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Boris Steins Karriereende und einige Hintergründe

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Er gehört zu den stärksten Radfahrern im Triathlon, kann mit seiner offensiven Renngestaltung selbst große Rückstände aufholen und im Kampf um die vordersten Platzierungen mitmischen. Boris Stein kann auf eine erfolgreiche Profikarriere im Triathlon zurückblicken, und macht mit dieser jetzt Schluss – nicht sofort, jedoch zum Ende dieser Saison, wie er auf seinem Instagram-Account bekanntgab. „Ich bin dankbar, in den vergangenen zehn Jahren meine Kosten mit diesem Sport decken zu können. Ich mag aber auch den Gedanken an ein Karriereende, bei dem ich zumindest teilweise konkurrenzfähig bin und meinen Körper nicht an das absolute Limit bringen muss“, sagt Stein.

Auf Anfrage von tri-mag.de nennt Boris Stein weitere Hintergründe seines Rückzugs. „Während der Pandemie und den vielen Krisen dieser Zeit habe ich mich in letzter Zeit gehäuft gefragt, wem mein Dasein als Profitriathlet genau nützt, außer mir persönlich. Mit dem Rückzug wichtiger Sponsoren 2021 fiel zusätzlich das Argument, dass ich meinen Beitrag zum Familieneinkommen leiste, weg. Leistung bei Wettkämpfen ist immer mehr zur Pflicht geworden und es fiel mir schwer, unter diesen Voraussetzungen meine beste Leistung zu bringen.“ Von seinem Entschluss erwarte er sich nun, dass im Hinblick auf eine kompromisslose Langdistanzvorbereitung aus dem „müssen“ wieder ein „dürfen“ werde. „Aktuell habe ich das Gefühl, dass die Entscheidung genau richtig war“, so Stein.

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Zwei gegensätzliche Langdistanzen als Abschluss

Grußlos abtreten will der 37-Jährige jedoch nicht. Er habe nach wie vor Spaß am Training sowie der Performance-Optimierung und wolle den Rest der Saison dafür nutzen. Im Rennkalender stehen für Boris Stein daher noch zwei Rennen des Rhein-Neckar-Cups am 23. Juli und 28. August in Ladenburg und Viernheim. „Ich habe immer gern regionale Rennen gemacht und bin froh, dass sie nach der Pandemie zurück sind. Solche Veranstaltungen möchte ich nach Kräften unterstützen, da sie für altersunabhängigen Nachwuchs im Sport sorgen“, begründet Stein diese zwei Starts.

Den krönenden Abschluss soll es dann in Form von zwei Langdistanzen geben, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Genau diese Unterschiede reizen Boris Stein und haben ihn letztlich zur Anmeldung bewogen. „Die penible Vorbereitung auf einen Höhepunkt ist für mich eine Faszination des Triathlons auf der Langdistanz. Entsprechend werde ich auch keine halben Sachen machen“, sagt er. Beim Ironman Wales, der am 11. September stattfindet, passt insbesondere die Radstrecke mit ihren knapp 2.500 Höhenmetern optimal zu Steins Athletenprofil. „.Der Ironman Wales steht für mich für den traditionellen Triathlon: Man wird auf der anspruchsvollen Strecke keine Kampfrichter brauchen, denn jeder kämpft vorrangig für und gegen sich anstatt die Gegner“, sagt Stein. Den Saison- und Karriereabschluss bildet schließlich der Ironman Israel am 25. November am See Genezareth. Auf der relativ flachen Strecke kann Boris Stein hier noch einmal alles aus sich herausholen, was die Beine und die passende Übersetzung am Rad hergeben. „Der Ironman Israel steht für den modernen Triathlon: Als Kontinentalmeisterschaft wird es ein größeres Starterfeld geben und auf einer flachen Wendepunktstrecke kommt es sicher zu viel Gegnerkontakt sowie einem taktischen Rennen. Primär möchte ich hier aber einfach noch mal insgesamt schnell sein und insbesondere schnell laufen“, sagt er als Ausblick auf sein letztes Rennen.

Boris Stein ist erstmalig beim Ironman 70.3 Wiesbaden in Erscheinung getreten, bei dem er 2010, noch als Agegrouper startend, den fünften Platz belegte und einige Profis in Staunen versetzte. Im Jahr 2012 löste er schließlich selbst die Profilizenz, 2013 folgte die erste Langdistanz.

„Es gibt ein Leben nach dem Profisport“, so die Aussage von Boris Stein. Wie dieses konkret für ihn aussehen soll, ob er in seinen Beruf als Lehrer zurückkehrt oder sich als zweifacher Vater zunächst der Familie widmet, ließ er noch offen.

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Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und hat 2023 beim Ironman Frankfurt ihre erste Langdistanz absolviert. Es war definitiv nicht die letzte.
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4 Kommentare

  1. Schade, dass Stein sein Schwimmdefizit nie richtig aufgearbeitet bekommen hat. So war er vom Start weg immer in einer defensiven Position. Was er daraus dann aber immer wieder noch gemacht hat, wenn man heutzutage sieht, wie sehr die Sportler davon profitieren, dass sie legal im Windschatten ihrer Vorderleute fahren, ist großartig! Ich wünsche Stein nochmal vier tolle letzte Rennen mit gerne noch einem finalen Ausrufezeichen (Podiumsplatz) auf mindestens einer seiner Langdistanzen.

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