debüt – eine gelungene Premiere.

Nils Flieshardt / spomedis

Sam Laidlow – Platz 5

„Ich war so nah dran, ins Boot zu steigen.“
Der Weltmeister von 2023 erlebte einen Schreckmoment im Wasser: „Beide Hüftbeuger krampften, ich musste anhalten und dehnen. Ich war so nah dran, auszusteigen.“ Was ihn weiterschwimmen ließ? „Leute, die für mich angereist sind – Fans, Familie, Freunde.“ Später beeindruckt vom Tempo an der Spitze: „Die Norweger haben jetzt einen weiteren Waggon im Zug. Sie laufen auf diesem Kurs unfassbar schnell.“ Mit Blick auf die eigene Woche bleibt er dankbar: „Top Fünf mit diesen Jungs, das nehme ich mit. Jetzt wird nach vorn geguckt.“

Happy Valentine's Day

Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

Verwandte Artikel

Unantastbar: Hayden Wilde ist T100-Champion – Mika Noodt dank viertem Platz Vizeweltmeister

Unangefochten hat sich Hayden Wilde zum T100-Weltmeister gekrönt. Hinter ihm entwickelte sich ein packendes Rennen um die Podiumsplätze. Mit einem glücklichen Ausgang für Mika Noodt.

Katar T100: Wer macht Hayden Wilde den Gesamtsieg streitig?

In Katar erwartet die T100 ein spannendes Saisonfinale. Ist Hayden Wilde noch zu schlagen?

ePaper | Abo

Unser Newsletter

Newsletter triathlon

Aktuelle Beiträge