Der Traum von Hawaii? Schnell abgehakt. Weil Andreas Lenz bei seinem Triathloneinstieg sofort erfolgreich ist, braucht er bald neue Ziele. Der 34-jährige Oberbayer findet sie in extremen Herausforderungen. Beim Inferno Triathlon in der Schweiz bezwingt er Berge, ist fasziniert von der atemberaubenden Natur und klettert aufs Podium.
Das nennt man wohl einen Blitzstart. Als Andreas Lenz im Jahr 2018 anfängt, regelmäßig für Triathlon zu trainieren, gelingt ihm bereits wenige Monate später bei seiner ersten Langdistanz, dem Ironman Emilia-Romagna in Italien, der große Coup: die Qualifikation für Hawaii. Mit einer Zeit von 9:10:34 Stunden. „Das war zwischen Ende des Studiums und Jobanfang. Da habe ich viel Zeit gehabt und war richtig fit.“ Seine Trainingsumfänge, so der heute 34-Jährige, werden vermutlich nie wieder so hoch sein wie in dieser Phase. Ein Jahr später geht Lenz dann tatsächlich bei der WM auf Big Island an den Start. „Erst im Nachhinein ist mir bewusst geworden, was ich da in kürzester Zeit erreicht habe. Und dass andere jahrelang darauf hinarbeiten, einmal auf Hawaii starten zu können.“
Blutige Füße zur Premiere
Natürlich ist der Oberbayer aus Miesbach sportlich nicht unbeleckt, als er im Triathlon durchstartet. Er kommt aus dem Radsport, war jahrelang in einem Rennteam, für das er Mountainbike fuhr, das aber auch Triathleten beheimatet. Die Mitstreiter animierten ihn, den Dreikampf einmal auszuprobieren. So sprang Andreas Lenz 2012 beim Schliersee Alpentriathlon ins kalte Wasser. Auf der olympischen Distanz startete er mit Brustschwimmen – Kraulen konnte er zu dem Zeitpunkt nicht – und beendete das Rennen mit blutigen Füßen, weil er glaubte, ohne Socken zu laufen, sei eine gute Idee. Dennoch fand er die Erfahrung spannend, auch wenn es weitere sechs Jahre dauern sollte, bis Lenz sich ernsthaft dem Triathlon widmet.