Als Ärztin und Profitriathletin führt Leonie Konczalla ein Leben voller Routinen und überraschender Entwicklungen. Zwischen Klinikalltag, Trainingsorganisation und ihrem Top-Ten-Erfolg auf Hawaii entsteht für die „Aufsteigerin des Jahres“ 2025 ein ungewöhnlicher Weg, der von Leichtigkeit und Freiheit geprägt ist.
Sie gehört zu den Menschen, die man nur schwer in eine Schublade bekommt. Leonie Konczalla beschreibt sich selbst als fröhlich, neugierig und als jemand, die mit einer fast kindlichen Lust neue Dinge ausprobiert. Vieles in ihrem Leben ist von dieser Haltung geprägt: dem Wunsch, zu lernen, sich auszuprobieren, Grenzen zu verschieben – im Sport, im Beruf und im Alltag.
Dazu passt, dass sie sich selten lange mit theoretischen Überlegungen aufhält. Neue Trainingsreize, unbekannte Wege, spontane Entscheidungen – vieles geht sie „unbedarft“ an, wie sie sagt. Nicht im Sinne von naiv, sondern mit einer Offenheit, die ihr erlaubt, Erfahrungen zu machen, bevor sie sie bewertet. Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen sie sehr genau hinschaut. Vor allem dort, wo Sicherheit, Verantwortung oder andere Menschen eine Rolle spielen. Diese Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben.
Auch abseits des Sports sucht Konczalla das Abenteuer. Mit ihrem Bruder, der inzwischen auf Weltreise ist, hat sie einige Bikepacking-Touren unternommen, zuletzt durch den Balkan bis nach Griechenland. Tage, an denen sie Landschaften, Menschen und Kultur in eher gemächlichem Tempo erleben kann. „So etwas erfüllt mich total“, sagt sie. Die Wahl-Hamburgerin ist ein Mensch, der lieber auf dem Weg ist als angekommen. Und genau daraus speist sie einen großen Teil ihrer Energie.
Wenn die 34-Jährige von ihrem Alltag erzählt, kommt man auch um ihre WG nicht herum: vier Menschen (meist sogar fünf, da auch das Gästezimmer fast immer belegt ist), die ordentlich Leben und ein bisschen Chaos in die eigenen vier Wände bringen. Der Sport hat Spuren im Leben der Wohngemeinschaft hinterlassen: „Alle haben sich in letzter Zeit mindestens ein neues Rennrad oder Gravelbike gekauft“, erzählt Konczalla und lacht. Einige sind bei ihrem ersten Triathlon gestartet oder planen es. Nicht weil Mitbewohnerin Leonie es forciert, sondern weil ihre Begeisterung und Präsenz für die Sportart ansteckend sind.