Triathlon und Fastnacht gehören für Denise und Stefan Bürk aus Rodgau zusammen. Ihr Training ruht bereits seit Monaten: Sie haben das Amt des Prinzenpaares inne. Termine, Sitzungen und Ehrenamt bestimmen stattdessen den Alltag.

Montag bedeutet für viele Triathletinnen und Triathleten: Ruhetag. Für den Rosenmontag dürfte das etwas anders aussehen, sofern man sich nicht in Hamburg oder anderen karnevalsfernen Regionen aufhält. Im Rhein-Main-Gebiet ist definitiv keine Ruhe angesagt, schon gar nicht für Denise und Stefan Bürk. Sie sind das amtierende Prinzenpaar der Stadt Rodgau, die circa 20 Kilometer von Frankfurt liegt. Ihr Alltag wird derzeit von Terminen, Abstimmungen und Auftritten bestimmt, erst am Aschermittwoch ist Schluss.
Dann ist wieder Platz für ein zweites Hobby, das normalerweise einen festen Platz im Leben der Bürks einnimmt: Triathlon. Den Sport betreiben Denise und Stefan gemeinsam und „nur zum Spaß“, als Ausgleich. Zumindest war das mal so gedacht, denn seit Monaten hat aufgrund der „prinzlichen Verpflichtungen“ kein Training stattgefunden. Ruhetage gibt es in diesem Amt fast keine.
Über Umwege zum Triathlon
Triathlon war zuerst da. Zumindest in der gemeinsamen Geschichte von Denise und Stefan. Nicht als großes Ziel, nicht als sportlicher Neuanfang mit Ambitionen, eher zufällig und unaufgeregt. Genau so, wie viele Agegrouper es kennen.
Stefan spielte Fußball, ein Kreuzbandriss setzte dem Ganzen ein abruptes Ende und es fehlte etwas. „Ich war irgendwann einfach unausgelastet“, sagt er rückblickend. Erst der ärztliche Hinweis, wieder regelmäßig Sport zu treiben, brachte im wahrsten Sinne Bewegung in die Sache. Über sein Umfeld fand er schließlich zum Triathlon. Der Einstieg war pragmatisch: erst mal ein Volkstriathlon, irgendwann eine olympische Distanz. Keine Jagd nach Zeiten, kein langfristiger Plan. „Es hat sich einfach gesteigert“, sagt Stefan. „Und irgendwann war man halt drin.“

Denise stand anfangs am Streckenrand. Sie war Supporterin und Zuschauerin, doch dabei blieb es nicht. „Wenn du einmal von diesem Virus infiziert bist, dann ist es wie mit der Fastnacht“, sagt sie. „Das ist einfach eine ganz eigene Welt.“ Der Schritt zur eigenen Startnummer kam eher beiläufig: ein übrig gebliebenes Rad ihres Mannes und die Frage „Warum eigentlich nicht?“ Ihr erster Wettkampf folgte schneller als gedacht – inklusive großer Nervosität. „Ich habe mir total Druck gemacht“, erinnert sie sich. „Und plötzlich stand ich alleine am Start.“
Danach war klar, dass es nicht bei einem Versuch bleiben würde. Triathlon wurde für beide ein gemeinsames Hobby. Kein leistungsgetriebenes Projekt, sondern eine geteilte Erfahrung. Wettkampfwochenenden statt Wochenendtrips, Nervosität im Bauch statt Routine. „Wir machen das vor allem, weil es Spaß macht“, sagt Denise. „Dieses Drumherum, diese Aufregung – das ist einfach etwas Besonderes.“

Dass ihr Alltag heute von Terminen, Sitzungen und Ordensverleihungen geprägt ist, wirkt auf den ersten Blick wie ein Bruch. Auf den zweiten fügt es sich erstaunlich gut ein. Denn was Triathlon und Fastnacht verbindet, ist nicht der Lärm oder die Kulisse – vielmehr das, was dahintersteckt.









