Ein smartes Bike oder ein Bike für deinen Smarttrainer? Zwift präsentiert mit dem Ride ein neues Device, das irgendwo dazwischen liegt. Auch preislich.
Wer nach einer indoor überwinterten Trainingssaison sein Triathlonrad wieder straßentauglich machen wollte, musste sich oft durch mehrere Lagen salzigen Sediments kämpfen, bis Bremsen und Schaltung wieder freigelegt und funktionsfähig waren. Zwar haben die meisten Hersteller ihre Rahmen, auch die aus Carbon, inzwischen für den Indoor-Gebrauch freigegeben, doch die feine Anbautechnik leidet, wenn der Fahrtwind die Schweißtropfen nicht zur Seite fegt, bevor diese das Equipment erreicht haben. Die Alternative war bisher, ein altes Rad auf der Rolle aufzufahren oder sich ein komplettes Smartbike zuzulegen, das mit etwa 2.500 Euro zu Buche schlägt.
Stahl statt Carbon für Stabilität im Wohnzimmer
Die Plattform Zwift, die von der Coronapandemie profitierte wie sonst nur Onlinemeetingräume und Lieferdienste, präsentierte heute ein neues Bike, das irgendwo dazwischen liegen soll: keine kompakte Integration wie bei einem Smartbike, sondern ein über 25 Kilogramm schweres Stahlgestell, das die Verbindung von Fahrergeometrie, Smarttrainer und allerlei nützlichen Applikationen herstellen soll. Zwift selbst spricht von einem „jederzeit einsatzbereiten, kompletten Indoorcycling-Set-up, mit dem das volle Zwift-Erlebnis genutzt werden kann“. Die neue Variante des Smartbikes kombiniert den Zwift Smart Frame mit einem Smarttrainer und bietet so ein bequemes und gemeinsam nutzbares Indoor-Bike für das Fahren mit Zwift. Sämtliche Bedienelemente sind dabei schon an Ort und Stelle: Am Lenker sind die vom Zwift Play bekannten Bedienelemente verbaut, an den Bremsgriffen kann wie outdoor geschaltet werden (sogar einstellbar nach Shimano, Sram und sequenziell) und mit dem Zwift Cog mit nur einem Ritzel entfällt das laute und verschleißbehaftete Umwerfen der Kette.
Einfache Verstellmöglichkeiten für gemeinsame Nutzungen
„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das Zwiften einfacher zu machen, indem wir die Kosten und die Komplexität der Hardware reduzieren“, sagt Eric Min, CEO und Mitbegründer von Zwift, zum Launch. Zwift Ride ist sauber, leise, einfach einzurichten und einzustellen und kann mit jedem Mitglied des Haushalts geteilt werden. Einmal aufgebaut sind es drei Schrauben, die mit dem Frame Key (so nennt der Hersteller den im Oberrohr versenkbaren Sechskantinnenschlüssel) bedient werden müssen, um das Set-up an die Geometrie verschiedener Benutzer anzupassen. Dazu wird eine Tabelle geliefert, die anhand der Körpermaße (zwischen 152 und 198 Zentimetern und bis zu 120 Kilogramm Gewicht) die wahrscheinlichste Buchstabenkombination für die Skalen an den drei Verstellpunkten auswirft, auf deren Basis man sich dann an die Feineinstellungen machen kann.
Erste Eindrücke im Video
Wir hatten die Gelegenheit, uns den Zwift Ride schon einmal anzuschauen und einem ersten Praxistest zu unterziehen. Das Ergebnis findet ihr in einem Video auf unserem YouTube-Kanal triathloninsider.
Rahmenset noch nicht einzeln verfügbar
Wer mit dem Zwift Ride in das Indoortrainingserlebnis starten will, kann das Set inkl. dem etablierten Smarttrainer Kickr Core von Wahoo ab dem 26. Juni 2024 für 1.299 Euro bestellen. Wer bereits einen Smartrainer besitzt, muss sich noch etwas gedulden: Ab Herbst soll das Rahmenset inklusive der Bedienelemente auch einzeln erhältlich sein, ein Preis dafür steht noch nicht fest. Optional ist in beiden Fällen ein Tablethalter, der noch einmal mit 49,99 Euro zu Buche schlägt. Nicht im Preis enthalten ist zudem die Mitgliedschaft auf der Plattform Zwift, deren Monatspreis kürzlich von 15 auf 20 Euro angehoben wurde.