Du hältst Pace oder Watt konstant – doch dein Puls klettert unaufhaltsam nach oben. Dieses Phänomen hat einen Namen: „Cardiac Drift“. Es begleitet viele Triathleten im Training und Wettkampf. Was dahintersteckt, wie du ihn richtig interpretierst und warum er besonders auf längeren Distanzen entscheidend wird.
Viele Triathleten bemerken es irgendwann: Trotz gleichbleibender Leistung oder Pace steigt die Herzfrequenz während des Trainings oder Wettkampfs kontinuierlich an. Was auf den ersten Blick wie ein Messfehler wirkt, ist in Wahrheit ein komplexer physiologischer Anpassungsprozess. Der „Cardiac Drift“ – oder „kardiovaskulärer Drift“ – gehört zu den subtileren, aber entscheidenden Phänomenen im Ausdauersport. Wer ihn versteht, kann Training und Belastungssteuerung deutlich präziser gestalten.
Was ist ein Cardiac Drift?
Unter dem Cardiac Drift versteht man die zeitabhängige Entkopplung von Herzfrequenz und Leistung bei längeren, gleichmäßigen Belastungen. Während also Tempo oder Watt konstant bleiben, steigt die Herzfrequenz an. Typischerweise tritt dieser Effekt nach etwa 30 bis 60 Minuten Belastungsdauer auf, kann aber auch schon früher vorkommen – abhängig von Intensität, Trainingszustand und äußeren Bedingungen.