Bei den Singapur T100 trifft Weltmeister Hayden Wilde auf vier deutsche Starter – angeführt von Vizeweltmeister Mika Noodt. Schwüle Hitze und ein technischer Radkurs machen das zweite Saisonrennen zur Lotterie. Alle Infos zu den Favoriten, Bedingungen und Liveübertragung.

Singapur hat im Triathlon-Kalender einen ganz besonderen Status. Die schwüle Hitze der Stadtinsel, die engen Straßen eines technisch anspruchsvollen Radkurses und die tropische Luftfeuchtigkeit machen das zweite Rennen der T100-Tour 2026 zu einem der härtesten Aufeinandertreffen des Jahres. Am 25. April greifen die Männer ins Renngeschehen der T100-Tour ein, nachdem die Frauen den Auftakt an der Gold Coast feiern konnten.
Hayden Wilde: Titelverteidiger mit erstem Fragezeichen
Der Neuseeländer Hayden Wilde ist der amtierende T100-Weltmeister und hält gleich zwei Streckenrekorde in Singapur: den Lauf-Rekord (1:01:46) und den Overall-Rekord (3:18:11), beide aufgestellt 2025. Kein Athlet hat in der vergangenen Saison mehr Dominanz auf der T100-Tour ausgestrahlt als Wilde. Und doch hat die Saison 2026 mit einem kleinen Fragezeichen begonnen.
Beim Ironman 70.3 Geelong musste sich Wilde sowohl Kristian Blummenfelt als auch Jelle Geens geschlagen geben. Eine fast ungewohnte Rolle für den Weltmeister. Das macht ihn nicht zum Wackelkandidaten, aber es zeigt: Er ist kann geschlagen werden. Wer ihn in Singapur gefährden will, muss auf dem Rad mithalten können und auf dem Lauf bereit sein, das Risiko zu suchen.
Streckenrekorde Singapur (Männer)
| Schwimmen | Radfahren | Laufen | Gesamt |
| 23:43 | 1:48:01 | 1:01:46 | 3:18:11 |
| Vincent Luis 2025 | Sam Long 2024 | Hayden Wilde 2025 | Hayden Wilde 2025 |
Vier deutsche Podiumshoffnungen
Angeführt wird das Verfolgerfeld vom Vizeweltmeister. Mika Noodt ist mehr als ein Begleiter für Wilde, er ist sein gefährlichster Verfolger. Mit einem enormen Leistungspotenzial und der Erfahrung einer vollen T100-Saison auf höchstem Niveau ist Noodt einer der wenigen Athleten, die das Renntempo mitgehen und auf dem Lauf noch angreifen können. Ein Sieg wäre keine Überraschung.
Jonas Schomburg ist der zweite in der deutschen Riege und hat erst am vergangenen Wochenende den Ironman Texas absolviert – ein kräftezehrendes Rennen über 226 Kilometer, das kaum Spielraum für eine schnelle Regeneration lässt. Ob er bereits wieder auf Topniveau ist, wird sich zeigen. Sein Potenzial für das Podium ist vorhanden, die Frage ist allein die körperliche Verfassung.
In Valencia belegte Wilhelm Hirsch beim Ironman-70.3-Rennen Rang 14 und bemängelte nach eigener Aussage fehlende Radbeine. Wer seine Saison 2025 kennt – dreimal Top Ten in der T100 – weiß: Hirsch braucht manchmal ein erstes Rennen zum Warmlaufen. Wenn Singapur das zweite Kapitel wird, könnte die Steigerung deutlich ausfallen.
Mit einem starken vierten Platz beim Ironman 70.3 Dallas Mitte März hat Jannik Schaufler ein klares Signal gesetzt. Seine Leistungen im Schwimmen und Laufen zählen zu den besten im Feld und können sich sehen lassen – auf dem Rad muss er jedoch die Lücke zur Spitze so klein wie möglich halten. In Singapur, wo Hitze und ein kniffliger Kurs die Karten neu mischen, ist ein Top-Ten-Ergebnis gut möglich.
Internationale Konkurrenz: Keulen, Smith und ein Weltmeister
Neben den deutschen Startern gibt es eine Reihe internationaler Athleten, die das Rennen prägen können. Kyle Smith (Neuseeland) und Youri Keulen sowie Menno Koolhaas (beide Niederlande) gehören zu den Athleten, die schon einmal auf dem T100-Podium standen oder zumindest im Kampf um einen Podiumsplatz sind.
Mathis Margirier (Frankreich) komplettiert die Gruppe der ernsthaften Podiumskandidaten. Und dann ist da noch Matt Hauser: Der australische Kurzstrecken-Weltmeister steht ebenfalls auf der Starterliste und dürfte einigen Respekt einfordern. Hauser ist ein Athlet, der auf keiner Distanz unterschätzt werden sollte, das gilt auch auf 100 Kilometern.
Wetterprognose: Regen, Hitze, Risiko
Die aktuellen Wettervorhersagen für den Renntag (25. April) zeigen ein typisches Singapur-Szenario: Höchsttemperaturen um 30 Grad Celsius, nahezu gesättigte Luftfeuchtigkeit und eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Im Laufe der Woche zeigt sich Singapur von seiner nassen Seite. Montag bis Mittwoch liegt die Niederschlagswahrscheinlichkeit teils bei mehr als 90 Prozent. Für den Freitag vor dem Rennen entspannt sich die Lage etwas. Entscheidend wird sein, ob der Kurs am frühen Morgen noch nass ist. Dies wäre mit einer zusätzlichen Herausforderung verbunden, denn die Strecke ist geprägt von engen Kurven und Wendepunkten. Auf dem Rad sind neun Runden zu absolvieren, beim Laufen drei.
Übertragung
Auch das Rennen aus Singapur wird wie alle Rennen der T100 live übertragen. Der Startschuss des Rennens erfolgt um 8:05 Uhr deutscher Zeit, die Übertragung startet fünf Minuten früher. Verfolgt werden kann das Ganze jeweils kostenfrei auf YouTube oder auf triathlonlive.tv (nach Registrierung).









