Wenn klassische Ziele ihren Reiz verlieren, muss die nächste Herausforderung nicht automatisch extremer werden. Trailrun, Swimrun, Freiwasserschwimmen, Radabenteuer oder eigene Challenges können neue Motivation bringen – sofern sie zum sportlichen Hintergrund, zum Alltag und zur richtigen Portion Respekt passen.

Krasse Zahlen, große Geschichten und Menschen, für die scheinbar keine körperlichen Grenzen existieren: Joyce Hübner rennt 367 Marathons an 367 Tagen. Rachel Entrekin läuft 253 Meilen durch Arizona und gewinnt den Ultralauf „Cocodona 250“ als erste Frau in der Gesamtwertung. Arda Saatçi kämpft sich rund 600 Kilometer zu Fuß durch Hitze, Müdigkeit und mentale Tiefpunkte vom Death Valley bis zum Santa Monica Pier. Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski umrunden derzeit Europa mit dem Gravelbike: 24.000 Kilometer, 27 Länder, 250.000 Höhenmeter.
Ultra-Ausdauersport liegt offensichtlich im Trend und liefert Bilder, die viele Menschen faszinieren: Stirnlampen in der Nacht, einsame Straßen, schmerzende Füße, Schlafmangel, Wetterwechsel, Zielankünfte nach Tagen statt Stunden. Das kann inspirierend und einschüchternd zugleich sein. Denn die nächste Herausforderung muss nicht automatisch extremer, länger oder spektakulärer sein als alles Bisherige. Für die meisten Athletinnen und Athleten beginnt die spannendere Frage viel näher am eigenen Alltag: Was reizt mich noch, wenn ich schon ein großes Ziel wie Mittel- oder Langdistanz abgehakt habe und meine Komfortzone erneut verlassen will?











