Mehr Chancen, mehr Nationen: IOC genehmigt Qualifikationssystem für Olympische Spiele LA28

Road to LA28 im Triathlon: Das Internationale Olympische Komitee hat die Kriterien zur Qualifikation für die Olympischen Spiele in Los Angeles bestätigt. Globaler, inklusiver und chancenreicher als bisher.

Frank Wechsel / spomedis

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das vom Weltverband World Triathlon vorgelegte Qualifikationssystem für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles genehmigt. Das System baut auf dem Rahmen früherer Zyklen auf und enthält Neuerungen, die darauf abzielen, die globale Repräsentation zu erweitern. Wie bereits bei den vergangenen Spielen werden insgesamt 110 Startplätze vergeben, jeweils 55 für Frauen und Männer, verteilt auf die Einzelrennen sowie die Mixed Relay. Der Qualifikationszeitraum läuft vom 18. Mai 2026 bis zum 18. Mai 2028.

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Qualifikation über die Mixed Relay

Ein zentraler Bestandteil der Olympia-Qualifikation bleibt die Mixed Relay. Das Gastgeberland USA erhält – sofern startberechtigte Athletinnen und Athleten vorhanden sind – automatisch zwei Männer- und zwei Frauenquotenplätze. Und damit ein Mixed-Relay-Team. Zusätzlich qualifizieren sich die Sieger der Mixed-Relay-Weltmeisterschaften von World Triathlon 2026 in Hamburg und 2027 jeweils mit zwei Frauen- und zwei Männerstartplätzen für ihr Nationales Olympisches Komitee (NOK).

Weitere 16 Frauen- und 16 Männerstartplätze werden über das olympische Mixed-Relay-Qualifikationsranking von World Triathlon vergeben. Dabei erhält das jeweils bestplatzierte NOK jedes Kontinents, das noch nicht qualifiziert ist und innerhalb der Top15 liegt, ein 2–2-Kontingent. Die verbleibenden Quotenplätze werden nach Ranglistenplatzierung verteilt. Insgesamt werden über Gastgeberregelung und Mixed-Relay-Qualifikation 22 der 55 Startplätze pro Geschlecht vergeben.

Optionen für die Einzelrennen

Für die Einzelrennen stehen 21 Startplätze pro Geschlecht über die individuelle olympische Qualifikationsrangliste zur Verfügung (Stichtag: 18. Mai 2028). Dabei gilt: Bei NOKs, die sich bereits über die Mixed Relay oder als Gastgeber ein 2–2-Kontingent gesichert haben, werden ihre jeweils zwei bestplatzierten Athletinnen und Athleten nicht bei dieser individuellen Vergabe berücksichtigt.

Eine wesentliche Neuerung betrifft die sogenannte „New-Flag“-Regel. Erstmals werden pro Kontinent zwei feste Qualifikationsplätze vergeben – einer über Kontinentalspiele, einer über die World-Triathlon-Weltrangliste. Damit erhalten bis zu zehn Athletinnen und Athleten (je zwei Frauen und Männer pro Kontinent) aus ansonsten nicht qualifizierten Nationen einen garantierten Weg zu den Spielen. Ergänzt wird das System durch maximal zwei Universalitätsstartplätze pro Geschlecht, die von der Tripartite Commission an unterrepräsentierte NOKs vergeben werden.

Das sagt der Präsident

Antonio Arimany, Präsident von World Triathlon, betont anlässlich der Neuerungen im Qualifikationsmodus: „Wir haben uns erfolgreich für eine historische Ausweitung der ‚New-Flag‘-Regel eingesetzt. Erstmals in der olympischen Geschichte unseres Sports wird es zwei fest zugewiesene Qualifikationsplätze pro Kontinent für Nationen geben, die sich nicht anderweitig qualifiziert haben. Dies ist keine geringfügige Anpassung. Sondern eine strukturelle Veränderung, die Athletinnen und Athleten aus aufstrebenden Triathlon-Nationen den Weg auf den blauen Teppich in Los Angeles deutlich öffnet. Damit wird der olympische Traum für mehr Athletinnen und Athleten als je zuvor zu einem realistischen und greifbaren Ziel.“

Wer darf dabei sein?

Teilnahmeberechtigt sind Athletinnen und Athleten, die spätestens am 31. Dezember 2010 geboren wurden. Sie müssen während des gesamten Qualifikationszeitraums dieselbe nationale Föderation vertreten und zum Ende des Qualifikationszeitraums unter den Top 160 der World-Triathlon-Weltrangliste geführt werden. NOKs mit mindestens drei Athletinnen oder Athleten in den Top 30 können bis zu drei Startplätze pro Geschlecht vergeben. Alle anderen Nationen sind auf maximal zwei Athleten begrenzt.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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