Durability im Triathlon: Warum die Ermüdungsresistenz für die Langdistanz wichtiger ist als deine VO₂max und wie du sie gezielt trainierst.
Deine VO₂max ist beeindruckend. Deine Laktatschwelle sitzt. Deine Trainingszonen sind perfekt kalibriert. Und trotzdem stehst du bei Kilometer 30 des Ironman-Marathons da wie ein anderer Mensch. Willkommen bei Durability, dem Konzept, das die Trainingswissenschaft gerade neu sortiert.
Wenn die Labordaten lügen
Zwischen deinem perfekten Leistungstest im Labor und dem Abrufen deiner Leistung bei deinem Wettkampf passieren erstaunliche Dinge: Der Puls steigt bei gleicher Leistung um 15 Schläge, die Herzfrequenz-Leistungs-Kopplung verabschiedet sich in den Feierabend, und der schöne runde Tritt aus der Rollentrainerstunde weicht dem verzweifelten Versuch, überhaupt noch die Pedale zu spüren. Wer sich jetzt sagt „das kenn ich“ – willkommen im Club. Und willkommen in einer Diskussion, die die Sportwissenschaft fundamental umkrempelt.
Denn was Athleten seit Jahrzehnten aus Erfahrung wissen, hat die Physiologie erst 2021 offiziell in Worte gefasst: Die klassischen Leistungsparameter wie VO₂max, Laktatschwelle und VLamax, werden bei ausgeruhten Athleten in kontrollierten Laborbedingungen gemessen. Nur macht der Körper im Rennen nicht das, was er im Labor macht. Und was ihm dann fehlt, hat einen Namen: Durability.