Ironman führt in Zusammenarbeit mit RaceRanger und Aerodynamik-Experten derzeit Tests durch, um die Effekte verschiedener Windschattenzonen zu erfassen. Aus der 12-Meter-Regel könnte bald eine 16- oder 20-Meter-Regel werden.

Ironman untersucht derzeit in einer mehrstufigen Testreihe, welche Auswirkungen unterschiedliche Windschattenabstände im Triathlon haben. Hintergrund ist die Frage, ob der bislang geltende Abstand von zwölf Metern künftig ausgeweitet werden sollte – eine Entscheidung mit potenziell weitreichenden Folgen für das Renngeschehen bei Profi- und Agegroup-Rennen. Ausgangspunkt der Untersuchungen sind unter anderem die in diesem Jahr veröffentlichten RaceRanger-Daten aus der Ironman Pro Series. Die Tests erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Anti-Drafting-System RaceRanger und unter Leitung des Aerodynamik-Experten Marc Graveline.
Ziel der Testreihe ist es, objektive Messdaten zu erheben, die zeigen sollen, in welchem Maß unterschiedliche Abstände zwischen den Athleten Leistungswerte, Überholvorgänge und die Felddichte auf der Strecke beeinflussen. Im Fokus stehen dabei mögliche Effekte bei Ironman- und Ironman-70.3-Rennen.
Sechs Profis testen bei Wettkampfsimulation
Bereits im Juni wurde ein erster Test zur Erhebung von Basisdaten durchgeführt. In dieser Woche folgt in Tucson (Arizona) eine umfangreichere Testphase mit sechs Profis. Vor den Gruppentests wird für alle Teilnehmer der aerodynamische Widerstandsbeiwert (CdA) bestimmt. Anschließend absolvieren die Athleten mehrere Fahrten bei wettkampftypischer Geschwindigkeit und Leistung im Bereich eines Ironman-70.3-Rennens.
Getestet werden Abstände von 12, 16 und 20 Metern. Die Fahrräder sind mit Messtechnik ausgestattet, die unter anderem Leistung, Geschwindigkeit, Wind, Luftdichte und Streckenprofil erfasst. RaceRanger unterstützt dabei, die vorgesehenen Abstände einzuhalten und mögliche Abweichungen zu dokumentieren. Durch den Vergleich der individuellen CdA-Werte mit den Gruppendaten sollen mögliche Leistungseffekte in Abhängigkeit von Abstand und Position ermittelt werden. Die gewonnenen Daten werden anschließend ausgewertet und auf andere Renngeschwindigkeiten hochgerechnet. Für Anfang 2026 plant Ironman zusätzliche Tests während laufender Veranstaltungen, um die Ergebnisse unter realen Wettkampfbedingungen zu überprüfen.
Mögliche Neugestaltung der Windschattenzone
Langfristig sollen die Erkenntnisse in eine Entscheidung zur künftigen Gestaltung der Windschattenzone einfließen. Dabei sollen neben den Messergebnissen auch organisatorische Aspekte wie Felddichte, Startformate und Streckenlogistik berücksichtigt werden. Mögliche Anpassungen könnten sowohl den Abstand als auch die erlaubte Überholzeit betreffen.
Der aktuell gültige Windschattenabstand von zwölf Metern für Profiathleten wurde 2015 mit der Einführung einheitlicher globaler Wettkampfregeln festgelegt. Zuvor variierten die Abstände je nach Land und Verband meist zwischen sieben und zehn Metern. Ob und in welcher Form es künftig zu einer Veränderung kommt, soll die laufende Testreihe klären.









