Pain Caves:
Vasco (42) aus Bremen will für den Fall der Fälle gerüstet sein

Erinnerungsstücke, Trainingstools, Werkzeug: Das gesamte Triathlonleben von Vasco Sehn aus Bremen befindet sich in einem Raum.

In seinem kleinen Kellerzimmer befindet sich nahezu alles, was Vasco Sehn mit Triathlon verbindet. Die beinahe schon obligatorische Rolle, in die ein Argon-Rad gespannt ist, steht auf einer Trainingsmatte vor einem Sideboard, auf dem neben einem Stapel triathlon-Magazine ein Laptop auf virtuelle Ausfahrten wartet. Ein Ventilator versorgt den 42-Jährigen dabei mit kühler Luft, während eine handliche Box die richtige Sounduntermalung liefert. Darüber hängt ein Fernseher. Eine Auswahl von 15 Videospielen bietet Stoff für die Freizeit und gegen Langeweile. 

Bisheriges Highlight war der Ironman 70.3 Rügen

An der gegenüberliegenden, holzvertäfelten Wand prangen diverse Startnummern und Erinnerungsfotos an Vasco Sehns bisheriges Highlight: Den Ironman 70.3 auf Rügen im Jahr 2018, den er in 5:35:24 Stunden absolviert hat. Es war seine erste Mitteldistanz.

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Ausrüstung stapelt sich an der Wand

Für die ausreichende Trainingsverpflegung sorgt ein Kühlschrank, auf dem ein Energieriegel-Karton und Trinkflaschen stehen. Darunter mischen sich Werkzeuge und Pflegemittel. In selbstgebauten Holzregalen hat der Bremer seine gesamte Sportausrüstung untergebracht: Lauf- und Radschuhe stapeln sich, darüber befinden sich Türme an Kleidung, aber auch Finishermedaillen, Standpumpe, Trinkflaschen, Helme und Fachliteratur wie die Triathlonbibel. Unter dem Regal steht unscheinbar eine Waage – doch ihre Bedeutung sollte nicht unterschätzt werden.

privat

Waage gibt die Initialzündung

Denn eine Waage war es, die Vasco Sehn letztlich erneut zum Triathlon geführt hat, nachdem der Fluggerätemechaniker bereits in seiner Jugend zunächst für zwei Jahre vom Schwimmen zum Triathlon gewechselt war. Durch Beruf, Frau und Familie rückte Sport im Allgemeinen für Vasco Sehn aber immer mehr in den Hintergrund, bis er komplett aus seinem Leben verschwunden war. „Mit Mitte 30 hat mich dann die Waage dermaßen geschockt, dass ich mit Joggen begonnen habe“, erklärt der heute 42-Jährige. Von Arbeitskollegen überzeugt, meldete er sich zu einem Hindernislauf an und war so begeistert davon, dass er an zahlreichen weiteren Laufveranstaltungen teilnahm. „Über Umwege bin ich dann zum 24-Stunden-Rennen Rad am Ring gekommen“, sagt Vasco Sehn. 

Erster Triathlon: Sprintdistanz in Bremen

Doch da ging noch mehr: „Weil noch ein Rennrad im Stall stand, dachte ich mir, ich könnte ja mal schauen, ob ein Triathlon in der Nähe ausgetragen wird“, erinnert sich der Bremer an seine damaligen Überlegungen. So ging er 2017 in seiner Heimatstadt auf der Sprintdistanz an den Start. „Im Ziel habe ich mit anderen Athleten sofort den Plan gefasst, den Ironman 70.3 Rügen zu absolvieren“, sagt Sehn. Den Plan hat er 2018 in die Tat umgesetzt und sich mittlerweile auch einem regionalen Verein angeschlossen.

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Kettlebells und Seile sorgen für Abwechslung

Vier bis acht Stunden verbringt Vasco Sehn pro Woche in seinem Trainingsraum, je nach Wetterlage. Ein großes Fenster gewährt während der Einheiten Ausblicke in den Garten – vorbei an einem alten Stahlrenner aus dem Jahre 1984. “Den habe ich selbst hergerichtet, das ist eine kleine Leidenschaft von mir. Ich schraube für mein Leben gern”, sagt Sehn. “An schönen Tagen kommt das Rad für die Fahrt zur Eisdiele zum Einsatz.”

Nicht der Schnellste – aber auffällig

Dass der Bremer in seinem Kellerraum nicht nur auf der Rolle sitzt, verraten Kettlebells unter dem Regal und TRX-Seile, die an der Decke angebracht sind. An einer Wand hängt sein Rennrad, ein Contoura Passero. “Ich habe es farblich etwas umgestaltet”, erklärt der 42-Jährige: “Wenn man schon nicht der Schnellste ist, dann fällt man so wenigstens auf.” Unter dem Rad sind Zugseile als Schwimmtraining-Alternative installiert. Viel Equipment – denn Vasco Sehn hatte sich für dieses Jahr viel vorgenommen.

Ungewisse Situation: „Derzeit steht alles in den Sternen“

2020 standen zwei Mitteldistanzen auf dem Plan, die der 42-Jährige unter fünf Stunden finishen wollte. „Das steht derzeit alles in den Sternen, aber ich trainiere weiter, um im Fall der Fälle fit zu sein“, sagt der Bremer. Auch das Freiwasserschwimmen bei acht Grad habe er schon begonnen. „Total bekloppt“, sagt er augenzwinkernd.


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