NEU! triathlon-News Ausgabe vom 8. Oktober, 06:02 Uhr · 0:46 Min · Kurzfassung

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Entscheidung fällt in 2029: Olympia-Medaillen über die T100-Distanz?

Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Hamburg spricht World-Triathlon-Präsident Antonio Fernández Arimany im Interview von tri-mag.de über die neue Triathlon World Tour, den Stellenwert der WM für die Olympia-Qualifikation, das Testevent in Long Beach – und darüber, warum er die T100-Distanz ins olympische Programm von Brisbane 2032 bringen will.

Frank Wechsel / spmedis World-Triathlon-Präsident Antonio Fernández Arimany in Hamburg

Antonio, noch ein Jahr bis zur Weltmeisterschaft, dem Grand Final 2027, hier in Hamburg. Was dürfen wir im kommenden Jahr erwarten?

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Die Erwartungen sind sehr hoch, denn was wir hier erwarten, ist ein großes Fest des Triathlons. Es wird das größte Event des nächsten Jahres sein – in jeder Hinsicht: für die Elite, für die Para-Triathleten, für die Agegrouper. Das wird die wichtigste Veranstaltung, das Hauptevent im Triathlonsport. Und wenn man die Tradition dieses Rennens kennt, weiß man: Das wird riesig.

Die Tradition ist das eine, die Veränderungen in der Triathlonwelt sind das andere. Das Event wird im nächsten Jahr anders aussehen, als wir es bisher kennen.

Ja, absolut. Es ist das erste Jahr der Triathlon World Tour, und damit wird es die erste Weltmeisterschaft innerhalb dieser Tour sein. Das macht die Dinge sehr anders: Das Niveau des Sports, die Vermarktung und die Sichtbarkeit dieses Events werden sich komplett von dem unterscheiden, was es bis zu diesem Jahr war. Es wird in mehr Ländern zu sehen sein, die Aktivierung wird größer, die Zahl der Aktivitäten wird größer. Es ist der Beginn einer neuen Ära im Triathlon.

Wie werden die Athleten davon profitieren?

Die Athleten profitieren, weil der Sport wächst und das Event wächst. Das wird für sie vorteilhafter sein – beim Preisgeld, bei der Sichtbarkeit. Sie werden mehr Möglichkeiten haben, Sponsoren zu gewinnen, und ihre Sponsoren werden eher bereit sein, sie zu unterstützen. Ich denke, es ist ein Win-win für alle – und vor allem natürlich für die Athleten.

Es geht um Punkte, es geht um Geld – aber auch um die Qualifikation für Los Angeles 2028.

Ja, Hamburg ist eines der Schlüsselereignisse in der Qualifikationsperiode. Es ist die letzte Weltmeisterschaft vor den Olympischen Spielen in Los Angeles, also absolut entscheidend. Die Serienrennen im nächsten Jahr und die Weltmeisterschaft sind die wichtigsten Events, wenn es um Qualifikationspunkte geht – und darum zu sehen, wo alle stehen.

Vor Hamburg im September steht in Juli das Testevent in Los Angeles an. Wie laufen die Vorbereitungen?

Das Testevent ist entscheidend, damit die Athleten die Strecke kennenlernen. Wir sind in Long Beach, einem großartigen Austragungsort – ich glaube, dem besten Venue der gesamten Olympischen Spiele. Das ist ein Privileg. Und dieses Event ist für die Athleten so wichtig, weil es im Triathlon bei Olympia, wie ihr wisst, nur das Finale gibt, keine Vorläufe. Deshalb wollen alle den Kurs testen, um im Jahr darauf die bestmögliche Leistung abrufen zu können.

Nach LA28 mit den Einzelrennen über die olympische Distanz und der Mixed Team Relay kommt Brisbane 2032. Wie viele Medaillenentscheidungen werden wir in Brisbane haben?

Wir wollen unsere Präsenz ausbauen. Deshalb arbeiten wir mit dem IOC und dem lokalen Organisationskomitee daran, die T100 ins olympische Programm aufzunehmen. Wir schauen uns auch neue Disziplinen an, die zu unserem Verband gekommen sind – Hyrox etwa. Auch das könnte Teil der Olympischen Spiele sein. Im Moment arbeiten wir daran. Aber ich sage immer: Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Wir sind diejenigen, die diese Events größer machen müssen. Und wenn die Events größer sind, bin ich sicher, dass das IOC aufmerksam wird – dann haben wir eine große Chance, sie ins Programm zu bekommen.

Wir haben gesehen, dass Athleten, die von der olympischen Distanz kommen, in der T100 direkt sehr gute Chancen haben – anders als bei einem Langdistanzrennen über acht Stunden. Wird die T100 die Distanz sein, die ihr für die Olympischen Spiele vorschlagt, oder könnte es auch eine längere werden?

Im Moment setzen wir auf die T100-Distanz, weil sie etabliert ist und Teil der Triathlon World Tour. Das ist das Format, das wir dem IOC und Brisbane vorgeschlagen haben und weiter vorschlagen – auch, weil wir mit dem Rennen an der Gold Coast ein sehr wichtiges T100-Event in der Region haben und man dort voll hinter diesen neuen Events steht. Deshalb arbeiten wir in diese Richtung. Aber wie gesagt: Wir müssen die Rennen noch viel populärer und bedeutender machen. Das ist die Arbeit der nächsten Jahre.

Und wann fällt die Entscheidung?

Nach den Plänen des IOC wird über neue Medaillenwettbewerbe im Jahr 2029 entschieden. Das ist gut für uns, denn so bleibt uns Zeit, weiterzuarbeiten und dem IOC und der Sportwelt zu zeigen, was unser Sport ist – und warum wir neue Medaillenentscheidungen verdienen.

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Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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