Ironman Cozumel: Deutsche Athleten mit Chancen auf eine frühe WM-Quali

Der Ironman Cozumel gilt traditionell als einer der schnellsten Kurse im Rennkalender – Schwimmen mit Strömung und ein flacher Radkurs. Durch jeweils vier Qualifikationsplätze für die Ironman-WM im kommenden Jahr ist eine besondere Dynamik im Rennen.

Frank Wechsel / spomedis Leonie Konczalla on a Mission – mit dem starken Hawaii-Ergebnis im Rücken soll die frühe Quali für die WM im kommenden Jahr folgen.

Der Ironman Cozumel am Wochenende verspricht ein hochklassiges und zugleich richtungsweisendes Rennen zu werden, denn mit jeweils vier Qualifikationsplätzen für die Ironman-Weltmeisterschaft 2026 steht viel auf dem Spiel. Zwei Stars der Szene werden in Mexiko nicht dabei sein. Patrick Lange hat seinen Start krankheitsbedingt kurz vor der Abreise absagen müssen und nun seine Saison vorzeitig beendet. Sam Long, der mit seinem zweiten Platz in Arizona (hinter Menno Koolhaas) bereits am vergangenen Wochenende die Qualifikation geholt hat, kann sich voll auf die bevorstehende Geburt seines zweiten Kindes konzentrieren. Doch das Starterfeld bleibt gut besetzt.

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Paul Schuster, der deutsche Hoffnungsträger

Gerade für die deutschen Profi-Männer ergeben sich spannende Perspektiven. Paul Schuster, der 2021 Dritter wurde und die Strecke bestens kennt, gehört zu den Athleten mit den größten Chancen. Sein 34. Platz bei der WM in Nizza spiegelt seine eigentliche Leistungsfähigkeit kaum wider. Auf einem Kurs, der ihm liegt, könnte er die Saison mit einem Ausrufezeichen beenden. Ferner könnte Dominik Sowieja, der beim Radfahren seine Stärke hat, für eine Überraschung sorgen. Dahinter lauert eine deutsche Gruppe, bestehend aus Andreas Dreitz, Marc Eggeling, Jesse Hinrichs und Nick Emde, bei der jeder Einzelne bei optimalem Rennverlauf in der Lage ist, eine WM-Qualifikation zu schaffen.

Internationales Powerpaket: Marquardt, Breivold & Co.

Die internationale Konkurrenz ist allerdings stark. Der US-Amerikaner Matthew Marquardt gilt auf dem Papier als Topfavorit. Nach seinen Siegen beim Ironman Cairns und Lake Placid sowie einem starken achten Platz bei der Ironman-Weltmeisterschaft in Nizza reist er mit beeindruckender Form an. Er ist einer jener Athleten, die sowohl taktisch klug als auch physisch brutal agieren können – eine gefährliche Kombination auf einem Kurs wie Cozumel.

Ähnlich ernst zu nehmen ist der Norweger Jon Breivold, Rekordsieger des Norseman. Auch wenn er die extremen Topografien der Alpen und Fjorde bevorzugt, besitzt er ab dem Wechsel aufs Rad die Fähigkeit, ein Rennen aufzuholen. Der Franzose Dylan Magnien, zu Saisonbeginn mit drei Podien, unter anderem einem Sieg beim Ironman Lanzarote, könnte ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen. Sein 19. Platz bei der WM in Nizza und Rang 45 bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Marbella waren zuletzt weniger überzeugend. Der erfahrenste Mann im Feld ist der Österreicher Michael Weiss, der nach DNFs in Kopenhagen und Chattanooga mit 44 Jahren ein weiteres Kapitel seiner langen Karriere schreiben will. Cozumel ist sein Terrain: Drei Siege (2013, 2014, 2018) und insgesamt elf Starts dort machen ihn zum Inselkenner schlechthin – ein Vorteil, der in der Hitze Mexikos oft entscheidend sein kann.

Frauenrennen mit WM-Glanz: Drei Top-Ten-Kona-Athletinnen am Start

Bei den Frauen ist das Feld mit 17 Starterinnen klein, aber extrem hochwertig. Mit Lisa Perterer, Sara Svensk und Leonie Konczalla stehen drei Athletinnen am Start, die bei der diesjährigen WM auf Hawaii in den Top Ten landeten. Ein Szenario, das auf Cozumel zu einem spannenden Kampf ums Podium und die Quali-Slots führen kann.

Lisa Perterer ist am stärksten einzuschätzen, nicht nur aufgrund ihres fünften Platzes bei der WM, sondern auch wegen ihrer deutlich stärkeren Schwimmleistung, die ihr auf den ersten Radkilometern oft freie Fahrt verschafft. Das Wasser in Cozumel könnte diesen Vorteil jedoch etwas relativieren, denn das Schwimmen ist dort berüchtigt für seine wechselnden Bedingungen und potenziell schnellen Strömungen. Sara Svensk, die 2021 in 8:22:40 Stunden den Streckenrekord pulverisierte, kennt die Bedingungen auf der Insel hervorragend und gehört ebenfalls zu den klaren Favoritinnen. Ihre Mischung aus solidem Schwimmen und einer Rad-Lauf-Kombination die gewisse Stärken hat, macht sie besonders gefährlich. Leonie Konczalla dagegen lebt von ihrer Ausdauer und ihrer Laufstärke. Als Neunte der WM möchte sie die frühe Qualifikation nutzen, um ihre Saison 2026 ohne Druck planen zu können. Für die Deutsche ist ein Top-3-Ergebnis keineswegs utopisch.

Pabinger, Lewis & Gerß – die Herausforderinnen

Danielle Lewis, die bei der diesjährigen WM auf Hawaii nur auf Platz 41 landete, wird versuchen, ihre eigentlichen Stärken besser auszuspielen: das Radfahren und das Laufen. Eine Athletin, die man ebenfalls im Blick behalten sollte, ist Anna Pabinger. Die Österreicherin hat 2024 ihre ersten Profi-Podien gesammelt und sich zuletzt mit ihrem Sieg beim Ironman Chattanooga bereits für Kona 2026 qualifiziert. Genau diese Freiheit könnte ihr in Cozumel zugutekommen. Die zweite Deutsche im Bunde ist Lisa Gerß. Mit starken Resultaten wie Rang fünf beim Ironman Kalmar und Rang vier in Les Sables d’Olonne konnte sie in dieser Saison bereits überzeugen. Wenn ihre Laufleistung stimmt, könnte es am Ende noch bis in die Quali-Ränge hinaufgehen.

Startzeit und Übertragung

Der Startschuss fällt für die Männer um 7:00 Uhr Ortszeit (13:00 Uhr deutscher Zeit), die Frauen folgen zwei Minuten später, ehe dann die Agegrouper ab 7:10 Uhr folgen. Da das Rennen nicht zur Ironman Pro Series gehört, gibt es keinen Livestream. Dennoch kann das Rennen über den Ironman-Livetracker verfolgt werden.

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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