Die Saison 2025 sollte für Nicolas Mann den nächsten Schritt bedeuten – wurde aber zu einem Jahr des Umbruchs. Warum ein fehlendes Fudament, taktische Fehler und äußere Umstände einen Neustart notwendig machten.

Der Dezember hat etwas Schwebendes. Für Nicolas Mann fühlt sich dieser Monat wie ein Zwischenraum an – ein Ort, an dem die alte Saison bereits verblasst, während die neue langsam Konturen annimmt. Drei Stunden Rollentraining stehen an, ein paar Intervalle lockern die Monotonie auf. Das Surren der Kette mischt sich mit seinen Gedanken. „Jetzt bin ich wieder gut ins Training gekommen“, sagt er – und doch klingt der Satz vorsichtig. Katar, das T100-Finale, das zu diesem Zeitpunkt noch ansteht, betrachtet er nicht als Ende, sondern als Anfang. Als erstes Rennen seiner neuen Saison.
Fehlendes Fundament
Noch zu Jahresbeginn war die Richtung klar. 2025 sollte sein erstes volles Jahr in der T100-Serie werden – ein Platz, den er sich hart erarbeitet hatte. „Ich habe mich da wirklich privilegiert gefühlt“, sagt er. Parallel hielt er sich die Option offen, sich für die Ironman-70.3-WM in Marbella zu qualifizieren, eine Strecke, die ihm seit Jahren liegt. Der Plan war klar: solide T100-Auftritte, dazwischen ein weiteres Mitteldistanzrennen zur WM-Qualifikation, wahlweise Kraichgau oder Nizza.
Doch bereits in den ersten Wochen nach Trainingseinstieg merkte Mann, dass sich etwas nicht richtig anfühlte. Statt wie sonst langsam stärker zu werden, fühlte er sich lange Zeit „grundlos schlecht“. Keine Infekte, keine Verletzung – aber auch keine Fortschritte. Normalerweise sei der Winter seine stärkste Phase. Viel Grundlagenarbeit, hohe Umfänge, das allmähliche Hinwachsen zum ersten Formhoch. Doch 2025 wurden Trainingsstrukturen unter seinem damaligen Trainer Wolfram Bott bewusst verändert: weniger Volumen, mehr Intensität. „Im Nachhinein hat das überhaupt nicht funktioniert“, sagt er. Die gewohnte Basis entstand nie. Der Winter fühlte sich an wie ein Pendeln zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Zwei Wochen, in denen nichts ging, dann eine gute Einheit, dann wieder ein Einbruch. „Irgendwann war klar: Das Fundament fehlt“, sagt er heute. Die Qualifikation für Marbella rückte in die Ferne. Sein Fokus verlagerte sich notgedrungen auf die T100-Serie, weil dort Verpflichtungen warteten – und weil er hoffte, dass die Form irgendwann zurückkehren würde.










