Dienstag, 10. Februar 2026

Mainova Ironman Frankfurt: Kristian Blummenfelt siegt mit Streckenrekord – Patrick Lange wird Siebter

Kristian Blummenfelt hat den Mainova Ironman Frankfurt gewonnen. Der Norweger holte den enteilten Kristian Høgenhaug noch ein und verteidigte bei brütender Hitze seinen EM-Titel aus dem Vorjahr.

Frank Wechsel / spomedis Kristian Blummenfelt hat den Mainova Ironman Frankfurt gewonnen.

Kristian Blummenfelt hat zum zweiten Mal den Mainova Ironman Frankfurt gewonnen. Der Olympiasieger aus Norwegen siegte am Sonntag in 7:25:57 Stunden und verbesserte damit seinen Streckenrekord, den er erst vor einem Jahr aufgestellt hatte (7:27:21 Stunden). Zweiter wurde Kristian Høgenhaug aus Dänemark mit zweieinhalb Minuten Rückstand. Den dritten Platz sicherte sich mit Casper Stornes ein weiterer Norweger. Er benötigte 7:29:48 Stunden für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathon. Bester Deutscher wurde Jonas Hoffmann, der hinter Gustav Iden als Fünfter ins Ziel lief (7:31:37 Stunden). Patrick Lange konnte bei seinem Heimrennen nicht in die Entscheidung eingreifen. Mit einem beherzten Marathon machte der dreimalige Hawaii-Champion immerhin noch einen großen Sprung nach vorn und wurde Siebter.

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Deutsches Trio beim Schwimmen vorn

Nachdem pünktlich um 6:20 Uhr der Startschuss fiel, machte sich gleich eine mehrköpfige Gruppe auf und ergriff die Flucht nach vorn. Neun Athleten, darunter Jonas Schomburg, Johannes Vogel, Wilhelm Hirsch, Casper Stornes und Kristian Høgenhaug, schwammen bis zum Australian Exit nach 1,5 Kilometern 45 Sekunden auf die ersten Verfolger heraus. Zu diesen zählten die vielen großen Favoriten Kristian Blummenfelt, Patrick Lange, Magnus Ditlev, Gustav Iden, Daniel Bækkegård und Rudy von Berg. 

Und die Spitze machte nicht Halt. Nach 3,8 Kilometern betrug die Lücke 90 Sekunden. Magnus Ditlev verlor sogar zwei Minuten. 

Peter Jacob / spomedis Perfekte Ausgangslage für Patrick Lange: Er kann den Anschluss an die stärksten Kontrahenten wie Kristian Blummenfelt halten.

Jonas Schomburg gibt Tempo vor – und muss aufgeben

Auf den ersten Radkilometern drückte Jonas Schomburg aufs Gaspedal. Bis Kilometer 30 fuhr er 2:30 Minuten heraus. Doch dann der Schock! Auf einer Kopfsteinpflasterpassage löste sich das komplette Cockpit des Deutschen. Schomburg konnte zwar zunächst bei einem Mechaniker anhalten, alles festziehen lassen und das Rennen fortsetzen. Doch nur wenige Kilometer später löste sich die Frontpartie erneut. Zusätzlich verlor er anschließend das gesamte Anbauteil und wurde von einem Kampfrichter von der Strecke genommen. DNF.

An die Spitze setzte sich dann Kristian Høgenhaug, der seinerseits eine ordentliche Lücke auf die ersten Verfolger aufbaute. Patrick Lange, der den Großteil der ersten Runde mit Blummenfelt, Ditlev, Iden und Co. unterwegs war, verlor ab Kilometer 50 peu à peu Zeit auf die Kontrahenten. Der gebürtige Hesse hatte mit Magenkrämpfen zu kämpfen. Bis zur Hälfte der Radstrecke verlor er daher rund zwei Minuten auf die Skandinavier. An der Spitze fuhr Høgenhaug zu diesem Zeitpunkt mit einer Lücke von 3:40 Minuten auf Stornes, Hirsch und Vogel.

Peter Jacob / spomedis Kristian Høgenhaug drückte dem Rennen über lange Zeit den Stempel auf.

Gruppenzusammenschluss

Über die erste Runde war es der zweiten Verfolgergruppe bereits gelungen, den Abstand zu den schnellen Schwimmern allmählich zu schließen. Bei Kilometer 125 war es schließlich so weit: Die Gruppen schlossen sich zusammen und bildeten fortan die 13-köpfige Verfolgung des Dänen an der Spitze (+6:15 Minuten). Patrick Lange fuhr zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Minuten hinter Høgenhaug.

Trotz einen kurzen Stopps, um eine heruntergefallene Kette zu richten, erreichte Høgenhaug mit einem neuen Ironman-Rekord von 3:52:10 Stunden die zweite Wechselzone. Laut offiziellen Angaben des Veranstalters war der Radkurs allerdings nur 175,8 statt 180 Kilometer lang. Bækkegård und Ditlev folgten 8:30 Minuten später. Die drei Norweger hatten einen Rückstand von neun Minuten. Für Patrick Lange kam es derweil noch dicker: Da er seinen Swimskin nicht rechtzeitig in der ersten Wechselzone auszog bekam er eine einminütige Zeitstrafe aufgebrummt, die er im Wechselzelt absitzen musste. Er ging knapp 16 Minuten hinter Høgenhaug auf die Laufstrecke.

Holt Ditlev auf?

An der Spitze wurde schnell klar: Ditlev ist der deutlich schnellere Däne auf der Laufstrecke. Bereits auf der ersten Runde machte er mehr als drei Minuten gut, wobei Høgenhaug auch deshalb 60 Sekunden verlor, weil er wegen Coachings anhalten musste. Sein Trainer war über mehrere Meter neben ihm hergelaufen. Und auch Blummenfelt und Stornes, die seit dem Wechsel Schulter an Schulter liefen, kamen näher. Gustav Iden konnte rund eine Minute hinter seinen Landsmännern deren Tempo weitläufig mitgehen. 

Für Ditlev nahm das Rennen dann eine negative Wendung: Wegen unabsichtlichem Littering erhielt der Däne die gelbe Karte. Da er sein Vergehen nicht behob, wurde ihm kurze Zeit später die Rote Karte gezeigt. Ditlev, der sich keinem Vergehen bewusst war und auch von der gelben Karte nichts mitbekommen hat, reagierte sichtbar verärgert. Nach einer kurzen Besprechung der Referees wurde die Rote Karte wieder zurückgenommen. Vielleicht durch dieses Manöver verunsichert oder demotiviert verlor Ditlev danach den Anschluss. Am Ende wurde er Achter.

Peter Jacob / spomedis Nicht zu halten: Kristian Blummenfelt macht den Sieg mit Marathon von 2:30:59 Stunden perfekt.

Blummenfelt attackiert

Bei Kilometer 23 fasste sich Blummenfelt ein Herz und setzte sich von Stornes ab. Sein Rückstand auf Høgenhaug zu diesem Zeitpunkt: 3:37 Minuten. Und der Norweger holte weiter auf: zehn Kilometer vor dem Ziel war die Lücke auf 1:24 Minuten geschrumpft. Stornes bekam derweil Druck von Iden. Und Jonas Hoffmann schob sich vorbei an Ditlev, der das Tempo nicht mehr mitgehen konnte, auf den fünften Platz.

Bei Kilometer 35 war es dann so weit: Blummenfelt holte Høgenhaug ein und übernahm die Führung. Von da an ließ der Tokio-Olympiasieger nichts mehr anbrennen. Ausgelassen feierte der 31-Jährige seinen zweiten Triumph auf dem Römer. Høgenhaug rettete seinen zweiten Platz ins Ziel. Casper Stornes wurde Dritter, Gustav Iden Vierter (7:33:51 Stunden). Jonas Hoffmann belegte als bester Deutscher den fünften Platz (7:35:55 Stunden). Patrick Lange wurde hinter Rudy von Berg Siebter (7:41:38 Stunden). Magnus Ditlev belegte Rang acht (7:42:22 Stunden). Die fünf Slots für das WM-Rennen in Nizza sicherten sich Kristian Høgenhaug, Cameron Wurf, Kacper Stepaniak, Andrea Salvisberg und Johannes Vogel, der als 14. bei seinem Langdistanz-Debüt ins Ziel kam (7:56:38 Stunden).

Ironman Frankfurt 2025 | Profi-Männer

29. Juni 2025 | Frankfurt (Deutschland)
PlatzNameLandGesamt3,8 km Swim180 km Bike42,2 km Run
1Kristian BlummenfeltNOR7:25:5749:184:00:322:30:59
2Kristian HøgenhaugDEN7:28:3248:053:52:102:42:43
3Casper StornesNOR7:29:4848:024:01:342:35:02
4Gustav IdenNOR7:33:5149:334:00:202:38:54
5Jonas HoffmannGER7:35:5549:304:02:012:39:19
6Rudy van BergUSA7:40:0049:154:00:252:45:07
7Patrick LangeGER7:41:3849:194:06:112:39:57
8Magnus DitlevDEN8:46:0049:443:59:052:47:45
9Cameron WurfAUS7:43:1255:533:53:462:48:25
10Paul SchusterGER7:43:4449:204:06:242:42:52
12Dominik SowiejaGER7:46:5852:264:02:072:47:08
14Johannes VogelGER7:56:3847:544:02:333:00:48
18Marc EggelingGER8:06:5852:304:08:332:59:56
24Max MenzelGER8:26:5152:104:22:133:06:42
27Morten SchmidtGER8:37:3449:344:09:583:30:54
28Marcel BischofGER8:49:3059:574:38:073:04:48
DNFWilhelm HirschGER47:454:06:28
DNFLeonard ArnoldGER50:443:59:13
DNFJonas SchomburgGER47:51

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Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

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