Mittwoch, 21. Februar 2024
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„Ich hatte am Wettkampftag gewaltigen Respekt vor den Bedingungen“

Frederic Funk, das Rennen hat ja erst einmal nicht so optimal begonnen, was die äußeren Bedingungen betrifft – das Schwimmen wurde abgesagt. Inwiefern hat sich das auf deine Taktik ausgewirkt?

Als das Schwimmen abgesagt wurde, hat mich das echt geärgert, weil ich normalerweise mit der ersten Gruppe aus dem Wasser komme. Da musste ich dann einfach das Beste aus der Situation machen, wie alle anderen auch. Meine Taktik hat sich dadurch aber nicht verändert. Nur auf dem Rad waren von Anfang an zwei bis drei Leute mehr dabei, die mir hätten gefährlich werden können. Mit dem Schwimmen hätten die vermutlich weiter zurückgelegen.

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Du bist ein starker Radfahrer, was du im Rennen auch zeigen konntest. Wie bist du mit den Bedingungen zurechtgekommen, die selbst für Lanzarote extrem anspruchsvoll waren?

Zwei Tage vor dem Rennen waren schon ähnliche Bedingungen wie am Wettkampftag. Als ich die Strecke im Vorfeld abgefahren bin, hatte ich schon so ein paar Momente, die mir richtig Angst gemacht. So hatte ich am Wettkampftag gewaltigen Respekt vor den Bedingungen. Im Rennen selbst musste man durchgehend konzentriert sein und bei den Abfahrten auch mal den Kopf ausschalten. Das habe ich geschafft und so hat es mir dann auch irgendwie Spaß gemacht. Ich habe es sogar geschafft, meine persönliche Maximalgeschwindigkeit zu toppen, ohne dass ich mich dabei besonders unwohl gefühlt habe. Bei einer nicht abgesperrten Strecke wäre das Radfahren bei solchen Bedingungen auf jeden Fall zu gefährlich gewesen. Das Gute war auch, dass sich so die Gruppen schnell zerteilt haben und jeder dieselben Wattwerte treten musste, um mitzukommen.

Lief das Rennen denn insgesamt so, wie du es dir vorgestellt hast?

Mein Rennen lief nahezu perfekt. Ich hatte keine konkreten Vorstellungen und habe meine Renntaktik immer von der Rennsituation abhängig gemacht. Das Radfahren war durch den Massenstart und die heftigen Bedingungen sehr selektiv und für mich ging es bis Kilometer 60 nur darum, vorn dabei zu bleiben, bis wir nur noch zu fünft waren. Ich habe dann eigentlich nur die Wattwerte weitergetreten, die wir bis dahin gefahren sind, konnte aber so eine Lücke reißen und das hat mich natürlich motiviert. So habe ich nochmal alles in die letzten 30 Kilometer gesetzt und konnte bis zum Wechsel einen Vorsprung von mehr als zwei Minuten rausfahren, was ich allerdings zu keinem Zeitpunkt wusste. Auch beim Laufen habe ich nie meinen Vorsprung erfahren können und ich wusste, dass bei den Verfolgern sehr starke Läufer wie Heemeryck, Goodwin und Vandendriessche dabei sind. Auf dem sehr anspruchsvollen Kurs über vier Runden konnte ich meine Verfolger zu keinem Zeitpunkt sehen. Ich hatte aber beim Laufen trotz der harten Radleistung sehr gute Beine und konnte von Anfang bis Ende konstant durchlaufen. Mein Ernährungsplan ist perfekt aufgegangen und energetisch hatte ich gar keine Probleme. Erst 100 Meter vor dem Ziel habe ich realisiert, dass keiner mehr von hinten kommt und ich das Rennen tatsächlich gewinne.

Du hast die Qualifikation jetzt mehr als ein Jahr vor der Ironman-70.3-WM schon in der Tasche. Wie sieht deine weitere Planung bis dahin aus?

Als ich mich für Lanzarote gemeldet hatte, war es natürlich das Ziel, die WM-Quali frühzeitig zu holen, um eine stressfreie Vorbereitung und erste Saisonhälfte 2020 zu haben. Irgendwie hab ich aber nicht damit gerechnet, dass es dann tatsächlich klappt. Nun kann ich mich 2020 erstmal auf die beiden Challenge Rennen in Samorin (The Championship) und auf mein Heimrennen Challenge Walchsee konzentrieren. Das wird nächstes Jahr auch die Europameisterschaft sein. Danach kann ich in Ruhe für die WM Ende November aufbauen. Konkrete Pläne gibt es sonst noch nicht, aber so wird es im Groben wahrscheinlich ausschauen.

Hast du für die Weltmeisterschaft schon Ziele definiert oder ist es dafür noch zu früh?

Für Ziele ist es natürlich zu früh, denn in einem Jahr kann sich ganz viel ändern. Wäre die WM schon nächsten Monat, würde ich behaupten, dass eine Top-10-Platzierung ein realistisches Ziel ist.

Was wäre denn die Alternative gewesen, wenn es mit der Quali jetzt nicht geklappt hätte?

Wenn ich die Quali jetzt nicht hätte lösen können, hätte ich mir im nächsten Jahr in der ersten Saisonhälfte ein oder zwei 70.3-Rennen ausgesucht, wo es dann hoffentlich geklappt hätte.

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Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und hat 2023 beim Ironman Frankfurt ihre erste Langdistanz absolviert. Es war definitiv nicht die letzte.
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