Lionel Sanders stellt sich dem Tri Battle Royal mit Jan Frodeno

Harry How / Getty Images for Ironman Beim Ironman Coeur d’Alene kommt Lionel Sanders mit über einer Stunde Rückstand ins Ziel und verpasst damit die Kona-Qualifikation deutlich.

Nachdem sich Lionel Sanders kurz nach seinem für ihn sehr enttäuschenden Abschneiden beim Ironman Coeur d’Alene auf seinem Instagram-Account ratlos gezeigt hatte, woran es gelegen haben könnte, dass er im Marathon über eine Stunde auf den Sieger Sam Long verloren hatte, begannen in den sozialen Netzwerken schnell die Spekulationen darüber, wie es mit dem Kanadier nun weitergehen könnte. 

Würde er trotzdem zum Tri Battle Royal gegen Jan Frodeno antreten, oder lieber bei nächster Gelegenheit einen erneuten Angriff auf die Kona-Qualifikation wagen? Die Antwort darauf lieferte Lionel Sanders in der vergangenen Nacht auf seinem YouTube-Kanal. „Ich werde zu 100 Prozent das Rennen gegen Jan machen. Das ist die Gelegenheit des Lebens. Gegen den besten der Welt im Eins-gegen-Eins anzutreten zu können, bedeutet mir mehr als Kona“, ließ er in einem Statement verlauten. Wohl wissend, dass harte Wochen auf ihn zukommen könnten. „Ich werde das machen, was ich angekündigt habe. Auch wenn Hater sagen werden, dass es ein absoluter Witz ist, dass ich jetzt gegen den besten der Welt antreten will, um ihn herauszufordern. Und ich weiß nicht, ob es realistisch ist, aber es ist das, was ich beabsichtige zu tun“, so Sanders.

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Erklärung verzweifelt gesucht

Auch zu seinem Einbruch im Laufduell mit Sam Long äußerste sich der 33-Jährige und stellte Vermutungen an, woran es gelegen haben könnte. „Ich habe die Verpflegungsstrategie zu 100 Prozent so eingehalten, wie ich sie jede Woche im Training geübt habe, aber es war rückblickend nicht korrekt. Anscheinend habe ich es übertrieben und zu viel zugeführt. Und nachdem ich mich mehrmals erbrochen hatte, konnte ich beinahe nichts mehr zu mir nehmen“, sagte er rückblickend. 

Im Rennen habe er in Rente gehen und nie wieder einen Ironman machen wollen, so Sanders, doch nun würde er gern schon am nächsten Wochenende wieder loslegen, wenn denn ein Ironman stattfinden würde. Stattdessen werde er jetzt noch einen Trainingsblock einlegen und dann nach Deutschland reisen, um sich dem Tri Battle Royal zu stellen, so Sanders.

Die Jagd nach dem Slot

Bedenken, dass er sich dadurch zu viel zumuten könnte, hat Sanders nicht. „Ich werde an einer neuen Ernährungsstrategie arbeiten und das in den Griff bekommen. Das gute ist, dass ich nur etwa zehn Meilen gelaufen und danach 15 Meilen gegangen bin. Dadurch war die Belastung nicht zu hoch“, erklärte er.

Dass sein Duell mit Jan Frodeno einen Start beim nur eine Woche später stattfindenden Ironman Lake Placid unrealistisch macht, sieht Sanders nicht als entscheidend für eine mögliche Qualifikation für die Ironman-WM 2021 an. Sein Plan: „Ich werde irgendwo anders hingehen, um den Kona-Slot zu holen. Und selbst wenn ich es dort nicht schaffen sollte, den Platz zu sichern, weil ich ein weiteres schlechtes Rennen habe, werde ich meinen Namen auf eine andere Ironman-Startliste setzen. Ich werde so lange weitermachen, bis ich verstanden habe, wie man es richtig macht. Das Training passt, das Nachtanken ist das Problem.“

Chancen, sich für Kona zu qualifizieren, gibt es indes für Sanders nach dem Ironman Lake Placid nur noch zwei. Eine Möglichkeit wäre der Ironman Frankfurt am 15. August, bei dem drei Slots vergeben werden. Die letzte Ausfahrt Richtung Hawaii wäre der Ironman Kopenhagen eine Woche später, beim dem zwei Hawaii-Tickets ausgelobt sind.

Zu einer möglichen Präferenz sagte Sanders bislang nichts, und generell habe er sich vorgenommen, nun Taten sprechen zu lassen. Sein Fazit: „Es gibt nichts mehr zu reden. Ich werde jetzt die Klappe halten und das lösen.“

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Nils Flieshardt
Nils Flieshardt
Nils Flieshardt ist Chefredakteur der Zeitschrift triathlon und seit über 15 Jahren als Radexperte im Einsatz. Wenn er nicht am Rechner sitzt, findet man ihn meist hinter der Kamera auf irgendeiner Rennstrecke oder in Laufschuhen an der Elbe. Als Triathlet ist er mehr finish- als leistungsorientiert, aber dafür auf allen Distanzen zu Hause.

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