Showdown in Kalifornien: Kristian Blummenfelt gewinnt Ironman 70.3 Oceanside vor Jonas Schomburg

Norwegen vor Deutschland: Kristian Blummenfelt feiert seinen zweiten Sieg innerhalb einer Woche bei der Ironman Pro Series. Mit einem überragenden Lauf kann er kurz vor dem Ziel noch Jonas Schomburg abfangen. Taylor Knibb dominiert das Frauenrennen in Kalifornien.

Media Queensland Zweiter Erfolg bei der Ironman Pro Series innerhalb einer Woche: Kristian Blummenfelt gewann nach dem Ironman 70.3 Geelong auch das Rennen in Oceanside (Archivbild).

Was für ein Finish: Kristian Blummenfelt hat den Ironman 70.3 Oceanside mit neuer Bestzeit und Laufstreckenrekord gewonnen. Nach 3:40:08 Stunden triumphierte der Norweger vor Jonas Schomburg (3:40:32 Stunden) und seinem Landsmann Casper Stornes (3:41:58 Stunden). Der US-Amerikaner Sam Long (3:42:09 Stunden) landete in einer heißen Schlussphase auf dem vierten Platz. Der Deutsche Jonas Hoffmann (3:43:48 Stunden) wurde Sechster, Jan Stratmann (3:49:05 Stunden) kam als 16. ins Ziel. Bei den Frauen gewann die US-Amerikanerin Taylor Knibb souverän in 4:01:35 Stunden und verbesserte ihre bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2022 (4:06:31 Stunden). Ironman-Weltmeisterin Sloveig Løvseth (4:03:34 Stunden) wurde Zweite, Audrey Merle aus Frankreich (4:10:33 Stunden) kam als Dritte ins Ziel.

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Das Männerrennen: Jonas Schmomburg von Beginn an vorn mit dabei

Beim Schwimmen war Jonas Schomburg bereits vorn mit dabei gewesen. In einer größeren Gruppe stieg er zwei Sekunden hinter US-Amerikaner Marc Dubrick (22:24 Minuten) als Zweiter aus dem Wasser. 14 Athleten bewegten sich dahinter innerhalb von 20 Sekunden in Richtung ihrer Räder, darunter der amtierende Ironman-Weltmeister Caser Stornes als Sechster. Jan Stratmann erreichte die erste  Wechselzone mit 21 Sekunden Rückstand als 16., direkt vor dem US-Amerikaner Rudy von Berg und Kristian Blummenfelt, der 24 Sekunden zurücklag. Gustav Iden kam auf Position 26 zum ersten Wechsel (1:38 Minuten Rückstand). Sam Long wechselte als 33. mit einer Zwei-Minuten-Hypothek auf das Rad.

„Big Unit“ pflügt durch das Feld

In der zweiten Disziplin gab Schomburg auf der teilweise in Nebel gehüllten Strecke das Tempo zunächst vor. Im Verlauf der 90 Kilometer sortierte sich das Feld. Die „Big Unit“ pflügte durch das Feld und schloss immer weiter zu Schomburg auf. Nach 70 Kilometern lag Sam Long noch rund fünf Sekunden hinter der Spitze und zog knapp 14 Kilometer vor dem zweiten Wechsel erstmals am Deutschen vorbei. Dahinter formierte sich eine Verfolgergruppe im Abstand von rund einer Minute mit unter anderem Cameron Wurf, Gustav Iden, Kristian Blummenfelt, Ben Kanute und Casper Stornes. Auch Jonas Hoffmann und Jan Stratmann lagen in dieser Gruppe.

Long erreichte die zweite Wechselzone als Erster. Mit seinem Bikesplit von 2:02:04 Stunden verbesserte er den bisherigen Radkursrekord von Lionel Sanders aus dem Jahr 2015 um mehr als zwei Minuten (2:04:46 Stunden) und lag vier Sekunden vor Schomburg. Nach einem schnellen Wechsel machte sich Long zunächst allein auf die abschließenden 21,0975 Kilometer vor Schomburg. Die Verfolgergruppe folgte rund zwei Minuten später.

Blummenfelt kräftig und dynamisch

Auf der Laufstrecke drehte Schomburg den Hahn früh auf, konnte Sam Long aber nicht abstellen. Beide fegten Schulter an Schulter über die Strecke. Dahinter machte sich Kristian Blummenfelt auf, Meter für Meter aufzuholen und seine Mitstreiter um den US-Amerikaner Jason West, Casper Stornes, Ben Kanute und Jonas Hoffmann abzuhängen. Nach 15 Kilometern lagen nur noch 35 Sekunden zwischen dem Führungsduo und dem Norweger – der Boden für eine spannende Schlussphase war bereitet. Schomburg distanzierte Long im Verlauf des Halbmarathons und legte bis Kilometer 17 rund 20 Sekunden zwischen sich und den US-Amerikaner, der in dieser Phase von Kristian Blummenfelt eingeholt wurde. Der Norweger strebte mit seinem kräftigen und dynamischen Laufstil in Richtung Spitze.

Stornes schnappt sich Long

Zwei Kilometer vor dem Finish schoss Blummenfelt förmlich an Schomburg vorbei, der dem Tempo nicht folgen konnte. So sicherte sich der Norweger nach seinem Sieg beim Ironman 70.3 Geelong seinen zweiten Sieg innerhalb einer Woche bei einem Rennen der Ironman Pro Series. In 3:40:08 Stunden triumphiert er vor dem Deutschen, der nach 3:40:52 Stunden ins Ziel kam. Sam Long wurde kurz vor der Finish Line sogar noch von Casper Stornes abgefangen (3:41:58 Stunden) und kam nach 3:42:09 Stunden auf Rang vier ins Ziel.

Peter Jacob / spomedis Lange in Führung, kurz vor dem Ziel aber abgefangen: Jonas Schomburg lieferte ein starkes Rennen (Archivbild).

Blummenfelt erklärte nach seinem Sieg, er habe sich beim Lauf „sehr gut“ gefühlt – sei aber überrascht gewesen, dass er auf der Laufstrecke Sam Long überholen musste, den er auf dem Rad hinter sich gewähnt hatte. Jonas Schomburg bilanzierte: „Es war ein großartiger Tag. Ich wollte das Rennen so hart wie möglich angehen. Beim Lauf habe ich gemerkt, dass ich auf dem Rad zu viel investiert habe. Ich bin froh über den zweiten Platz.“

Ironman 70.3 Oceanside 2026 | Profi-Männer

28. März 2026 | Oceanside, Kalifornien (USA)
PlatzNameLandGesamt1,9 km Swim90 km Bike21,0975 km Run
1Kristian BlummenfeltNOR3:40:0822:492:05:411:07:01
2Jonas SchomburgGER3:40:3222:262:04:121:09:38
3Casper StornesNOR3:41:5822:372:05:391:08:35
4Sam LongUSA3:42:0924:252:02:041:11:25
5Jason WestUSA3:43:1722:432:07:141:08:36
6Jonas HoffmannGER3:43:4824:002:04:461:10:19
7Jackson LaundryCAN3:44:1924:072:04:151:11:13
8Ben KanuteUSA3:44:3322:412:05:481:11:45
9Marc DubrickUSA3:44:4722:242:06:271:11:12
10Sam AppletonAUS3:44:5922:412:05:581:11:31
16Jan StratmannGER3:49:0522:462:05:371:15:55
Getty Images Auf dem Rad in einer eigenen Liga: Taylor Knibb spielte ihre Stärke beim Sieg in Oceanside voll aus (Archivbild).

Das Frauenrennen: Lopes führt das Feld aus dem Wasser

Beim Schwimmen hatte die Brasilianerin Vittoria Lopes das Tempo bestimmt. An ihren Füßen hing allerdings konstant Taylor Knibb innerhalb einer fünfköpfigen Spitzengruppe. Die Verfolgerinnen um Ironman-Weltmeisterin Solveig Løvseth konnten die Pace nicht mitgehen. Die Führungsgruppe um Lopes und Knibb kam nach 23:23 Minuten aus dem Wasser. Solveig Løvseth folgte 2:50 Minuten später als Zehnte.

Knibb eine Klasse für sich

Auf der Radstrecke spielte Knibb ihre Stärke beeindruckend aus. Als die US-Amerikanerin auf das Pedal drückte, konnte keine Konkurrentin folgen. Hinter der Führenden kam allerdings Bewegung ins Feld. Nach 2:15:27 Stunden auf dem Rad durfte Knibb die Laufschuhe anziehen und nahm den Halbmarathon mit einem komfortablen Vorsprung in Angriff. Der Bikesplit bedeutete zugleich eine neue Bestzeit auf der Radstrecke. Die hatte bisher Daniela Ryf mit 2:18:00 Stunden aus dem Jahr 2019 gehalten hatte.

Souveräner Triumph

Als erste Verfolgerin ging Solveig Løvseth 4:30 Minuten nach Knibb auf die Laufstrecke, dahinter folgte die Dänin Sif Bendix Madsen weitere 30 Sekunden später, musste aber kurze Zeit später aussteigen. So wurde die Französin Audrey Merle auf Rang drei gespült. In dieser Reihenfolge ging es schließlich auch über die Ziellinie. Knibb lief ihrem Sieg (4:01:39 Stunden) souverän entgegen. Løvseth sicherte sich Rang zwei nach 4:03:34 Stunden, Merle wurde Dritte in 4:10:33 Stunden.

Ironman 70.3 Oceanside 2026 | Profi-Frauen

28. März 2026 | Oceanside, Kalifornien (USA)
PlatzNameLandGesamt1,9 km Swim90 km Bike21,0975 km Run
1Taylor KnibbUSA4:01:3923:292:15:271:17:28
2Solveig LøvsethNOR4:03:3426:132:17:121:14:49
3Audrey MerleFRA4:10:3324:432:21:031:19:21
4Grace ThekAUS4:15:2227:052:23:541:18:52
5Jackie HeringUSA4:15:4226:162:24:561:18:54
6Marta SanchezESP4:16:5523:332:22:281:25:18
7Kirsten KasperUSA4:17:4623:302:27:561:21:13
8Amelie KretzCAN4:19:5026:112:25:131:23:27
9Danielle LewisUSA4:21:1928:432:22:361:24:38
10Grace AlexanderUSA4:21:3024:432:24:001:26:49

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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