Montag, 1. Dezember 2025

Ironman-WM in Nizza: Vier Weltmeister am Start

Am 14. September 2025 trifft sich die Triathlonelite in Nizza zur Ironman-Weltmeisterschaft. Vier ehemalige Champions, fast 40 Prozent Rookies und die größte deutsche Delegation seit Jahren versprechen ein hochklassiges Rennen. Hier ist die Statistik zum Profi-Feld.

Frank Wechsel / spomedis Gibt es wieder einen französischen Sieg an der Côte d’Azur?

Seit Montag ist es offiziell: 59 Profi-Männer haben sich für die diesjährige Ironman-Weltmeisterschaft in Nizza qualifiziert. Titelverteidiger in Nizza ist der Franzose Sam Laidlow, der 2023 im heimischen Nizza Geschichte schrieb und sich mit 24 Jahren zum jüngsten Ironman-Weltmeister der Geschichte kürte. Auch 2025 geht er nach langer Verletzungs- und Leidenszeit als einer der großen Favoriten an den Start. Dass er das Rennen am 14. September gewinnen könnte, hat er zuletzt mit Siegen bei der Challenge Roth und beim Ironman Leeds unter Beweis gestellt.

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Nationen und Zahlen

Insgesamt stammen die 59 Profis aus 22 Nationen. Deutschland stellt mit zehn qualifizierten Athleten das größte Kontingent, jedoch werden nur neun am Start sein, da Johannes Vogel verletzungsbedingt ausfällt. Dicht gefolgt wird Deutschland von den USA mit sieben Startern. Auf den weiteren Plätzen folgen Norwegen mit fünf, sowie Australien, Dänemark, Frankreich und Großbritannien mit je vier Athleten.

  • 10 Starter: Deutschland
  • 7 Starter: USA
  • 5 Starter: Norwegen
  • 4 Starter: Australien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien
  • 2 Starter: Belgien, Brasilien, Spanien, Italien, Neuseeland, Südafrika
  • 1 Starter: Argentinien, Österreich, Kanada, Finnland, Französisch-Polynesien, Polen, Portugal, Schweiz, Uruguay

Bemerkenswert: Während die Franzosen als Gastgeber gegenüber 2024 von sieben auf nur noch vier Athleten zurückgefallen sind, haben die deutschen Männer mit zehn Qualifikanten die Spitze zurückerobert – im Vorjahr standen nur fünf Deutsche an der Startlinie in Kona.

Erfahrung trifft auf Neulinge

Die Felder bei Weltmeisterschaften sind traditionell eine Mischung aus Routiniers und Debütanten – auch 2025 ist das nicht anders. Ganze 21 Athleten, also fast 40 Prozent des Feldes, bestreiten in Nizza ihre erste Ironman-WM und bringen damit frischen Wind ins Starterfeld. Auf der anderen Seite steht mit dem Österreicher Michael Weiss ein echter Routinier am Start: Er nahm bereits zwölfmal an der Ironman-Weltmeisterschaft teil, seinen ersten Start auf Hawaii hatte der 44-Jährige im Jahr 2009, da kam Finn Große-Freese gerade in die dritte Klasse. Ergänzt wird die Liste durch vier ehemalige Weltmeister, die erneut an den Start gehen, sowie drei weitere Profis, die bereits eine WM-Medaille – also einen Platz auf dem Podium – erringen konnten. Bemerkenswert ist auch die Kontinuität: 29 der 45 Starter von Nizza 2025 standen schon im vergangenen Jahr beim WM-Rennen in Kona an der Startlinie.

Die Weltmeister im Feld

Neben dem Nizza-Titelverteidiger Sam Laidlow sowie dem amtierenden Weltmeister Patrick Lange sind die beiden Norweger Gustav Iden und Kristian Blummenfelt Athleten, die sich schon einmal zum König der Triathleten krönen konnten. Mit drei Titeln (2017, 2018 und 2024) ist Patrick Lange derjenige mit den meisten WM-Titeln im Feld.

Weitere Medaillengewinner

Für Nizza haben sich auch mehrere Podiums-Finisher der letzten Jahre qualifiziert. Allen voran Magnus Ditlev. Der Däne stand bei drei Ironman-WM-Starts zweimal auf dem Podium. In Nizza wurde er hinter Sam Laidlow und Patrick Lange Dritter, im vergangenen Jahr auf Hawaii musste er sich nur Patrick Lange geschlagen geben. Rodolphe von Berg musste sich vor zwei Jahren in Nizza mit Platz vier begnügen. In Kailua-Kona gelang ihm der Coup: Er holte sich die Bronzemedaille. Lionel Sanders, dem der Schritt nach ganz oben aufs Podest bis jetzt vergönnt geblieben ist, gehört ebenfalls zu den drei Startern in Nizza, die schon einmal Podiumsluft schnuppern konnten. Der Kanadier wurde 2022 Vizeweltmeister in St. George sowie 2017 auf Hawaii.

Wer fehlt in Nizza?

Neben den vielen Hochkarätern gibt es auch einige prominente Abwesende. So konnten Menno Koolhaas (NED) und der Italiener Gregory Barnaby, die im vergangenen Jahr in Kona als Fünfter und Sechster ins Ziel kamen, verletzungsbedingt keinen Ironman bestreiten. Auch der US-Amerikaner Ben Kanute sowie Braden Currie aus Neuseeland verpassten trotz mehrerer Starts knapp die Qualifikation. Der Brasilianer Manoel Messias, der beim Ironman Brasilien mit einem beeindruckenden Marathon in 2:26:50 Stunden Zweiter wurde, lehnte seinen Startplatz für Nizza ab. Ebenso fehlt Clement Mignon. Der Franzose konnte dem Rennen vor zwei Jahren lange Zeit seinen Stempel aufdrücken, schaffte jedoch die Qualifikation in dieser Saison nicht.

Jung und Alt – die Altersspanne

Die Starterliste zeigt die enorme Bandbreite im Profi-Triathlon:

  • Jüngster Starter: Finn Große-Freese (24 Jahre)
  • Ältester Starter: Michael Weiss (44 Jahre)

Auch ein Blick auf die Geburtstage lohnt sich: Die meisten Starter feiern ihren Ehrentag im Februar und im Dezember, jeweils sechs Athleten gehören zu diesen Jahrgängen. Auffällig ist hingegen, dass im April und im Juli nur jeweils ein Profi Geburtstag hat – in diesen Monaten ist das Feld also am dünnsten besetzt.

Die deutschen Starter in Nizza

Mit gleich zehn Athleten ist das deutsche Team stark wie selten besetzt. Angeführt wird die Delegation von Patrick Lange, dem dreimaligen Weltmeister und aktuellen Kona-Sieger.

  • Andreas Dreitz (vier WM-Starts)
  • Finn Große-Freese (ein WM-Start)
  • Wilhelm Hirsch (Rookie)
  • Jonas Hoffmann (zwei WM-Starts)
  • Patrick Lange (sieben WM-Starts, dreifacher Weltmeister, einmal Zweiter, einmal Dritter)
  • Jonas Schomburg (Rookie)
  • Paul Schuster (ein WM-Start)
  • Dominik Sowieja (Rookie)
  • Jan Stratmann (Rookie)
  • Johannes Vogel (Rookie, verletzungsbedingt nicht dabei)

PTO-Ranking – die Besten der Besten

Der Blick ins PTO-Ranking mag den ein oder anderen überraschen, da einige der Favoriten außerhalb der Top 20 liegen. Das ist aber dem Punktesystem des Rankings geschuldet. Mit Marten Van Riel (Weltranglistenplatz drei) geht einer der derzeit stärksten Triathleten der Welt in Nizza an den Start. Hinter dem Belgier steht jedoch aufgrund einer Sprunggelenkverletzung ein großes Fragezeichen, ob er seine bis jetzt starke Saison in Nizza krönen kann. Gleich dahinter reihen sich Namen wie Magnus Ditlev (Rang sechs), Sam Laidlow (Rang acht) und Kristian Blummenfelt (Rang zwölf) ein.

Insgesamt liegt der Durchschnittswert des PTO-Rankings im Feld bei Platz 75, was die enorme Spanne verdeutlicht. Unter den besten zehn Athleten des Felds nach PTO-Ranking finden sich gleich mehrere Favoriten für den Titel. Patrick Lange (Platz 62), Gustav Iden (Platz 50) oder Casper Stornes (Platz 34), die ebenfalls zu den Favoriten gehören, liegen außerhalb der besten 20, aber immerhin noch in den Top 100. Die höchste Platzierung hat der Italiener Dario Giovine, der sich beim Ironman Cozumel mit dem vierten Platz für die Titelkämpfe qualifizierte.

Die Top 10 nach PTO-Ranking

  • Marten Van Riel (BEL, Rang 3)
  • Magnus Ditlev (DEN, Rang 6)
  • Sam Laidlow (FRA, Rang 8)
  • Antonio Benito Lopez (ESP, Rang 9)
  • Kristian Blummenfelt (NOR, Rang 12)
  • Sam Long (USA, Rang 17)
  • Kristian Høgenhaug (DEN, Rang 18)
  • Rodolphe von Berg (USA, Rang 19)
  • Lionel Sanders (CAN, Rang 22)
  • Leon Chevalier (FRA, Rang 23)
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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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