Vollgas-Athlet Rico Bogen: „Ich möchte ein Vorbild sein“

Die deutsche Triathlonszene lechzt nach Identifikationsfiguren. Eine davon könnte Rico Bogen werden: fokussiert, authentisch, kämpferisch. Aber etwas fehlt noch. Ein Gespräch mit dem 25-Jährigen über Außendarstellung, verpasste Chancen, übergeordnete Ziele und Angstgegner.

Peter Jacob / spomedis Als ehemaliger Schwimmer musste sich Rico Bogen nach seinem Umstieg zum Triathlon erst an die Laufbelastung gewöhnen. Mittlerweile ist das kein Problem mehr.

Ironman-70.3-Weltmeister 2023, Sieger des ­Rennens der T100 Triathlon World Tour in San Francisco 2025, Gesamtdritter der Serie 2024. Vollgas, Kampfgeist: Wo Rico Bogen auftritt, bekommen die Zuschauer etwas geboten. Doch was fehlt zur neuen Identifikationsfigur der deutschen Triathlonszene? Im Interview spricht der Leipziger unter anderem über ­seinen Wechsel auf die Langdistanz. Und die ­Bedeutung seines Trainers Philipp Seipp.

- Anzeige -

Rico, lass uns gleich zur Sache kommen. Jan Frodeno, Sebastian Kienle, Anne Haug – die deutsche Triathlonszene hat in den vergangenen Jahren einige ihrer „Lichtgestalten“ auf der Langdistanz verloren. Zeit und Gelegenheit für neue Athleten, ins Rampenlicht zu treten und eine führende Rolle einzunehmen. Inwiefern ist das dein Ziel?
Ich bin mit meinem Ironman-70.3-Weltmeistertitel 2023 ja schon früh in die vermeintlichen Fußstapfen der Großen getreten und habe gezeigt, was ich kann. Ich denke, wir haben es in Bezug auf die genannten großen Namen eher vor fünf Jahren verpasst, Athleten auf die Mittel- oder Langdistanz zu bringen. Aber man sieht, dass mit Mika (Noodt, Anm. d. Red.), Tanja ­Neubert, Jan (Stratmann), Fred (Frederic Funk) oder mir etwas nachkommt. Du zielst vermutlich darauf ab, wann bei uns der endgültige Wechsel auf die Lang­distanz folgt. Da benötige ich noch ein bisschen Zeit.

Wie viel Zeit räumst du dir ein?
Ich weiß noch nicht, wann ich komplett auf die Lang­distanz wechsle. Sportlich wäre erst einmal der Gesamtsieg bei der T100 Triathlon World Tour ein Ziel.

Und langfristig?
Die Langdistanz ist natürlich mein klares Ziel, weil sie eine extreme Strahlkraft hat, auch außerhalb der ­Triathlon-Blase.

In diesem Jahr wirst du erstmals bei der Challenge Roth über die 226 Kilometer starten. Warum hast du dir das Rennen für deine Langdistanzpremiere ausgesucht?
Das ist ein schöner Einstieg mit einem extrem geilen Rennen und vermutlich dem Höchsten der Gefühle in Bezug auf Zuschauermassen und Medienwirksamkeit. Ich hoffe, dass ich das gut hinbekomme. Mit Philipp (Seipp, Rico Bogens Coach) an meiner Seite fühle ich mich auf allen Ebenen sicher. Roth bleibt dieses Jahr für mich die einzige Langdistanz, um dort hineinzuschnuppern.

„Die Langdistanz hat eine extreme Strahlkraft.“

Inwiefern träumst du als ambitionierter Triathlet trotzdem bereits von mehr?

Mit triathlon+ weiterlesen

Mit triathlon+ verpasst du keine spannenden Inhalte mehr. Für nur € 9,95 pro Monat bekommst du außerdem die Zeitschrift triathlon ins Haus und kannst in 30.000 Seiten unseres Digitalarchivs stöbern.

Jetzt Mitglied werden

Du bist bereits Mitglied? Hier einloggen

Mehr zum Thema

Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

Verwandte Artikel

Ironman Texas: Norweger, Deutsche, Belgier – wer setzt sich im WM-würdigen Feld durch?

Weltmeister, Debütanten und Spezialisten: Beim Ironman Texas trifft ein Feld aufeinander, das schon im April Kona-Niveau hat. Wer setzt sich durch und wer sendet das erste große Signal der Saison? Der Favoritencheck.

Ironman Texas: So hart wird das Frauenrennen

Matthews, Knibb, Løvseth: In Texas trifft die Langdistanz-Elite aufeinander. Hitze, Wind und ein brutal harter Kurs machen das Rennen zum echten Härtetest.

ePaper | Abo

Unser Newsletter

Newsletter triathlon

Aktuelle Beiträge